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Die Marktmacht der „Großen 3“ : Schaden ETF der Volkswirtschaft?

Ein wachsender Teil des amerikanischen Aktienmarkts liegt wird von passiven Fonds gehalten. Bild: AP

In den USA tobt eine Debatte, ob die drei großen ETF-Anbieter Blackrock, Vanguard und State Street den Wettbewerb in vielen Branchen behindern. Wie valide sind die Argumente und welche Strategien können Anleger daraus ableiten?

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          Keine Frage, Indexfonds (ETF) sind beliebt, und das durchaus zu recht. Sie ermöglichen auch Kleinanlegern, zu sehr geringen Kosten und mit niedrigen Beträgen in viele Aktien auf einmal und damit breit gestreut zu investieren, etwa in Indizes wie den demnächst 40 deutsche Aktien umfassenden Dax, den amerikanischen Leitindex S&P 500 oder in rund 1600 Aktien aus 23 Ländern über einen ETF auf den MSCI World. Umfragen unter großen Vermögensverwaltern haben gerade ergeben, dass vor allem in auf den chinesischen Aktienmarkt laufende Indexfonds viel Geld fließt. Das Kalkül dahinter: Es scheint absehbar, dass Chinas Wirtschaft in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Noch aber ist der chinesische Aktienmarkt für Ausländer nicht leicht investierbar, Direkt-Investments sind praktisch nur über Hongkong möglich, und im MSCI World sind chinesische Aktien kaum vertreten. Deshalb nutzen Großanleger gern etwa den MSCI China, um mit einem Indexfonds in rund 700 chinesische Aktien zu investieren.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor allem junge Leute nutzen für ihre ETF-Investments gern ihr Smartphone und legen dort in ihrer Broker-App einen monatlichen Sparplan an oder kaufen in einem vermeintlich günstigen Moment für einen größeren Betrag einen ETF ihrer Wahl. An dieser Art des Sparens ist nichts falsch. Allerdings verändert der Siegeszug der ETF die Kapitalmärkte. Einige kritische und beachtenswerte Punkte etwa zur Stabilität und Informationseffizienz des Aktienmarktes haben wir in einem früheren Beitrag schon einmal beleuchtet und wollen sie hier nur streifen. Denn interessant ist auch eine hierzulande noch wenig beachtete Debatte, die in den Vereinigten Staaten tobt. Im Kern geht es um die Frage: Muss die Marktmacht der drei großen ETF-Anbieter Blackrock, Vanguard und State Street begrenzt werden, weil sie volkswirtschaftlich schädlich ist?

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