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Märkte in Unruhe : Die Angst um Italien wächst

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Italien bekommt eine andere Regierung als gedacht. Die Kreditgeber des Staates beruhigt das aber nicht.

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          Der Euro ist am Montag nach anfänglichen Gewinnen unter Druck geraten. Von dem vorläufigen Aus für eine populistische Regierung in Italien hat der Euro nur vorübergehend profitiert. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel bis zum Mittag bis auf 1,1635 Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit November 2017. Im frühen Handel war er noch bis auf 1,1728 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1675 Dollar festgesetzt.

          Der gescheiterte Versuch der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega eine Regierung zu bilden, hat nur kurzzeitig den Eurokurs gestützt. Staatspräsident Sergio Mattarella hatte sich geweigert, den Euro-Kritiker Paolo Savona zum Finanzminister zu ernennen. Jetzt soll zunächst eine Technokratenregierung unter Carlo Cottarella gebildet werden.

          „Nur aufgeschoben“

          Ökonomen schauen mit Skepsis auf die künftige Entwicklung in Italien. „Denn aus heutiger Sicht ist der Amtsantritt einer italienischen Regierung, die auf Konfrontationskurs zur EU geht und deren Regeln missachtet, nur aufgeschoben“, kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Tatsächlich darf die rechtspopulistische Lega laut Umfragen bei Neuwahlen auf kräftige Stimmengewinne hoffen.

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          Solche Einschätzungen wirkten sich auch auf Italiens Staatsanleihen aus. Anleger flohen aus den Papieren und deckten sich dafür mit Bundesanleihen ein. Der für den deutschen Markt richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,15 Prozent auf 161,41 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 0,389 Prozent.  Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen stieg am Mittag in der Spitze bis auf 2,676 Prozent. Das waren zeitweise mehr als 0,2 Prozentpunkte mehr. Auch in Spanien und Portugal legten die Renditen stark zu. Die spanischen Sozialisten reichten einen Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Mariano Rajoy ein.

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          Diese Renditeanstiege erinnern an die Eurokrise. Zuletzt gaben die Renditen jedoch ein wenig nach. Händler verweisen auf die Europäische Zentralbank (EZB), die immer noch regelmäßig Anleihen kauft.

          Eine deutliche Vereinfachung der Geldpolitik in der Türkei hat der Landeswährung Lira am Montag erheblichen Auftrieb verliehen. Gegen Mittag stieg die Lira zu Dollar und Euro um jeweils mehr als drei Prozent. Für einen Dollar mussten 4,57 Lira gezahlt werden, für einen Euro wurden 5,32 Lira fällig. Damit erholte sich die Lira sichtlich von ihrem Sinkflug der vergangenen Wochen, als sie auf immer neue Rekordtiefstände gefallen war.

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