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Corona-Sorgen : Dax schleppt sich in ein leichtes Plus

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac im Labor Bild: Reuters

Der deutsche Aktienmarkt kommt nur mühsam vom Fleck. Allerdings profitieren die Kurse der Pharmaunternehmen Biontech und Curevac von den Erfolgsmeldungen um ihre Impfstoffe. Der Konkurrent Merck setzt sich wegen einer Kaufempfehlung an die Spitze des Leitindex.

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          Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag vor dem Hintergrund wieder steigender Corona-Infektionszahlen zunächst gut behauptet. Der Dax stieg zuletzt immerhin um 0,2 Prozent auf 13.112 Punkte. Damit deutet sich für den Leitindex ein Mini-Wochenplus von rund 0,3 Prozent an. Der M-Dax der 60 mittelgroßen Werte gewann am Freitagvormittag 0,4 Prozent auf 28.877 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 legte um rund 0,3 Prozent zu. An die Dax-Spitze setzte sich die Aktie des Pharmariesen Merck nach einer Kaufempfehlung durch die Analysten von Pareto.

          Vor diesem Hintergrund stachen die Aktienkurse der Corona-Impfstoff-Entwickler Biontech und Curevac positiv hervor. Die in Frankfurt gehandelten Schattenpapiere (ADR) auf die in New York notierte Biontech-Aktie gewannen an der Börse Tradegate mehr als 5 Prozent. Der Kurs von Curevac-Papieren stieg um 3,8 Prozent. 

          Diese Kursanstiege dürften mit der Meldung zusammenhängen, wonach die Europäische Union einem Insider zufolge für Hunderte Millionen Dosen der Corona-Impfstoffe der Partner Pfizer und Biontech sowie von Curevac rund neun Milliarden Euro auf den Tisch legen könnte. Die EU wolle im Fall einer behördlichen Zulassung 15,50 Euro je Dosis für das Mittel der Mainzer Biotechfirma Biontech und des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer zahlen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

          CUREVAC N.V. O.N.

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          Die Anleger können sich seit Tagen nicht klar entscheiden zwischen der Sorge vor den Auswirkungen hoher Infektionszahlen und der Hoffnung, dass schon bald mehrere Impfstoffe gegen das Virus zur Verfügung stehen werden. Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Deutschland steigt unterdessen weiter. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete 23 648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden - ein weiterer Höchststand. Vor Wochenfrist war der bisherige Spitzenwert erreicht worden.

          „Die Investoren wünschen sich nun mehr als lediglich Erfolgsmeldungen über einen Impfstoff. Theoretischer und praktischer Nutzen werden derzeit auf die Goldwaage gelegt“, kommentierte Marktexperte Timo Emden von Emden research. Die Impfstoff-Euphorie der Vorwoche werde nun durch logistische Herausforderungen und Fragen zur Wirksamkeit in der Praxis getrübt. Mit Blick auf das Wochenende könnten Anleger zudem ein paar Gewinne einstecken, glaubt Emden.

          Aus Unternehmenssicht ist die Nachrichtenlage am Freitag eher dünn. Die Agenda zeigt, dass die Berichtssaison bei den Unternehmen fast vorüber ist. Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Pareto beförderte die Aktien der Merck KGaA um 1,2 Prozent nach oben an die Dax-Spitze. Analyst Dennis Berzhanin lobte die Widerstandskraft des Chemie- und Pharmakonzerns in der Pandemie und stufte die Papiere von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Er sprach zudem von sehr guten Drittquartalszahlen des Darmstädter Konzerns.

          Die Aktien von Freenet gewannen 1,7 Prozent nach der Meldung vom Schuldenabbau des Mobilfunkanbieters. Das Darlehen zur Finanzierung des 2016 erworbenen Aktienpakets an Sunrise in Höhe von 610 Millionen Euro werde an diesem Freitag getilgt, teilte Freenet mit. Mit dem vollständigen Verkauf der rund elf Millionen Sunrise-Aktien sind Freenet jüngst etwa 1,1 Milliarden Euro zugeflossen.

          Die Paion-Papiere schnellten um 7,5 Prozent nach oben. Das Aachener Pharmaunternehmen legte für die angestrebte EU-Zulassung des Narkosemittels Remimazolam positive Phase-III-Studiendaten vor. Wie Paion mitteilte, zeigte das Mittel keine Unterlegenheit gegenüber dem bei Kurzsedierungen seit langem eingesetzten Standard-Narkosemittel Propofol. Bereits im Juli hatte das Mittel eine Zulassung für den US-Markt erhalten.

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