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Dax leicht im Minus : Aktienmärkte starten nach Fed-Sitzung zögerlich

  • Aktualisiert am

Aktienkurse im Blick: Anzeigetafel an der Frankfurter Börse Bild: dpa

Aussichten auf eine bald weniger lockere Geldpolitik in Amerika lassen Anleger vorsichtiger werden. Nach enttäuschenden Testergebnissen für den Corona-Impfstoff von CureVac bricht der Aktienkurs des Unternehmens ein – auch zwei CureVac-Partnerfirmen verlieren.

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          Hinweise auf eine bald etwas weniger expansive amerikanische Geldpolitik haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag nur leicht belastet. Der Leitindex Dax gab um 0,09 Prozent auf 15.696 Punkte nach und behielt damit sein zu Wochenbeginn erreichtes Rekordhoch von knapp 15.803 Punkten im Blick.

          Der M-Dax der mittelgroßen Werte fiel um 0,17 Prozent auf 34.174 Punkte. Er hatte am Dienstag eine Bestmarke erreicht. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 0,3 Prozent.

          Ihre extrem lockere Geldpolitik setzt Amerikas Notenbank Federal Reserve angesichts fortdauernder Corona-Gefahren zwar fort. Sie denkt aber offenbar stärker darüber nach, sie etwas zu bremsen. Konkret geht es darum, wann die Fed ihre regelmäßigen Geldspritzen zur Stützung der Wirtschaft zurückschrauben will. Zudem könnten die Leitzinsen im Jahr 2023 zweimal steigen, wie aus den Zinsprognosen der Notenbanker hervorgeht. Bisher sah die Prognose eine unveränderte Geldpolitik mit Leitzinsen nahe der Nulllinie vor.

          Mit Blick auf einzelne Aktien machen sich insbesondere die enttäuschenden Testergebnisse für den Corona-Impfstoff des Unternehmens CureVac negativ bemerkbar. Das betrifft nicht nur die CureVac-Aktie selbst, deren Kurs mehr als die Hälfte einbüßte.

          Auch Wacker Chemie gerät als Produktionspartner für den weniger wirksam als erhofften CureVac-Impfstoffkandidaten unter die Räder. Die Aktien verlieren 6,4 Prozent und fallen auf ein Viereinhalb-Wochen-Tief. Die Produktion des mRNA-basierten CureVac-Impfstoffes am Biotech-Standort von Wacker in Amsterdam sollte ursprünglich im ersten Halbjahr starten.

          CUREVAC N.V. O.N.

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          Nach dem Rückschlag für Curevac geraten auch die Aktien von Bayer unter Druck. Die Aktien des Pharmakonzerns verloren im Frankfurter Frühhandel 1,3 Prozent und liegen am Dax-Ende. „Bayer ist eine Produktionskooperation mit CureVac eingegangen, das scheint der nächste Flop für sie zu werden“, sagte ein Händler. Der Corona-Impfstoffkandidat von Curevac hat die erforderliche Wirksamkeit laut Zwischenanalyse nicht erreicht. Nach Start des amtlichen Handels verringerten sich die Verluste der Bayer-Aktie jedoch.

          Renditen für Anleihen steigen

          Die Aussicht auf eine früher als bislang erwartete Zinswende der US-Notenbank Fed hatte die Renditen an den Anleihemärkten nach oben getrieben. Die Verzinsung der zehnjährigen Bundespapiere kletterte in der Nacht zu Donnerstag zunächst auf minus 0,149 Prozent von minus 0,2 Prozent. Am Donnerstagvormittag notierte sie wieder etwas darunter. Die Rendite der amerikanischen Staatsanleihen lag bei 1,565 Prozent, nachdem sie in der Nacht mit 1,594 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Juni gestiegen waren.

          „Jetzt geht es darum, wann und in welchem Tempo die Fed ihre Anleihenkäufe reduziert“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Zwar will die Fed die monatliche Dosis der Geldspritzen in Höhe von 120 Milliarden Dollar solange verabreichen, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Beschäftigung erreicht sind. Jedoch signalisierte sie am Mittwoch erstmals seit Ausbruch der Pandemie, dass es 2023 eine Zinserhöhung geben könnte.

          Marktteilnehmer an den Terminbörsen rechnen nun mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent mit einer Anhebung bis Januar 2023, zuvor waren sie von einem Zeitraum bis April ausgegangen. Die Erwartungen an zwei Zinsschritte in 2023 seien nach der Fed-Sitzung deutlich gestiegen, kommentierten die Analysten der BayernLB. Zudem sei die in den vergangenen Wochen an den Börsen eher im Hintergrund geführte Debatte um Inflation und Zinsen wieder neu entfacht, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets.

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