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Nach Fed-Protokollen : Sorge vor höheren Zinsen drückt Aktienmärkte ins Minus

  • Aktualisiert am

Was nun? Ein Händler an der Frankfurter Börse Bild: dpa

Die jüngsten Protokolle der amerikanischen Notenbank lassen die Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik wieder aufleben. Vor allem Technologie-Aktien verlieren.

          2 Min.

          Die Furcht vor einer strafferen Geldpolitik in den Vereinigten Staaten führt an den Aktienmärten rund um die Welt zu Kursverlusten. Die deutsche Börse startete ebenfalls pessimistisch in den Tag. Der Leitindex Dax fiel im frühen Handel am Donnerstag um 1,4 Prozent auf 16.038 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte noch fast seinen historischen Höchststand erreicht hatte. Zu den größten Verlierern zählten Zalando, Delivery Hero und Sartorius. Der M-Dax der mittelgroßen Werte verlor 1,5 Prozent auf 35.100 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50  ging es um 1,8 Prozent nach unten. Vor allem die über lange Zeit sehr gut gelaufenen Technologiewerte stehen im Moment bei vielen Anlegern auf der Verkaufsliste: So ging es für den deutschen Tec-Dax noch stärker nach unten, er verlor im frühen Handel mehr als 2 Prozent.

          Für Verunsicherung sorgten jüngste Aussagen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Wie aus dem am Mittwoch Abend veröffentlichten Protokoll der Fed zu ihrer Dezember-Sitzung hervorgeht, sprachen sich einige ihrer Mitglieder angesichts des Inflationsschubs dafür aus, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen. Damit würden auslaufende Anleihen nicht mehr ersetzt, was die Anleihekurse drücken und die Renditen entsprechend erhöhen dürfte. Dies wiederum würde Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weniger attraktiv erscheinen lassen.

          Verluste auch in Amerika und Asien

          Die amerikanischen Börsen hatten schon am Mittwoch Abend mit Kursverlusten auf die Veröffentlichung der Protokolle reagiert. Der Dow Jones Industrial, der vor der Veröffentlichung  noch auf ein Rekordhoch knapp unter 37.000 Punkten gestiegen war, schloss 1,07 Prozent schwächer auf 36.407,11 Punkten. Der S&P 500, der am Dienstag eine Bestmarke erreicht hatte, gab um 1,94 Prozent auf 4700,58 Zähler nach. Und der technologielastige Nasdaq 100 sackte sogar um 3,12 Prozent auf 15 771,76 Punkte ab. Am US-Rentenmarkt zogen zugleich die Renditen an und auch der US-Dollar legte zu.  Inzwischen taxiert das Fed-Watch-Tool des Börsenbetreibers CME die Wahrscheinlichkeit auf über 70 Prozent, dass die Fed bereits im März damit beginnt, die Leitzinsen anzuheben.

          Auch in Asien lastete die Erwartung steigender Zinsen auf den Aktienmärkten. In Japan sackte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,9 Prozent auf 28.487 Punkte ab. In China ging es für den Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen um ein Prozent nach unten. 

          In der Fed-Sitzung im Dezember hatten Notenbank-Mitglieder laut den Protokollen angemerkt, dass es womöglich gerechtfertigt sei, die Zinsen früher oder in einem schnelleren Tempo als bislang erwartet anzuheben. Aus Sicht mancher Teilnehmer könnte es zudem sinnvoll sein, mit der Verkleinerung der Notenbankbilanz relativ bald nach dem Start von Zinserhöhungen zu beginnen. Durch die umfangreichen Anleihenkäufe war die Fed-Bilanz zuletzt auf rund 8,8 Billionen Dollar angeschwollen.

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