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Schlechte Börsenstimmung : Aktienkurse fallen – Wirecard minus 15 Prozent

Wirecard ist gerade in den Dax aufgestiegen. Bild: Reuters

Die Börsen kennen momentan nur eine Richtung: Nach unten. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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          Die Talfahrt der Börsen beschleunigt sich: Der Dax beendete den Handel nur minimal über seinem kurz zuvor erreichten Jahrestief mit minus 2,21 Prozent auf 11.712,50 Zähler. Noch härter traf es abermals die Technologiewerte – der Tec-Dax verlor am Ende mehr als 4 Prozent. Allein der Kurs des gerade in den Dax aufgestiegenen Unternehmens Wirecard verlor fast 15 Prozent.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die Anleger sorgen sich gleich um mehrere Dinge: Gerade haben die Fachleute des Internationalen Währungsfonds die Aussichten für die Weltwirtschaft etwas pessimistischer eingeschätzt. Der Ölpreis ist deutlich gestiegen gegenüber dem Vorjahr, die Haushaltsideen der italienischen Regierungsparteien verunsichern, die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen ist auf ein mehrjähriges Hoch geklettert. In Amerika haben die großen Indizes allesamt im Minus eröffnet.

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          Es scheint sich denn auch eine breitere Kurskorrektur anzudeuten: Der S&P-500-Index verlor mittlerweile 5 Tage in Folge an Wert. So lang ging es für den Index seit der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten noch nie nach unten. Daher wächst kurz vor dem inoffiziellen Auftakt der Bilanzsaison für das dritte Quartal an der Wall Street die Nervosität. Die großen Technologiewerte um Apple und Amazon, seit geraumer Zeit die Führungstruppe der amerikanischen Aktienmärkte, zeigten in den vergangenen Tagen Schwächen.

          Technologie unter Druck

          Gleichzeitig stieg ein vielbeachtetes Angstbarometer, der Volatilitätsindex Vix. Anleger rechnen demnach mit stärkeren Kursschwankungen, die gewöhnlich von einem negativen Trend begleitet werden. Parallel zu den Kursverlusten der Technologiewerte erholten sich die Kurse von defensiven Aktien, darunter Versorger und nicht-zyklische, also nur wenig konjunktursensible Konsumwerte wie der Getränkehersteller Coca-Cola. Defensive Titel sind in Zeiten starker Schwankungen gefragt, weil sie aufgrund ihrer gewöhnlich hohen und beständigen Dividenden einen gewissen Schutz vor Kursverlusten bieten.

          Druck auf die Aktien kommt auch von den steigenden Zinsen, die Anlegern im Vergleich zu Aktien eine Rendite mit geringeren Risiken bieten. Die Rendite sicherer amerikanischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren lag zuletzt wieder klar über 3 Prozent. „Die Konjunktur läuft allgemein gut und der Anleihemarkt spiegelt das wider“, sagte Terry Sandven, Marktstratege bei der Vermögensverwaltung des großen regionalen Kreditinstituts U.S. Bank. „Aber das sorgt für mehr Druck auf Aktien.“

          WIRECARD

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          Die jüngsten Kursschwankungen am Aktienmarkt waren allerdings keineswegs dramatisch und auch der Vix liegt mit einem Niveau von zuletzt knapp 17 noch unter seinem langfristigen Durchschnitt. Während der aktuellen Hausse, die seit neuneinhalb Jahren anhält, notierte der Vix im Durchschnitt bei knapp 18. Nachdem das Stimmungsbarometer im Sommer über weite Strecken unter 15 gelegen hatte, kletterte es in den vergangenen Tagen aber kräftig.

          Streit mit China

          Noch am 3. Oktober lag es bei rund 11,5, um bis zum Mittwoch auf knapp 18 anzusteigen. Der Vix bildet die Preise von für Optionskontrakte ab, mit denen sich Anleger gegen Kursverluste wegen unerwarteter Schwankungen im amerikanischen Aktienindex S&P 500 absichern können. Niedrige Vix-Indexstände signalisieren Ruhe und Stabilität an den Märkten. Steigt der Vix, kalkulieren Investoren mit stärkeren Kursausschlägen.

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