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Aktienbörsen : Frischer Optimismus gibt dem Dax Auftrieb

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Angetrieben von Gewinnen an den amerikanischen Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am Montag zur Erholung angesetzt und ging mit einem Plus von 0,75 Prozent auf 5508,85 Punkten aus dem Handel.

          Angetrieben von Kursgewinnen an den amerikanischen Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am Montag zur Erholung angesetzt. Nachdem der Leitindex Dax am vergangenen Montag nach der Bundestagswahl ein neues Jahreshoch markiert hatte und dann den Rest der Woche an Terrain verlor, ging er nun wieder mit einem Plus von 0,75 Prozent auf 5508,85 Punkten aus dem Handel. Der MDax mittelgroßer Werte legte um 1,08 Prozent auf 7069,43 Punkte zu. Der TecDax stieg um 1,60 Prozent auf 731,62 Zähler.

          „Die positive Stimmung kam durch den gut ausgefallenen ISM-Dienstleistungsindex in den Vereinigten Staaten auf“, sagte Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Marktes im marktüblichen Optimimsu. Der Index konnte deutlicher zulegen als erwartet und signalisiere wieder einen leichten Aufschwung in der Dienstleistungsbranche.

          Aufgewärmte Gerüchte sorgen für Kursbewegungen

          Im Fokus am Markt standen unter anderem Autowerte, auch wenn es zum Teil nur wieder aufgewärmte Gerüchte waren, die für Bewegung sorgten. So zählten die Aktien von Volkswagen und MAN zu den Spitzenwerten im Index mit plus 3,97 Prozent auf 113,79 Euro für die VW-Stämme und plus 2,16 Prozent auf 54,84 Euro für die MAN-Titel. Am Markt kursierten erneut Spekulationen, dass VW ein Gebot für den Lastwagenbauer vorlegen könnte, um die Konsolidierung in diesem Segment voranzutreiben. Ein Börsianer sagte dazu allerdings, dass eher ein Angebot von MAN für den schwedischen Wettbewerber Scania zu erwarten sei.

          Die Aktien von BMW und Daimler zählten dagegen zu den schwächsten Werten im Leitindex. Während BMW um 0,17 Prozent auf 31,775 Euro fielen, sanken Daimler um 0,41 Prozent auf 32,650 Euro. Die Pläne der beiden Autobauer zum gemeinsamen Bau von Getrieben sind nach einem Bericht der Branchenzeitung „Automobilwoche“ gescheitert.

          Zur Erholung setzten die Anteilsscheine der Commerzbank mit einem Aufschlag von 1,96 Prozent auf 7,785 Euro an, nachdem sie am Freitag neun Prozent verloren hatten. Die Titel der Deutschen Bank stiegen um 1,70 Prozent auf 50,665 Euro. Der geplante Einstieg bei der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim wird vom deutschen Branchenprimus zügig vorangetrieben. Die Frankfurter streben laut Finanzkreisen die sofortige Mehrheit bei den Luxemburgern an. Zudem erhöhten die Analysten der UBS ihr Ziel für die Papiere von 50 auf 53 Euro.

          An der TecDax-Spitze sprangen die Anteilsscheine von Medigene um 4,44 Prozent auf 5,17 Euro hoch. Das Biotechunternehmen kann sich über ein weiteres Patent für seinen Medikamentenkandidaten EndoTAG freuen und meldete zudem „grünes Licht“ für die Fortsetzung der klinischen Entwicklung des Medikamentenkandidaten RhuDex. Die Aktien des Biotech-Unternehmens Evotec profitieren hingegen davon, dass sie in Kürze wohl wieder in den Technologie-Index aufgenommen werden. Sie gewannen 6,29 Prozent auf 1,86 Euro. Das Software-Unternehmen IDS Scheer will bis Mittwochnacht alle eigenen Aktien der Software AG anbieten, die dabei ist, IDS Scheer zu übernehmen. Dadurch wird der Anteil frei handelbarer IDS-Scheer-Aktien im TecDax unter zehn Prozent fallen und das Unternehmen folglich in Kürze aus dem Index entfernt. Die Evotec-Aktie, die im März 2007 aus dem Index herausgefallen war, gilt unter Index-Experten nun als Favorit für eine erneute Aufnahme.

          Deutsche Anleihen: Etwas fester - amerikanische Vorgaben stützen

          Die deutschen Anleihen haben am Montag im Nachmittagshandel etwas fester notiert. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,03 Prozent auf 122,70 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,120 Prozent.

          Der deutsche Anleihemarkt war zunächst noch mit Kursverlusten in den Handel gegangen. Die Kursgewinne am amerikanische Anleihemarkt hätten jedoch auch die deutschen Anleihen ins Plus drehen lassen, sagten Händler. Die Preis-Unterkomponente beim amerikanischen Einkaufsmanagerindex ISM signalisiere einen schwachen Inflationsdruck. Im September war die Preiskomponente von 63,1 Punkten im Vormonat auf 48,8 Punkte gesunken. Der Gesamtindex signalisierte hingegen erstmals seit Mai wieder ein Wachstum im Dienstleistungssektor.

          Ölpreise weiter gefallen

          Die Ölpreise sind am Montag im Nachmittagshandel weiter ins Minus gerutscht. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November kostete 68,33 amerikanische Dollar. Das sind 1,62 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November fiel um 2,00 Cent auf 66,07 Dollar.

          Vor allem Sorgen um die konjunkturelle Erholung in den Vereinigten Staaten belasteten die Ölpreise, sagten Händler. So hatte am Freitag der amerikanische Arbeitsmarktbericht den Markt enttäuscht. Sollten sich bei den Konjunkturdaten weitere Enttäuschungen kommen, dann dürften auch die Ölpreise unter Druck geraten. Zudem seien die weltpolitischen Risiken wie der Konflikt um das Atomprogramm des Iran und Unruhen in Nigeria etwas in den Hintergrund getreten.

          Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) lag nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag am Freitag im Durchschnitt bei 67,15 Dollar pro Barrel. Das waren 55 Cent weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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