https://www.faz.net/-gv6-14g9x

Aktienbörsen : Finanzwerte ziehen den Dax ins Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Kursverluste bei Finanzwerten haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag belastet. Der Dax ging 0,7 Prozent tiefer bei 5663 Punkten ins Wochenende und hat damit auf Wochensicht 0,4 Prozent eingebüßt.

          3 Min.

          Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag uneinheitlich ins Wochenende gegangen. Während die Standardwerte unter Verlusten an der Wall Street litten, sorgten bei den Technologiewerten deutliche Kursgewinne beim Photovoltaikunternehmen SMA Solar für bessere Laune. Der Dax sank am Ende um 0,68 Prozent auf 5.663,15 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 0,42 Prozent. Für den MDax ging es am Freitag um 0,77 Prozent auf 7.149,85 Zähler nach unten. Der TecDax legte zum Wochenschluss um 0,15 Prozent auf 761,84 Punkte zu.

          Nach überraschend schlechten Quartalszahlen des Computerherstellers Dell haben die amerikanischen Börsen am Freitag Verluste verzeichnet. Den dritten Tag in Folge ging die Wall Street mit Abschlägen aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 10.318 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,3 Prozent auf 1091 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent ein und ging bei 2146 Punkten aus dem Handel. Der Dax in Frankfurt verzeichnete einen Abschlag von 0,7 Prozent auf 5663 Stellen.

          Analyst Bernd Schimmer von der Hamburger Sparkasse begründete die Abschläge im Leitindex Dax mit anhaltenden Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen. Auch die verhaltene Stimmung an der Börse in New York habe belastet. Dort herrsche weiterhin Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, sagten Marktbeobachter. Andere Händler nannten Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Belastungsfaktor. „Ich hoffe, dass niemand glaubt, wir hätten die Krise schon überstanden“, sagte der Minister auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt. Zudem stellte er klar, dass die Eigenkapitalanforderungen an die Banken steigen werden.

          Banken führen die Verliererliste mit an

          Bankaktien gehörten entsprechend zu den größten Verlierern. Am Dax-Ende büßten Commerzbank 3,74 Prozent auf 6,555 Euro ein. Deutsche-Bank-Titel verbilligten sich um 2,71 Prozent auf 49,06 Euro. Hier sorgten laut Händlern zusätzlich Medienberichte für Druck, denen zufolge die Ratingagentur Moody's wegen gewisser Schwächen des Kreditprofils der führenden deutschen Bank eine Senkung ihres derzeitigen Langfristratings „Aa1“ prüft. Dass die Deutsche Bank für Teile von ABN Amro, die sie kaufen will, einen größeren Teil der Risiken übernimmt als ursprünglich geplant, stieß bei den Analysten von Merck Finck auf ein verhaltenes Echo. Im MDax fielen Aareal-Bank-Titel mit minus 3,39 Prozent auf 13,67 Euro auf den vorletzten Platz zurück.

          Ferner verbilligten sich die Papiere von Infineon um 3,42 Prozent auf 3,105 Euro. Der jüngste Ausblick des Halbleiterherstellers sei eher zurückhaltend ausgefallen, schrieben die Analysten der Deutschen Bank und senkten ihr Kursziel.

          Merck-Aktie steckt Krebsmittel-Rückschlag weg

          Papiere der Merck KGaA erholten sich von ihren im Handelsverlauf erlittenen Verlusten und stiegen um 0,30 Prozent auf 64,23 Euro. Wie der Pharmakonzern bereits am Vortag während des späten Xetra-Handels mitgeteilt hatte, gab es für das Krebsmittel Erbitux einen erneuten Rückschlag. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA (European Medicines Agency) habe sich gegen den Einsatz des Medikaments bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs ausgesprochen. Ein negativer Analystenkommentar der Citigroup hatte die Papiere im frühen Handel am Freitag zunächst weiter unter Druck gesetzt. Nicht alle Experten äußerten sich jedoch skeptisch. Alexandra Hauber von JPMorgan etwa hält jetzt einige Umstrukturierungen im Onkologiebereich für möglich, die positive Impulse haben könnten.

          An der Dax-Spitze gaben die Anleger für Titel von K+S 2,41 Prozent mehr aus und bezahlten 40,40 Euro. Die Investoren hofften auf eine wieder anziehende Branchenkonjunktur, begründeten Börsianer die Kursgewinne bei den Titeln des Düngemittelherstellers.

          Aktien von Vossloh gewannen im MDax 2,71 Prozent auf 66,35 Euro. Die Deutsche Bahn steht vor dem Abschluss eines milliardenschweren Großauftrags im Golf-Emirat Katar. Anleger spekulieren Händlern zufolge nun, dass auch der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh von dem Projekt profitiert.

          Aktie von SMA Solar nach Empfehlung weiter auf dem Vormarsch

          Im TecDax setzten SMA Solar, die mit plus 6,01 Prozent auf 85,59 Euro abermals an der Spitze standen, ihren Rekordkurs fort. Goldman Sachs hatte die Papiere des Herstellers von Solar-Wechselrichtern auf ihre „Conviction Buy List“ gehoben und das Kursziel massiv von 85 auf 130 Euro erhöht. Der Markt habe das Volumenwachstum im Solarsektor in 2010/11 sowie die Nachhaltigkeit der Spitzenmargen von SMA noch nicht richtig eingepreist, meinte Analyst Stephen Benson.

          Titel des SDax-Neulings Villeroy & Boch notierten unverändert bei 6,09 Euro. Die Aktien des Porzellanherstellers sind am letzten Handelstag der Woche für die Papiere der Vermögensberatung OVB Holding in den Index der kleinen Werte aufgerückt. Der Streubesitzanteil des bisherigen SDax-Mitglieds OVB liege unter der Mindestgrenze von zehn Prozent, die Titel erfüllten somit nicht mehr die Voraussetzungen für einen Verbleib im Index, hatte die Deutsche Börse am Mittwoch mitgeteilt. OVB-Papiere schlossen ebenfalls unverändert bei 34,00 Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.