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Aktienbörsen : Dax startet schwungvoll in die neue Woche

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Der Dax legte 2,4 Prozent auf 5801 Punkte zu und machte damit die Verluste seit Montag voriger Woche wieder wett. Händler beklagten aber das geringe Geschäftsvolumen.

          Nach einer unspektakulären Vorwoche hat der deutsche Aktienmarkt am Montag mit deutlichen Gewinnen für Freude unter den Anlegern gesorgt. Der Dax baute dank einer freundlichen Wall Street und guter Daten vom amerikanischen Häusermarkt seine Gewinne aus und schloss 2,44 Prozent höher bei 5.801,48 Zählern. Damit näherte er sich wieder etwas seinem bisherigen Jahreshoch bei 5.888,21 Zählern. Der MDax rückte um 3,09 Prozent auf 7.370,57 Punkte vor und für den TecDax ging es um 2,28 Prozent auf 779,21 Zähler hoch.

          „Das Zauberwort, das die Märkte zum Wochenstart antrieb, heißt 'Jahresendrally', von dem viele Analysten bereits seit Tagen gesprochen haben“, kommentierte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets. „Reagierte der Markt in der letzten Woche teilweise noch sehr skeptisch, folgte heute das Umdenken.“ Aussagen eines Mitglieds der amerikanischen Notenbank Fed, nach denen diese ihr Ankaufprogramm für Anleihen beibehalten solle, nützten insbesondere Banktiteln, und die gut ausgefallenen europäischen Einkaufsmanagerindizes hätten die Anleger bestätigt. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank hieb in die gleiche Kerbe: „Auch der Zweifler muss festzustellen, dass sich die Konjunkturdaten stabilisieren.“ Dies stütze neben der vorhandenen Liquidität als Treiber die Aktienmärkte auch fundamental. Portfoliomanager, die zu gering in Aktien investiert seien, gerieten deshalb ihren Kunden gegenüber unter Rechtfertigungsdruck.

          Rücktritt des Vorstandschefs bringt MAN in den Fokus

          Für einen Paukenschlag sorgte die Nachricht, dass der Chef des Nutzfahrzeugkonzerns MAN , Hakan Samuelsson, das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlässt. Dem Vernehmen nach übernimmt er die politische Verantwortung für die Schmiergeldaffäre, mit der MAN seit Mai kämpft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München stellte klar, dass nicht gegen Samuelsson ermittelt werde. Hauptgrund für den Rücktritt dürften laut Händlern vor allem die Pläne von Großaktionär Volkswagen (VW) sein. „Wahrscheinlich stand Samuelsson einer beschleunigten Übernahme im Weg“, mutmaßte einer. „Der Rücktritt ist negativ für MAN, weil Samuelsson ein exzellenter Manager war“, gab ein anderer zu bedenken. Die Titel schossen zunächst bis auf 62,44 Euro hoch - dann setzte Ernüchterung ein, welche die Aktie letztlich nur noch 0,30 Prozent höher bei 59,70 Euro schließen ließ. Sie gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax.

          Aktien deutscher Finanzinstitute wie die der Deutschen Bank, Commerzbank und Aareal Bank gehörten zu den gefragtesten Werten. Deutsche Bank gewannen 3,85 Prozent auf 50,950 Euro hinzu, Commerzbank verteuerten sich um 1,68 Prozent auf 6,665 Euro und Aareal verteuerten sich an der MDax-Spitze gar um 7,53 Prozent auf 14,70 Euro. Ein Händler verwies auf Aussagen von James Bullard, einem Mitglied der US-Notenbank Fed. Seiner Meinung nach sollte die Notenbank ihr Anleihe-Ankaufprogramm über das bislang geplante Datum hinweg beibehalten, da es den Politikern mehr Flexibilität gebe, um die Wirtschaftserholung voranzutreiben. Das stütze Bank-Aktien, sagte der Börsianer.

          Einstieg von Erwin Müller beflügelt Douglas-Aktie

          Darüber hinaus verbuchten im Nebenwertesegment MDax Douglas und Vossloh deutliche Kursgewinne. Douglas sprangen um 5,53 Prozent auf 32,85 Euro in die Höhe und damit auf den höchsten Stand seit Januar. Der Drogeriemarkt-Unternehmer Erwin Müller ist mit einem kleinen Anteil beim Handelskonzern eingestiegen. Douglas-Vorstandschef Henning Kreke bestätigte am Montag einen Bericht des „Focus“, wonach Müller drei Prozent an Douglas halte. Die Schweizer Privatbank Sarasin & Cie. habe außerdem in den vergangenen Monaten weitere gut 14 Prozent erworben, die Müller ebenfalls kaufen wolle, hieß es im „Focus“. Sarasin & Cie. dementierte aber, heimlich weitere Douglas-Aktien für Müller gekauft zu haben. Die Privatbank habe zwar im Sommer ihren Anteil auf 10,8 Prozent der Stimmrechte an Douglas ausgebaut, der Aktienkauf sei aber weder heimlich noch im Auftrag von Müller oder eines Dritten erfolgt, sagte ein Sprecher am Morgen.

          Vossloh weiter im Aufwind

          Vossloh verteuerten sich um 6,96 Prozent auf 70,97 Euro und knüpften damit an die Tendenz aus dem späten Freitagshandel an. Die Deutsche Bahn beteiligt sich am Aufbau eines milliardenteuren Schienensystems im Emirat Katar und fasst damit erstmals Fuß im aufstrebenden Markt am Persischen Golf. Für die Projekte, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, investiert Katar insgesamt rund 17 Milliarden Euro. Analyst Holger Schmidt von Equinet sieht den Verkehrstechnik-Konzern gut positioniert, um als Zulieferer von diesem Projekt zu profitieren. Zudem ergäben sich daraus weitere Möglichkeiten für andere Megaprojekte in den kommenden Jahren. Weitere Experten wie Markus Turnwald von der DZ Bank äußerten sich ebenfalls positiv. Bei Hochtief wirkte einerseits eine Hochstufung von Freitag nach und andererseits ein Auftrag für die australische Tochter Leighton - die Aktie gewann 4,28 Prozent auf 57,00 Euro.

          Solarwerte wie Manz Automation, Roth & Rau und Centrotherm Photovoltaics profitierten laut Händlereinschätzung von einem Bericht der „Welt“. Manz stiegen um 6,18 Prozent auf 53,25 Euro, Roth & Rau um 4,80 Prozent auf 25,99 Euro und Centrotherm verteuerten sich an der TecDax-Spitze um 7,05 Prozent auf 37,20 Euro. Wie das Blatt berichtet, drängen chinesische Solarunternehmen wie Yingli mit ihren günstigeren Modulen auf den deutschen Markt. Dabei will Yingli mit einer TÜV-Plakette punkten. Für Anlagenbauer wie die drei genannten sei die Nachricht indes positiv, da die Nachfrage nach Anlagen weiter steigen dürfte, sagte der Börsianer.

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