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Aktienbörsen : Dax schließt im Plus

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Bild: F.A.Z.

Nach zwei Tagen mit Kursverlusten hat der Dax zum Abschluss der Börsenwoche wieder zugelegt. Unterstützung erhielt er dabei von der angehobenen Geschäftsprognose des weltgrößten Chip-Herstellers Intel. Der deutsche Leitindex beendete den Handel 0,9 Prozent höher bei 5517 Punkten.

          Am deutschen Aktienmarkt ist die Woche am Freitag freundlich ausgeklungen. Der Dax ließ sich von Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten nur leicht erschüttern und schloss mit plus 0,86 Prozent auf 5.517,35 Zähler. Im Wochenverlauf legte er rund ein Prozent zu. Der MDax beendete den Freitag mit plus 1,83 Prozent auf 6.850,23 Punkten und für den TecDax ging es um 1,05 Prozent auf 705,03 Zähler hoch.

          Für einen kleinen Dämpfer sorgten am späten Nachmittag noch die Daten zum Konsumklima der Uni Michigan - der Index fiel auf ein Vier-Monatstief. Allerdings fiel der Rückgang dabei nicht so stark aus wie befürchtet. „Kurzfristig wurde hier mehr erwartet, weil auch die anderen Indikatoren nach oben überrascht haben. Allerdings hält sich der Markt noch recht stabil“, kommentierte Robert Halver, Kapitalmarktexperte von der Baader Bank. Aktienhändler Stefan de Schutter fasste denn auch die Stimmung positiv zusammen: „Derzeit steht einfach zu viel Kapital an der Seitenlinie, die Anleger sind unterinvestiert und nutzen jeden noch so kleinen Rücksetzer zum Einstieg“.

          Commerzbank-Aktien an Dax-Spitze

          Aktien der Commerzbank beendeten den Handelstag mit plus 7,23 Prozent auf 6,525 Euro an der Dax-Spitze. Damit verteidigten die Titel ihre Gewinne hartnäckig, obwohl zwischenzeitliche Gerüchte, der Staat wolle seinen Anteil über eine Wandelanleihe reduzieren, bereits dementiert wurden. Händler hielten einen solchen Schritt vor der Bundestagswahl für unwahrscheinlich, wenn auch für einen eleganten Weg.

          Für Titel von Beiersdorf ging es dank erfreulicher Halbjahreszahlen des Konkurrenten L'Oreal um 2,90 Prozent auf 36,24 Euro nach oben. Aktien von MAN gewannen nach einem Pressebericht 2,65 Prozent auf 53,88 Euro. Der Lastwagenhersteller verschärft laut der Tageszeitung „Die Welt“ seinen Sparkurs. So sollen im Nutzfahrzeugsegment die Verwaltungskosten um ein Fünftel gesenkt werden, wie die Zeitung berichtet. „Aufgrund der aktuellen Marktlage ist ein verschärfter Sparkurs keine Überraschung“, sagte ein Analyst. Das Kursplus der MAN-Aktie erklärte er daher eher mit der anhaltenden Nachfrage bei zyklischen Werten.

          Am Nachmittag sorgte Intel mit einer angehobenen Umsatzprognose nochmals für Bewegung im Halbleitersektor. So kletterten Aktien von Infineon Technologies um 4,16 Prozent auf 3,505 Euro. Für die Papiere von Wacker Chemie ging es um 7,09 Prozent auf 87,51 Euro hoch ­ der Chemiekonzern dürfte Händlern zufolge über seine Siltronic-Sparte profitieren.

          Der EuroStoxx50 stieg um 0,94 Prozent auf 2803,65 Zähler. Auch in Paris und London verbuchten die Börsen Gewinne. In den Vereinigten Staaten schwächelte der Dow Jones zum Handelsschluss in Europa und gab um 0,4 Prozent nach. Die Nasdaq-Indizes hielten sich hingegen dank der höheren Prognose von Intel mit rund 0,3 Prozent im Plus.

          Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,04 (Vortag: 3,01) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,15 Prozent auf 122,28 Punkte. Der Bund Future verlor 0,10 Prozent auf 122,58 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4364 (1,4268) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6962 (0,7009) Euro.

          Schwaches Verbrauchervertrauen belastet amerikanische Börsen

          Schwache Daten zum amerikanischen Verbrauchervertrauen haben die New Yorker Börsen am Freitag belastet. Das Vertrauen der Konsumenten in die wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten fiel im August auf den tiefsten Stand seit April. Dem Abwärtssog konnte sich auch der technologielastige Nasdaq-Index nicht entziehen. Zu Handelsbeginn hatte ein optimistischer Ausblick des Chipherstellers Intel und die unerwartet gute Zahlen des weltweit zweitgrößten Computerherstellers Dell noch für Gewinne gesorgt. Auch solide Daten zu den Verbraucherausgaben spielten am Markt nur eine Nebenrolle.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor bis zum Mittag in New York 0,8 Prozent auf 9502 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,7 Prozent auf 1023 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 0,3 Prozent auf 2020 Punkte.

          Mit einem rigiden Sparkurs und einem Verzicht auf Rabattschlachten hat sich Dell zuletzt unerwartet gut in der Krise geschlagen. Zum Entzücken der Börsianer blickte der Konzern bei der Vorlage seiner Bilanzzahlen am Donnerstagabend zudem zuversichtlich in die Zukunft. Die Papiere legten um rund drei Prozent zu, nachdem sie bereits am Donnerstag auf die kurz vor Börsenschluss vorgelegten Zahlen mit einen Kurssprung von sieben Prozent reagiert hatten. „Investoren haben auf eine Erholung im Technologiesektor spekuliert, und die Dell-Zahlen deuten an, dass sie damit richtig liegen“, erläuterte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services.

          Intel erhöhte seine Umsatz- und Gewinnprognose. Die Anteilsscheine des Chipherstellers legten um 4,3 Prozent zu. Die Apple-Aktie gewann 0,5 Prozent, nachdem der Konzern eine Einigung zum Verkauf seines Kassenschlagers iPhone in China vermelden konnte. Der Mobilfunkmarkt in China ist mit rund 700 Millionen Handy-Kunden der größte der Welt.

          Dank der staatlichen Abwrackprämie haben die amerikanischen Amerikaner im Juli wie erwartet mehr Geld ausgegeben. Die Konsumausgaben stiegen um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dagegen fiel das Verbrauchervertrauen im August auf 65,7 Punkte von 66,0 Zählern im Vormonat.

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