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Aktienbörsen : Dax schließt dritten Tag in Folge tiefer

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Schwache Industrie- und Immobiliendaten aus Amerika haben dem Dax am Freitag ein Minus von 0,4 Prozent beschert. Auch auf Wochensicht steht ein Minus von 2,15 Prozent zu Buche.

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          Am letzten Handelstag vor der Bundestagswahl hat der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten geschlossen. Händler verwiesen auf teils enttäuschende Konjunkturdaten aus Amerika und auf die Zurückhaltung der Investoren vor der am Sonntag stattfindenden Wahl.

          Der Dax verlor 0,42 Prozent auf 5.581,41 Punkte. Damit ist der Leitindex wieder knapp 200 Punkte von seinem Ende letzter Woche erzielten Jahreshoch entfernt. Auf Wochensicht verlor er 2,15 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,76 Prozent nach unten auf 7.151,11 Punkte, der TecDax fiel um 0,98 Prozent auf 738,74 Zähler.

          Börsianer hoffen mehrheitlich auf Sieg von Union und FDP

          Einerseits fiel das von der Uni Michigan ermittelte Konsumklima deutlich besser aus als zuvor berechnet. Andererseits enttäuschten die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter genauso wie der magere Anstieg der Neubauverkäufe. „Die Investoren reagierten am Freitag mit Zurückhaltung im Hinblick auf die Bundestagswahl am Sonntag und stiegen nur zögerlich in die Märkte ein“, sagte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets.

          Der Ausgang der Bundestagswahl am Sonntag wird zu Beginn der kommenden Börsenwoche voraussichtlich das wichtigste Gesprächsthema auf dem Parkett sein. Am Aktienmarkt werde auf einen Sieg von Union und FDP gesetzt, sagten Börsianer. Kurz vor der Wahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen politischen Lager ab. Viele Anleger hoffen auf einen Sieg von Union und FDP, weil sie von diesem Bündnis ein besseres Umfeld für die wirtschaftliche Entwicklung erwarten. „Jüngste Umfragen, nach denen es für eine schwarz-gelbe Mehrheit knapp werden könnte, sorgen für Verunsicherung und bescheidenen Umsatz auf dem Parkett“, sagte Rohles.

          Beiersdorf bester Wert im Dax und Wacker Chemie im MDax

          Unter den Einzelwerten gerieten Stahl- und Finanztitel unter Druck. ThyssenKrupp verloren 3,10 Prozent auf 23,16 Euro, Salzgitter sackten um 1,97 Prozent auf 67,77 Euro. MAN verloren knapp vier Prozent, Lufthansa fielen um drei Prozent. Commerzbank gaben um 0,83 Prozent auf 8,315 Euro nach, Deutsche Bank verloren 0,10 Prozent auf 51,78 Euro. Postbank sanken im MDax um 1,56 Prozent auf 23,99 Euro. Börsianer verwiesen als Belastung auf die geplante Kapitalerhöhung bei der japanischen Bank Nomura.

          Papiere von Beiersdorf und Henkel profitierten derweil von dem überraschend gut ausgefallenen Konsumklimaindex und einer Hochstufung durch die Deutsche Bank. Die Titel des Düsseldorfer Persil-Produzenten Henkel stiegen um 1,93 Prozent auf 28,51 Euro. Die Papiere des Hamburger Nivea-Herstellers Beiersdorf
          verzeichneten ein Plus von 2,24 Prozent auf 39,23 Euro und stiegen damit an die Dax-Spitze. Im Kielwasser der positiven Nachrichten stiegen die Titel des Sportartikelherstellers Adidas um 1,41 Prozent auf 36,00 Euro. Die Finanzkrise scheine eine Art „Jetzt erst recht!“-Mentalität ausgelöst zu haben, sagte ein Händler mit Blick auf den überraschend gut ausgefallenen Konsumklimaindex.

          Im MDax waren die Titel von Wacker Chemie mit einem Aufschlag von 3,88 Prozent auf 104,89 Euro der Favorit. Die Ertragslage des Chemiekonzerns könne sich schneller erholen als bisher von ihm und vom Markt erwartet, schrieb Analyst Wesley Brooks von Morgan Stanley in einer Studie.

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