https://www.faz.net/-gv6-145u4

Aktienbörsen : Dax schließt auf neuem Jahreshoch

  • Aktualisiert am

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Mittwoch so hoch geklettert wie nie zuvor in diesem Jahr. Sowohl der EuroStoxx 50 als auch die Indizes in London und Paris schlossen jeweils auf dem höchsten Stand 2009. Händler verweisen auf die steigenden Kurse in den Vereinigten Staaten , die auch die Kauflaune der europäischen Investoren angekurbelt hätten. Auch sei die Suche der Anleger nach attraktiven Investments einer der Gründe für die steigenden Kurse in den vergangenen Tagen.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,23 Prozent auf 2.820,58 Punkte. Der Pariser CAC-40-Index stieg um 1,28 Prozent auf 3.707,69 Zähler. In London rückte der FTSE 100 um 1,05 Prozent auf 4.999,23 Zähler vor.

Risikofreude treibt Euro auf immer neue Rekordstände

Der rasante Anstieg des Euro zum Dollar hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung ist im Tageshoch auf 1,4601 Dollar gestiegen. Gegen 17.45 Uhr MESZ kostet der Euro 1,4577 Dollar. „Der Druck auf den Dollar hat sich seit Wochenbeginn verstärkt. Der Dollar-Index ist auf den niedrigsten Stand seit Ende 2008 gefallen“, merkt Todd Elmer von der Citigroup an.

Der Dollar-Index bildet den amerikanische Dollar gegen einen Korb aus den sechs Währungen Euro, Yen, Pfund Sterling, Kanada-Dollar, Schweden-Krone und Schweizer Franken ab. Auch zum Yen, Schweizer Franken und Pfund Sterling hat der Greenback an Boden verloren. Zum Schweizer Franken ist der Dollar auf den niedrigsten Stand seit Ende Dezember 2008 gefallen.

Die zunehmende Risikoneigung von Investoren drücke sich auch in steigenden Rohstoffpreisen aus und dürfte laut Elmer auch den Währungen der Rohstoffproduzenten zugute kommen. Der Stratege rechnet folglich mit Kursgewinnen auch des australischen und kanadischen Dollar und der norwegischen Krone gegen die amerikanische Währung.

„Die Bewegung scheint in der Tat von einem zunehmenden Risiko-Appetit der Investoren getrieben zu sein“, meint der Währungsstratege. Hinzu komme, dass langfristig orientierte Investoren in den großen Währungspaaren noch immer deutlich unterinvestiert seien. „Das lässt auf reichlich Munition schließen, die noch immer an der Seitenlinie lauert, was eine Ausweitung der aktuellen Trends befeuern könnte“, prognostiziert Elmer für den Fall, dass diese Investoren in die aktuellen Trends am Devisenmarkt hineininvestieren.

Die Experten der Commerzbank sehen sowohl hinter dem Euro-Anstieg als auch dem Anstieg des Goldpreises auf über 1.000 Dollar die Diversifikation der chinesischen Währungsreserven hin zum Gold. Der Anstieg des Goldpreises über die 1.000-Dollar-Marke werde am Markt als negatives Signal für den Dollar interpretiert, dessen Rolle als Reservewährung in Frage gestellt werde. Diese Logik sei aber durchaus fragwürdig, so die Experten, denn China werde nur in der Lage sein, einen sehr kleinen Teil seiner auf 2,13 Milliarden Dollar geschätzten Reserven kurzfristig in Gold anzulegen ohne den Goldmarkt in Unruhe zu versetzen.

Aktien als Barometer für die Risikofreude von Anlegern tendieren fest. Der Dax ist mit 5.578 Zählern auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Der europäische Benchmark-Index Euro-Stoxx-50 hat mit 2.819 Punkten das bisherige Jahreshoch vom 28. August nur um 12 Punkte verpasst. Auch an Wall Street handeln die großen Leitindizes nur knapp unter ihren Höchstständen vom 28. August.

Aus technischer Sicht liegen Hürden für den Euro zum Dollar laut der Landesbank Baden-Württemberg bei 1,4660 Dollar und darüber bei knapp 1,48 Dollar. Die Bank schreibt in einem Marktkommentar von einem „attraktiven Chance-Risiko-Profil auf der Longseite“. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag mit 999,50 Dollar festgestellt nach einem Fixing am Vormittag von 995,75 Dollar. Die Risikofreude der Anleger drückte Händlern zufolge gleichzeitig auf die Kurse der Staatsanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future notierte 63 Ticks niedriger bei 120,55 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,342
Prozent nach 3,287 Prozent am Vortag.

Weitere Themen

Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

Börse : Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

Der Handelsstreit drückt die Aktienkurse und die Renditen sicherer Anleihen auf Rekordtiefs. Wie es an den Finanzmärkten weiter geht, könnte sich auch an der wichtigen Dax-Marke von 11.500 Punkten entscheiden.

Topmeldungen

Rentenangleichung : Das Märchen von der Armut

Bald werden die Renten im Osten denen im Westen gleichgestellt sein. Manchen gilt das als Vollendung der deutschen Einheit. Es hat aber auch seine Tücken.

Vegane Ernährung : Arbeit ohne Heiligenschein

Immer mehr vegane und vegetarische Lebensmittel kommen auf den Markt. Um sie herum gibt es jede Menge Berufe. Wie ideologisch muss man sein, um in der Branche klarzukommen?

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.