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Technische Aktienanalyse : Wachstum aus „Good old Europe“

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Aus mittelfristiger, technischer Sicht war Nestlé nach den Investment-Kaufsi­gnalen im Jahr 2019 in einer Aufwärtsbeschleunigung bis auf 113,20 Schweizer Franken (September 2019; neue Widerstandszone) gelaufen. Danach folgte unterhalb dieser Zone eine Seitwärtspendelbewegung und damit eine relative Schwäche parallel zur Gesamtmarkterholung. Diese Seitwärtspendelbewegung hatte einen trendbestätigenden Charakter (nach oben). Zuletzt ist Nestlé mit einem neuen Investment-Kaufsignal aus dieser Konsolidierung herausgelaufen, so dass der Schweizer Konzern seine technische Klettertour und seine Neubewertung wiederaufgenommen hat. Da das nächste, mittelfristige technische Etappenziel bei 125 Schweizer Franken liegen sollte und Nestlé darüber hinaus eine erwartete (Brutto-)Jahresdividendenrendite von knapp 2,4 Prozent bietet, bleibt der Titel ein defensiver technischer (Zu-)Kauf.

Deutsche Telekom etablierte mittelfristigen Hausse-Trend

Die Aktie der Deutschen Telekom hat sich in den letzten Jahren auch zu den defensiven technischen Wachstumsaktien entwickelt, wozu neben der Konzernstrategie in Europa auch und besonders die Geschäftserfolge von T-Mobile USA beitragen. Inzwischen ist die Deutsche Telekom im europäischen Telekom-Sektorindex Stoxx Telecommunications, in dem zurzeit 20 Telekom- und Telekomzulieferer aus dem Stoxx 600 zusammengefasst sind, basierend auf der Marktkapitalisierung im Streubesitz zum führenden Sektortitel (Sektorposition 1; Sektorindexanteil bei 18,3 Prozent) geworden. Aus technischer Sicht hatte der Kursaufschwung in den Jahren von 2012 bis 2015/2016 die Aktie der Deutschen Telekom bis auf Kurse um 18,10 Euro geführt. In den Folgejahren etablierte der Titel unterhalb der gestaffelten Widerstandszone von 17,80 Euro bis 18,10 Euro eine sechsjährige Seitwärtspendelbewegung mit einer leicht negativen Ausrichtung. Hier enthalten ist der während der Corona-Baisse (Februar/März 2020) enthaltene Kurseinbruch und der technische Ausverkauf bis auf 10,40 Euro. Seitdem ist der Titel nach oben umgeschlagen und hat einen neuen mittelfristigen Hausse-Trend (Trendlinie bei 15,50 Euro) etabliert.

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Mithilfe von mehreren (Investment-)Kaufsignalen war der Titel zuletzt in diese gestaffelte, mehrjährige Widerstandszone gelaufen. Wegen der ansprechenden technischen Gesamtverfassung arbeitet die Aktie am Sprung über diese sechsjährige Widerstandszone nach oben. Hinzu kommt, dass unter anderem wegen der erwarteten Umsatz- und Cashflow-Entwicklung bei der amerikanischen Tochtergesellschaft für die Folgejahre noch Spielraum nach oben für die zukünftige – zunächst als Mindest-Brutto-Jahresdividende von 0,60 Euro (aktuelle Brutto-Jahresdividendenrendite von 3,4 Prozent) angekündigte – Dividende der Deutschen Telekom bestehen sollte. Angesichts dieser Gesamtlage deutet sich für die Aktie ein mittelfristiges technisches Etappenziel von 20 Euro an.

Damit ist bei der Deutschen Telekom eine technische Doppelstrategie interessant. Zunächst Aufbau einer (Anfangs-)Position auf dem aktuellen Kursniveau. Kommt es in den nächsten Wochen zu einem weiteren Investment-Kaufsignal (nachhaltiges Verlassen der Seitwärtspendelbewegung nach oben; würde bei Kursen über 18,40 Euro vorliegen), sollte die Position deutlich ausgebaut werden.

Der Autor leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research der Commerzbank.

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