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Zusammenschluss mit Metro PCS : T-Mobile US an der Börse

Die Händler an Wall Street können jetzt auch Aktien von T-Mobile US handeln. Bild: dpa

Die Deutsche Telekom hat ihre amerikanische Mobilfunk-Tochtergesellschaft mit dem Konkurrenten Metro PCS zusammengeschlossen. So hofft sie auf neue Kunden. Seit heute wird das Unternehmen an der Börse gehandelt.

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          Die amerikanische Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom ist jetzt ein börsennotiertes Unternehmen. Am Mittwoch verkündete die Telekom, dass der Zusammenschluss von T-Mobile USA mit dem Wettbewerber Metro PCS vollzogen wurde. Das kombinierte Unternehmen heißt nun T-Mobile US, Inc., der Handel an der New York Stock Exchange unter dem neuen Börsenkürzel „TMUS“ wurde am Mittwoch aufgenommen. Der Kurs betrug zunächst 16,25 Dollar und legte im weiteren Verlauf auf 16,55 Dollar zu.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Telekom hatte den Zusammenschluss mit Metro PCS im vergangenen Oktober angekündigt. Damals wurde vereinbart, dass die Deutschen ihr amerikanisches Tochterunternehmen in die börsennotierte Metro PCS einbringen und an dieser Gesellschaft einen Anteil von 74 Prozent halten. Die Aktionäre von Metro PCS sollten 26 Prozent halten und außerdem 1,5 Milliarden Dollar in bar bekommen.

          Weniger Schulden für das gemeinsame Unternehmen

          Das Vorhaben stand zwischenzeitlich auf der Kippe, weil einige Großaktionäre von Metro PCS mit den Konditionen unzufrieden waren. Vor wenigen Wochen besserte die Telekom nach, indem die Schuldenlast für das kombinierte Unternehmen reduziert wurde. An den vereinbarten Anteilen sowie der Barzahlung wurde nichts geändert. Die Aktionäre von Metro PCS stimmten der Transaktion in der vergangenen Woche zu. Die kombinierte Gesellschaft wird von John Legere geführt, der auch bislang schon Vorstandsvorsitzender von T-Mobile war. Dem Verwaltungsrat wird Timotheus Höttges vorsitzen, der Finanzvorstand und künftige Vorstandschef der Deutschen Telekom.

          T-Mobile bleibt auch nach der Fusion die Nummer vier auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Beide Unternehmen hatten zusammen zuletzt 43 Millionen Kunden, wie es in der Mitteilung vom Mittwoch hieß. Die beiden Marktführer Verizon und AT&T haben jeweils deutlich mehr als 100 Millionen Abonnenten, an dritter Stelle steht Sprint Nextel mit 56 Millionen Kunden. Sprint Nextel ist derzeit Gegenstand eines Übernahmekampfes. Der japanische Softbank-Konzern hat im vergangenen Herbst den Kauf eines 70-Prozent-Anteils an Sprint vereinbart, vor zwei Wochen machte allerdings der amerikanische Satellitenfernsehanbieter Dish ein konkurrierendes Angebot.

          Zusammen mit dem neuen Partner hofft T-Mobile, den Kundenschwund zu stoppen. Vor allem lukrative Vertragskunden wanderten ab, weil sie mit dem Netz unzufrieden waren und weil T-Mobile lange das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte. Seit wenigen Wochen gibt es das iPhone bei T-Mobile. Außerdem kündigte T-Mobile ein verändertes Gebührenmodell an.

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