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Modeversender : Zalando schickt sich zum Börsengang an

Mit Paketen wie diesem setzt Zalando Milliarden um. Bild: dpa

Gerüchte um einen Börsengang des Modeversands Zalando gibt es schon lange. Jetzt hat das Unternehmen dazu Banken beauftragt.

          Seit einiger Zeit gehören Spekulationen um einen Börsengang für den Berliner Modeversender Zalando zum täglichen Geschäft wie der quietschorange Unternehmensname auf den Paketen, die das Unternehmen versendet. Nach Informationen der F.A.Z. hat der Berliner Modehändler inzwischen Investmentbanken beauftragt. So soll die Schweizer Großbank Credit Suisse zum Konsortialkreis gehören, auch über Morgan Stanley und Goldman Sachs wird am Markt spekuliert.

          „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen und kommentieren diese nicht“, teilte ein Zalando-Sprecher auf Anfrage der F.A.Z. mit.  Man konzentriere sich auf das, was für die Firma am besten sei: das laufende Geschäft, um damit ein langfristig und erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. „Wir schauen uns ständig alle Optionen für die weitere Zukunft des Unternehmens an und dies beinhaltet auch einen Börsengang.“ Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ berichtet, dass das Zalando-Management den Börsengang beschlossen habe.

          Geht Zalando tatsächlich an die Börse, kann es bisher vor allem eine Wachstumsgeschichte vorweisen: Vor gut fünf Jahren aus einem Berliner Keller heraus gestartet, hat Zalando im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 52 Prozent auf nunmehr rund 1,8 Milliarden Euro gesteigert. Zwischen 2011 und 2012 hatten sich die Erlöse verdoppelt.

          Zalando schreibt bisher Verluste

          Profitabel ist das Unternehmen aber immer noch nicht. Stand 2012 ein Minus von rund 83 Millionen Euro zu Buche, waren es 2013 rund 118 Millionen Euro. Im Kernmarkt, der Deutschland, Österreich und die Schweiz umfasst, habe man aber abermals die Gewinnschwelle erreicht, betont das Unternehmen. Die übrigen zwölf Länder, in denen der Online-Händler aktiv ist, bringen dagegen bisher nur Verluste ein. Am Freitag will Zalando die Geschäftszahlen für das erste Quartal dieses Jahres veröffentlichen.

          Derzeit kann sich das Unternehmen die Verluste noch leisten, auch weil die Investoren mitspielen und immer wieder Geld nachschießen. Allein der derzeit größte Anteilseigner, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hat im vergangenen Jahr umgerechnet rund 100 Millionen Euro in den Online-Händler investiert und maß dem Unternehmen zuletzt einen Wert von 3,9 Milliarden Euro bei.

          Zuletzt hatte das Unternehmen für Aufsehen gesorgt, als der Fernsehsender RTL über Bespitzelung, Gängelung und Verstöße gegen das Arbeitsrecht berichtet hatte. Eine RTL-Reporterin hatte drei Monate lang inkognito im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt gearbeitet. Zalando bestritt die Vorwürfe, leitete rechtliche Schritte gegen die Reporterin ein und versprach gleichzeitig, den Vorwürfen nachzugehen. Zuletzt kündigte es Änderungen der Arbeitsbedingungen an und schaffte die sogenannte Verpetzer-Prämie ab, die Mitarbeiter für Hinweise auf Warendiebstahl durch Kollegen erhalten hatten.

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