https://www.faz.net/-gv6-qgpi

Wohnungsbau : Nur Übernahmespekulationen machen Aktien von Wohnungsbauern interessant

  • Aktualisiert am

Schwaches Endkundengeschäft bei Design Bau

Auch Helma verzeichnete bereits 2006 Belastungen beim Auftragseingang und so fiel der . Brutto-Auftragseingang 64,7 Millionen Euro nach 66,7 Millionen im Vorjahr. Indes erwartete Helma nach Aussagen von Ende April aufgrund des Auftragseingangs einen Umsatzanstieg auf über 80 Millionen Euro.

Auch die Design Bau, die in dem am 28. Februar zu Ende gegangenen Geschäftsjahr Belastungen vor allem in der ersten Hälfte verspürt hat, konnte den Umsatz auf 43,4 Millionen Euro verdreifachen, wohingegen das Ergebnis deutlich ins Minus rutschte, gibt sich optimistisch für das laufende Geschäftsjahr.

Allerdings begründete sich der Umsatzanstieg im wesentlichen aus dem Verkauf eines Projekts an ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Bau-Verein zu Hamburg, wohingegen der Absatz an Endkunden, laut Unternehmensdarstellung vor allem Familien, nur rund die Hälfte des Vorjahreswerts erreichte.

Deutlich stärker war auch der Mittelabfluss aus laufende Geschäftstätigkeit, der nach 1,5 Millionen Euro im Vorjahr 17,7 Millionen Euro erreichte, vor allem weil sich der Bestand an Vorräten, im wesentlichen Grundstücken, erhöhte.

Hohe Bewertungen

Alles in allem scheinen die Unternehmen der Branche unterschiedlich gut mit den Belastungen fertig zu werden und sich auch unterschiedlich schnell darauf eingestellt zu haben. Indes ist offen, ob sich die Situation bald wieder entspannt. Denn weitere steuerliche Lasten kommen auf die Branche zu. So wurden Begehrlichkeiten wie die Streichung der Wohnungsbauprämie oder Forderungen zur Verdoppelung der Grundsteuer laut und sind noch nicht endgültig vom Tisch.

Derzeit ist noch nicht ganz absehbar, wie sich der Eigenheimbau im laufenden Jahr entwickeln wird. Die Aktien sind dabei höchst unterschiedlich bewertet. Während für Bien-Zenker keine Prognosen verfügbar sind, da das Unternehmen ohnehin mehrheitlich zur österreichischen ELK-Gruppe gehört, kommt Helma nach Analystenprognosen für 2007 auf ein KGV von 18,3 und für 2008 auf 10,8, was einige Erwartungen einpreist.

Design Bau ist nach Schätzungen mit KGVs vonn 11 bzw. 10,7 bewertet, was sich deutlich günstiger ausnimmt. Indes hatten die Analysten für das vergangene Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 54 Cent je Aktie gerechnet, wohingegen das Unternehmen tatsächlich einen Verlust von drei Cent hinnehmen musste.

Übernahmespekulationen stützen

Das versetzte der Aktie des Unternehmens, deren Kurs bereits im Vorjahr von einem Hoch bei 15,64 Euro bis auf 8,18 Euro abgestürzt war, einen zusätzlichen Schubs nach unten, so dass sie bei 8,25 Euro dieses Allzeittief erneut testet.

Auch Helma konnten die guten Ergebnisse nicht helfen. Vielmehr liegt die Notierung nach einem starken Kursaufschwung im Vorjahr seit Mitte Februar in einem ebenso deutlichen Abwärtstrend. derzeit muss sich weisen, ob die Marke von 20 Euro halten kann, sonst droht auch hier ein Test des Allzeittiefs von 19 Euro.

Die Aktien von Bien und Kampa werden dagegen von Übernahmespekulationen gestützt. So erhöhte ELK im Februar seinen Anteil auf über 75 Prozent, nachdem man im vergangenen Jahr mit einem Übernahmeangebot gescheitert war.

An Kampa hingegen hat der Finanzinvestor Triton im vergangenen Jahr einen Anteil von 55,33 Prozent vom früheren Mehrheitseigner Wilfried Kampa übernommen und kommt seit Anfang
Januar auf einen Anteil von 62,8 Prozent der Kampa-Aktien.

Nichtsdestoweniger zeigen die schwächeren Zahlen Wirkung. Am Dienstag verliert die Kampa-Aktie 1,6 Prozent auf 8,48 Euro, womit die Aktie an die bisherigen Kursverluste dieses Monats anknüpft, die den Kurs vom Fünf-Jahres-Hoch bei 9,19 Euro auf das kurzfristige Unterstützungsniveau gedrückt haben. Hält dieses nicht, so dürfte die nächste Unterstützung bei acht Euro getestet werden.

Die Aktie von Bien-Zenker verharrt dagegen recht stabil in der Spanne zwischen 13,50 und 14 Euro und ist dabei mit einem KGV für 2006 von über 50 bewertet.

Insgesamt erscheinen aktuell die Übernahmespekulationen als Kaufargument für die Branche noch am reizvollsten, wohingegen Bewertungen und Charttechnik derzeit eher wenig attraktiv erscheinen.

Weitere Themen

Euroboden zum dritten

Hochzinsanleihen : Euroboden zum dritten

Der im gehobenen Wohnsegment aktive Projektentwickler und Bauträger Euroboden kommt am Montag mit einer neuen Anleihe auf den Markt. Allem Anschein nach ist die Nachfrage gut.

Topmeldungen

Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.
Bittet zum Rapport: Gauland bei einem Wahlkampftermin in Thüringen

Streit in der AfD : Zum Vorsprechen bei Gauland

Die AfD-Führung zitierte am Freitag einige Unruhestifter zum Rapport – einer kam gar nicht erst, sondern schimpfte auf Facebook. Andere verkündeten den Frieden.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.