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Wohnungsbau : Kampa-Aktie dürfte Erholung nicht dauerhaft fortsetzen können

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Ein schwacher Markt macht es Kampa derzeit nicht leicht Bild: dpa

Erholt präsentiert sich der Aktienkurs des Fertighausbauers Kampa am Donnerstag nach Vorlage des Zwischenberichts, der keine weiteren negativen Überraschungen barg. Dennoch fehlt es für eine nachhaltige Trendwende an Impulsen.

          „Das wird richtig ins Kontor hauen“, sagte Elmar Schmidt, Vorstandschef der Kampa AG im Sommer und bezog sich damit auf die Gewinnwarnung, die Deutschlands größter Fertighausbauer an diesem Tag begab.

          Ins Kontor schlug diese auch an der Börse: der Aktienkurs des Unternehmens sackte seitdem um 45 Prozent auf 5,05 Euro ab, insbesondere nachdem das Unternehmen im August en Restrukturierungsprogramm ankündigte und die Verlustprognose noch einmal erhöhte.

          Umsatz geschrumpft

          Am Donnerstag sieht indes alles erheblich besser aus. Knapp neun Prozent legt die Aktie nach dem Zwischenbericht des Unternehmens auf 5,51 Euro zu. Dabei waren die Zahlen eigentlich nicht eben positiv.

          In den ersten neun Monaten des laufenden konnte der Konzern mit 761 Häusern knapp neun Prozent weniger endabrechnen als in der Vorjahresperiode. Daher fiel auch der Umsatz um zehn Prozent auf 102,3 Millionen Euro. Indes sei dem Umsatz ein Betrag von 21 Millionen Euro hinzuzurechnen, da der entsprechende Betrag aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung bereits im Vorjahr in Rechnung gestellt wurde.

          Verluste deutlich gestiegen

          Der Verlust im ersten Dreivierteljahr stieg um mehr als das Fünffache auf 12,4 Millionen Euro, nicht zuletzt aufgrund einer um 12,5 Prozent niedrigeren Gesamtleistung von 123,6 Millionen Euro. Zudem verweist Kampa auf eine Reihe von Sondereffekten, wie Teilschlussrechnungen im Vorjahr, aber auch ein Buchgewinn aus dem Verkauf der Produktionsstätte Waldmohr.

          Auch wenn das bereinigte Ergebnis um 2,1 Millionen Euro besser ausgefallen wäre, stieg der Verlust dennoch um das Viereinhalbfache, nicht zuletzt wegen angefallener Restrukturierungskosten, aber auch aufgrund stark gestiegener Materialpreise. Auch die Neubewertung der aktiven latenten Steueransprüche im Rahmen der Unternehmensteuerreform habe Ergebnisbelastungen bewirkt.

          Rückläufiger Auftragseingang

          Der Auftragseingang in den ersten neun Monaten lag mit 128,4 Millionen Euro um rund ein Viertel unter dem der Vorjahresperiode, der Auftragsbestand war zum Stichtag Ende September um rund ebensoviel auf 152,8 Millionen Euro zusammengeschmolzen.

          Auch der Ausblick, den Kampa lieferte, war nicht eben günstig. Der Wohnungsbau in Deutschland entwickele sich weiterhin außerordentlich schwach. Die Anzahl der Baugenehmigungen habe per August 2007 um rund 42 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, im Fertigbau um rund 40 Prozent. Insgesamt würden für 2007 deutlich weniger als 100.000 Baugenehmigungen nach 133.000 im Vorjahr erwartet.

          Auch mittel- und langfristig schwaches Marktumfeld

          Auch mittel- und langfristig gäben Experten keine Entwarnung. Denn aufgrund ungünstigerer Finanzierungsbedingungen und demographischer Veränderungen werde die Nachfrage anhaltend schwach bleiben. Absatzfördernd wirkten lediglich die stark gestiegenen Energiepreise und die Klimawandeldiskussion, die besonders sparsamen Fertighäusern zugute komme.

          Der Vorstand bestätigte die reduzierten Prognosen und erwartet für 2008 keine grundsätzlichen Veränderungen. Dennoch werde der Umsatz im nächsten Jahr höher ausfallen, weil sich die Teilschlussrechnungen des Jahres 2006 nicht mehr auswirkten. Erst 2009 rechnet Kampa bei anhaltend schwacher Marktverfassung mit weiter leicht steigendem Umsatz.

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