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Marktbericht : WMF-Übernahme treibt Kurs von SEB

  • Aktualisiert am

Künftig französisches Besteck Bild: dpa

Die Übernahme von WMF treibt den Aktienkurs des Käufers SEB S.A. Der Markt wird dagegen von Konjunkturdaten bestimmt.

          Die Übernahme des Kaffeemaschinen- und Besteck-Herstellers WMF schlägt auch an Börse Wellen. Die WMF-Aktie ist zwar schon vor mehr als einem Jahr von der Börse verschwunden, doch die der übernehmenden SEB ist sehr gefragt. Mit einem Aufschlag von mehr als 11 Prozent steigt deren Notierung an der Pariser Börse auf ein Rekordhoch von 106 Euro.

          Der bislang größte Deal des Haushaltsgeräte-Herstellers, der seine Produkte unter anderem unter den Markennamen "Moulinex" und "Krups" vertreibt, bringe den Franzosen erhebliche Wettbewerbsvorteile, betonte Analyst Cedric Rossi von der Investmentbank Bryan Garnier. Der Konzern überhole seinen größten Rivalen Philips. In Deutschland wird die Aktie indes nur in sehr geringen Stückzahlen gehandelt.

          Die Hoffnung auf ein höheres Wirtschaftswachstum in Deutschland stützt derweil die Kurse am Aktienmarkt. Der Dax steigt um ein Prozent auf 9946 Punkte. Zudem erhält die Börse Unterstützung vom schwächeren Euro, der Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Wegen der Spekulationen auf eine nahende amerikanische Zinserhöhung verbilligte sich die Gemeinschaftswährung um fast einen halben amerikanischen Cent auf 1,1175 Dollar.

          Für positive Stimmung sorgte eine höhere Wachstumsprognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Dessen Experten sagen für das laufende Jahr ein Plus von 1,5 Prozent statt 1,3 Prozent voraus. "Bau und Konsum tragen die Konjunktur durchs Jahr", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

          Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten haben sich im Mai dagegen überraschend eingetrübt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland sank um 4,8 Punkte auf 6,4 Punkte. Volkswirte hatten mit einem leichten Anstieg auf 12,0 Punkte gerechnet. In den Vereinigten Staaten stehen am Nachmittag noch Zahlen zu den Verkäufen neuer Häuser an.

          Hauptgesprächsthema auf dem Parkett war aber abermals die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed. Zwar signalisierten mehrere führende Zentralbanker eine baldige Anhebung. „Doch der Devisenmarkt bleibt skeptisch und sieht die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Juni weiterhin nur bei knapp über 30 Prozent", betonte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Die Fed hat im letzten Jahr ständig einen Grund gefunden, mit einer Zinserhöhung noch zu warten - warum sollte es diesmal anders sein?"

          Unter den deutschen Aktienwerten steht auch Evonik im Rampenlicht. Der Finanzinvestor CVC trennte sich von den restlichen Anteilen an dem Spezialchemiekonzern und verkaufte knapp 20 Millionen Titel zu je 25,50 Euro. Der Kurs sinkt 5 Prozent auf 25,645 Euro.

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