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Wirecard : „Unsere Bilanzen sind völlig in Ordnung“

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Markus Braun wehrt sich Bild: Wire Card

Wirecard-Chef Markus Braun steht unter Druck. Zweifel an der Bilanzierung und er Vorwurf der mangelnden Transparenz legen Unregelmäßigkeiten nahe. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verwahrt er sich gegen die Vorwürfe.

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          Wirecard-Chef Markus Braun steht unter Druck. Zweifel an der Bilanzierung und er Vorwurf der mangelnden Transparenz legen Unregelmäßigkeiten nahe. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verwahrt er sich gegen die Vorwürfe.

          Herr Braun, Ihr Aktienkurs hat sich in einer Woche halbiert. Es heißt, Ihre Bilanzen seien nicht in Ordnung.

          Unsere Bilanzen sind völlig in Ordnung.

          Sie verdienen viel Geld in Gibraltar und auf den Jungferninseln. Sitzen da seriöse Firmen?

          Wir machen rund 30 Prozent unseres Gewinns in Deutschland und rund 70 Prozent im Rest von Europa und einen kleineren Anteil in Asien. Insbesondere Irland und Gibraltar sind für viele international tätige Internetanbieter in allen Branchen ein gesuchter Standort.

          Es heißt, Ihr Gewinn hängt von Online-Casinos ab, weil Sie von denen hohe Gebühren verlangen können. Ist das nicht riskant?

          Als einer der führenden europäischen Anbieter haben wir in allen relevanten Internetbranchen wesentliche Marktanteile. Konkret setzt sich das Abwicklungsvolumen unserer Händler aus folgenden Branchen zusammen: etwa 45 Prozent Konsumgüter, etwa 35 Prozent digitale Güter (rund 20 bis 25 Prozent Online-Spiele, 10 Prozent Online-Dating, 5 Prozent Videospiele) und etwa 20 Prozent Reise.

          Im Bereich Online-Spiele betreuen wir ausschließlich rechtskonform agierende, oft börsennotierte Großunternehmen, die insbesondere auf den angelsächsischen Raum fokussiert sind. Man kann vereinfachend davon ausgehen, dass die Margen in den verschiedenen Branchen gleich sind.

          Ihre operativen Einnahmen - der Cashflow - schwanken stark: vergangenes Jahr 96 Millionen plus, im ersten Quartal 2008 27 Millionen Euro minus.

          Das liegt in der Natur unseres Geschäfts: Im Zahlungsverkehr, zum Beispiel im Kreditkartengeschäft, fließen erhebliche Summen über unsere Konten. Nach den IAS/IFRS-Standards müssen wir die Finanzströme stichtagbezogen in unserer Bilanz ausweisen. Je nachdem, ob Ein- oder Auszahlungen vor oder nach dem Stichtag liegen, bekommen Sie so eine erhebliche Schwankungsbreite. Um diese Effekte bereinigt, betrug der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit im Jahr 2007 rund 42 Millionen Euro und für das erste Quartal 2008 rund 8 Millionen.

          Sie haben auch eine Bank als Tochterfirma. Haben Sie deren Kundeneinlagen mit zum Kapitalzufluss gerechnet?

          Nein, die haben wir da nie hineingerechnet. Das ist auch im Geschäftsbericht nachzulesen.

          Sie haben einige Firmen in Irland und Österreich gekauft. Floss der Verkaufserlös an Bekannte von Ihnen, wie Kritiker argwöhnen?

          Nein, das ist eine bösartige Unterstellung. Die Firmen gehörten Finanzinvestoren und den Managern dieser Firmen. Mit Wirecard oder mir haben die Verkäufer absolut nichts zu tun.

          Springen Ihnen nach diesen Gerüchten Kunden ab?

          Nein, es geht hier ausschließlich um Kapitalmarktspekulationen, das operative Geschäft entwickelt sich hervorragend. Wir erwarten vielmehr ein gutes Jahr 2008 mit mindestens 45 Prozent Ebit-Steigerung. Übrigens hat Wirecard in drei Jahren Börsengeschichte nicht einmal seine Ziele verfehlt.

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