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Windkraft : Nordex ist der Börse noch nicht billig genug

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2004 dürfte der deutsche Markt gesättigt sein Bild: dpa

Auch die angekündigte Umsatzsteigerung von 30 Prozent nützt der Nordex-Aktie am Montag wenig. Wo liegt der Knackpunkt?

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          "Die Erwartungen im ersten Börsenjahr voll erfüllt" haben will der Windkraftanlagenhersteller Nordex. Und tatsächlich, mit dem um 31 Prozent gesteigerten Umsatz von 354,3 Millionen Euro und einem Ebit von 14,1 (nach 13,2) Millionen Euro im Geschäftsjahr 2000/01 zeigen sich auch die Analysten zufrieden. Im laufenden Jahr 2001/02 (zum 30.9.) will Nordex die Gesamtleistung um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Vorsteuergewinn soll um 60 Prozent klettern.

          Nicht, dass das Debüt der Nordex-Aktie, die gleich am ersten Handelstag Anfang April unter die schon reduzierte Preisspanne von neun bis 11,50 Euro fiel, sonderlich erfolgreich gewesen wäre. Und auch am Montag lässt sich die Börse von den Zahlen nicht beeindrucken: Bis 12.15 Uhr fällt das Papier um 3,5 Prozent auf 6,89 Euro.

          Einige Unsicherheiten

          Wo liegen also die Knackpunkte bei der einstigen Babcock Borsig-Tochter?

          Uta Thoms von der Berenberg Bank, die die Aktie mit "Akkumulieren" einstuft und damit zu den über zwei Dritteln der Analysten gehört, die dem Titel positiv gegenüberstehen, nennt einige ungelöste Fragen: "Eine gewisse Unsicherheit stellen die für 2002 als Prototyp geplanten Fünf-Megawatt-Anlagen dar. Wie rentabel diese arbeiten, ist nicht vorauszusehen." Auch herrsche mit der Enron-Pleite eine gewisse Unsicherheit am Energiemarkt.

          Bis 2003 erwartet ihre Bank aber ein stetiges Wachstum des Windkraft-Marktes in Deutschland: Ab 2004 werde der Markt aber stagnieren. Wobei die Errichtung von Offshore-Windparks, die einen um 40 Prozent höheren Energiegewinn als landgestützte Systeme versprechen, noch in den kommenden zehn Jahren für einen internationalen Boom sorgen dürfte, fügt Thoms hinzu. In Deutschland hat Nordex nach eigenen Angaben mittlerweile einen Marktanteil von zehn Prozent, und sieht insbesondere Chancen auf dem französischen Markt.

          Subventionen fließen bis 2006

          Was die deutschen Windparks betrifft, sind die Bedenken der Umweltschützer gegen eine Ausweitung der bestehenden Konzessionen allerdings noch nicht ausgeräumt. Auch die Marine habe noch ein Wörtchen mitzureden, meint Thoms. Hinzu kommt, dass die bislang noch fließenden Subventionen des Bundes noch bis 2006 fließen - ob sie darüber hinaus verlängert werden, ist ungewiss.

          Die von I/B/E/S gesammelten Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr liegen bei 0,263 Euro pro Aktie nach 0,153 Euro im abgelaufenen Jahr. Daraus ergibt sich derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,2.

          Fazit: Vor dem Hintergrund einiger Unsicherheiten auf längere Sicht ist die Nordex-Aktie auch auf dem aktuellen Niveau nicht unbedingt billig. Die dagegen stehenden enormen Chancen machen den Titel allerdings zu einem typischen Hoffnungswert. Ob Nordex seinen Marktanteil weiter steigern kann, wird der Erfolg der neuen Fünf-Megawatt-Anlagen entscheiden.

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