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Windkraft : Die Nordex-Aktie ist hoch spekulativ

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Nordex glänzt mit deutlichen Kursgewinnen. Es gibt Übernahmespekulationen. Aber mehr als Gerüchte und hohe Umsätze gibt es nicht, die Aktie an sich ist nicht sonderlich attraktiv. Damit bleibt die Angelegenheit spekulativ.

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          Mit massiven Kursgewinnen von mehr als 70 Prozent auf nun 1,42 Euro innerhalb einer Woche macht Nordex als Hersteller von Windkraftanlagen auf sich aufmerksam. Am Markt ist von Übernahmefantasie die Rede und davon, dass sie bestehen bleibe. Der Sprung über die Marke von einem Euro sei ein gutes Zeichen, damit komme der Wert aus dem Börsenkeller.

          Das stimmt und deutet auf die Tatsache hin, dass die Aktie des Unternehmens im Februar im selben Zeitraum genauso massiv gefallen war. Die aktuelle Kurserholung stellt damit nicht viel mehr als eine Gegenreaktion dazu dar. Die extrem stark steigenden Umsätze lassen nach Angaben von Händlern darauf schließen, dass Anleger zunehmend auf eine Übernahme spekulieren. So seien am Mittwoch und Donnerstag knapp vier Millionen Aktien gehandelt worden, was angesichts eines Free-floats von 52 Millionen Aktien außerordentlich viele Stücke seien.

          Übernahmespekulationen köcheln vor sich hin

          Nordex wird in den Augen der Händler immer interessanter für ein Übernahmeangebot: “Bei einem Umsatz von 500 Millionen Euro wäre Nordex mit 100 Millionen Euro sehr günstig“, sagen sie. Marktgerüchte besagen, Siemens und General Electric hätten Interesse an dem Windenergieanlagenhersteller. Mehr als Spekulationen sind es allerdings bisher nicht. In Branchenkreisen wurde ein Interesse des Technologiekonzerns an Nordex als unwahrscheinlich angesehen, zumal Siemens Windkraftanlagen bekanntlich “durchaus kritisch“ gegenüberstehe. Nachdem Nordex im ersten Quartal 2002/03 (30. September) einen Gewinneinbruch gemeldet hat, sind die seit rund einem Jahr köchelnden Übernahmespekulationen wieder hochgekommen.

          Aber sie sind ein heißes Spiel. Denn Umsätze sind in diesem Geschäft nicht vergleichbar mit denen anderer Unternehmen, da sie nicht kontinuierlich anfallen. Das Geschäft mit Windrädern ist eher projektartig und damit relativ sprunghaft. Großaufträge gehören zwar zum normalen Geschäftsbetrieb, werden aber dadurch relativiert, dass ein Teil dieser Umsätze auf Servicedienstleistungen entfällt und erst in Zukunft anfallen. Aus diesem Grund haben die Unternehmen der Branche in der Vergangenheit auch immer wieder die Prognosen nicht erfüllen können, die sie zuvor gemacht hatten. Das hat dazu geführt, dass sich sämtliche Werte der Branche in einem Abwärtstrend befinden. Bei Nordex fiel der gerade in jüngster Zeit besonders massiv aus.

          Abwärtstrend noch nicht überwunden

          Für das Jahr 2003 werden keine Gewinne erwartet und für das Jahr 2004 gerade einmal zwölf Cents je Aktie. Auf dieser Basis wäre das Papier mit einem KGV von 11,5 mittlerweile akzeptabel bewertet. Es bleibt allerdings die anhaltende Prognoseunsicherheit, die langfristig möglichen technischen Risiken und der bisher noch lange nicht überwundene Abwärtstrend. Damit bleibt das Feld den wahren Spekulanten überlassen und nicht dem langfristigen Anleger.

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