https://www.faz.net/-gv6-729k4

Weiter Hoffen auf EZB : Hoffnung auf EZB-Hilfen schiebt Aktienmärkte an

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Hoffnung auf baldige Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) für die kriselnden Eurostaaten hat die Börsen in Europa am Dienstag angetrieben.

          Die Aktienmärkte profitierten auch vom Mangel an Anlage-Alternativen, so dass der Dax mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 7089 Zählern aus dem Handel ging. Die Umsätze blieben mit knapp 2,1 Milliarden Euro dünn.

          „Bei vielen Investoren heißt es: Raus aus den Anleihen, rein in die Aktien“, sagte ein Händler. Die Zinsen für Staatsanleihen aus Deutschland liegen seit längerem unter dem Niveau der Inflation und teilweise sogar im Minus. Am Dienstag legte die Finanzagentur zum zweiten Mal eine Null-Zins-Anleihe auf.

          Zeitpunkt möglicher EZB-Maßnahmen aber unklar

          Ein stärkeres Engagement der EZB im Kampf gegen die Schuldenkrise wird von Anlegern sehnsüchtig erwartet, seitdem EZB-Präsident Mario Draghi Ende Juli entsprechende Schritte in Aussicht gestellt hatte. Ian Williams, Aktienstratege des Brokerhauses Peel Hunt, warnte allerdings vor überzogenen Hoffnungen an die Ratssitzung der Notenbanker Anfang September. „EZB-Vertreter werden voraussichtlich weiter die Notwendigkeit konstruktiver Maßnahmen der Regierungen betonen, während sie wiederholen, dass die Einzelheiten jeglicher Intervention erst noch ausgearbeitet werden müssen.“ Auch für die Analysten der Barclays Bank steckt der Teufel im Detail. „Eine begrenzte und mit strengen Auflagen verbundene Hilfe der EZB wird die finanziellen Belastungen, denen die Euro-Peripherie ausgesetzt ist, wohl kaum kurzfristig verringern.“

          Banken gehören zu den Favoriten

          Getragen von den EZB-Spekulationen setzten die Finanzwerte ihren Erholungskurs fort. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank verteuerten sich um 5,1 Prozent. Händler begründeten den Anstieg mit der Entspannung in der Schuldenkrise und den dünnen Umsätzen, zugleich führten sie auch charttechnische Faktoren an. Die Papiere der Commerzbank verteuerten sich um 3,9 Prozent.

          Gefragt waren auch konjunkturabhängige Werte wie Heidelbergcement, Thyssen-Krupp oder Lufthansa, deren Kurse zwischen 2,6 und 1,8 Prozent stiegen. Sie profitierten laut einem Börsianer von der Hoffnung, dass bei einer Überwindung der Schuldenkrise die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt.

          Wall Street legt moderat zu

          Hoffnung auf die Zentralbanken stützen auch die amerikanischen Börsen. Der S&P 500 klettert im Verlauf bei weiter geringen Umsätzen auf den höchsten Stand seit Mai 2008. Nach einer über sechswöchigen Gewinnserie zeigten sich die Börsianer auch für die nächste Zeit optimistisch. „Es gibt praktisch keine negative Entwicklung, vor der man Angst haben müsste“, sagte Wayne Kaufman von John Thomas Financial in New York.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legt um 0,1 Prozent auf 13.281 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewinnt 0,2 Prozent auf 14 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt 0,2 Prozent zu auf 3083 Punkte zu.

          Best-Buy-Aktie auf Talfahrt

          Unter den Einzelwerten setzen Facebook ihre Talfahrt fort. Das Papier verliert 2,8 Prozent auf 19,45 Dollar. Facebook-Direktor und PayPal-Gründer Peter Thiel hatte nach Ablauf der ersten Haltefrist den größten Teil seines Aktienpaketes am sozialen Netzwerk zu Geld gemacht und Anteilsscheine im Wert von rund 400 Millionen Dollar verkauft.

          Gegen den Markttrend verbilligen sich die Aktien von Best Buy. Der Kurs des angeschlagenen Elektronikhändlers fällt um mehr als drei Prozent, nachdem der Konzern den Gewinnausblick für das Geschäftsjahr gesenkt hatte. Das Unternehmen rechnet für die Branche mit schwächeren Absätzen und setzt die Aktienrückkäufe für den Rest des Jahres aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Spitzen der großen Koalition bei ihrem Treffen im Kanzleramt

          Große Koalition : Union und SPD einigen sich bei Grundsteuer

          Die Spitzen der großen Koalition haben bei der Reform der Grundsteuer einen Kompromiss erzielt. Das Gesetz soll nach monatelangem Streit noch vor der Sommerpause im Bundestag beraten werden.

          TV-Duell für Tory-Vorsitz : „Wo ist Boris?”

          In einer lebendigen Debatte stellen die Kandidaten für den Vorsitz bei den britischen Konservativen unter Beweis, wie groß das Arsenal präsentabler Politiker der Tory-Partei noch ist. Boris Johnson bleibt der Runde fern – und ein anderer sticht heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.