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Wasserversorgung : Aktie von Aqua Society ist hoch riskant

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Bild: OTC Bulletin Board

Wasser ist für viele die Börsen-Story der Zukunft. Eines Tages könnte dies auch die Story von Aqua Society sein. Bis dahin ist sehr viel Mut zum Risiko gefragt.

          Der umkämpfteste Rohstoff der Welt ist sicherlich derzeit Öl, der Treibstoff der modernen Wirtschaft. Doch Dürren in Thailand und Spanien lehren, daß der Grundstoff des Lebens immer wichtiger werden könnte: Wasser.

          Ein Gutteil der Spannungen im Nahen Osten, gerade etwa der Kampf um die Golan-Höhen beruht nicht nur auf strategischen Überlegungen. Der Höhenzug ist zwar unfruchtbar, aber niederschlagsreich und von hoher Bedeutung für die Wasserversorgung der Region.

          Geheimtip im Wasserbereich

          Für längerfristig orientierte Anleger sind Investitionen in Titel von Unternehmen, die im Feld der Wasserversorgung daher durchaus interessant. Der Kurs des spanischen Wasserversorgers Aguas de Barcelona etwa hat sich seit Anfang 2003 verdoppelt, ebenso wie der des Herstellers von Wasseraufbereitungstechnik BWT.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Aqua Society in Deutschland in den vergangenen Monaten.

          Wie immer machen auch Geheimtips die Runde - Aktien von kleinen Unternehmen aus dem Sektor wie etwa Aqua Society. Aqua Society nennt eine Technologie ihr eigen, mit Hilfe derer Trinkwasser durch Kondensation in der Atmosphäre enthaltener Feuchtigkeit gewonnen werden kann. Derzeit wurde von dem Gerät ein Prototyp gebaut und harrt der energetisch Optimierung.

          Genese aus der Kältetechnik

          Seine Kernkompetenz sieht das Unternehmen allerdings im Energiebereich, und zwar in der Optimierung von Kälteanlagen. Das Management-Team habe mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Konstruktion, Instandhaltung und Optimierung von Großkälteanlagen (z.B. für den Bergbau und Tunnelbau). Aqua Society hält nach eigenem Bekunden Patente und Nutzungsrechte für Wärmetauscher- und Kältetechnologien.

          Neben dem als Prototyp vorhandenen, „Aquamission“ genannten Gerät zur Trinkwassergewinnung hat Aqua Society im Bereich Kühltechnologie noch einen weiteren Prototyp im Bau. Das „Thermomission“ genannte Gerät dient der Optimierung von Kälteanlagen für Kühlhäuser, indem aus der Abwärme elektrische Energie erzeugt und diese in das System rückgeführt werde, so daß der Energieverbrauch der Anlage sinkt.

          Im Einsatz befindlich ist offenbar schon das dritte Gerät: das Thermomobil. Dieses ist eine mobile und flexibel einsetzbare Kühltransportlösung, mit deren Hilfe nahezu jedes herkömmliche Transportfahrzeug in ein Kühltransportfahrzeug umgewandelt werden könne, ohne daß dieses nicht mehr für den ursprünglichen Zweck eingesetzt werden könne. Das Thermomobil werde bereits erfolgreich vom Deutschen Roten Kreuz für Blut- und Organtransporte eingesetzt.

          Aufträge und Interesse aus aller Welt

          Indes hat Aqua Society einige Aufträge bekannt gegeben. Es lägen mehrere Anfragen und Aufträge osteuropäischer und asiatischer Bergbauunternehmen vor. Ein tschechisches Bergwerk habe Aqua Society mit der Errichtung von energiereduzierenden Kältemittelverdichtern beauftragt, ein polnisches mit der Lieferung von Komponenten für dezentrale Kälteanlagen. Aus China liege eine Anfrage zur Projektierung sämtlicher Kälte- und Wasseranlagen für ein neues Steinkohlebergwerk vor sowie mehrere Aufforderungen, Angebote einzureichen.

          Vor allem aber habe man einen Exklusivauftrag mit einem Erstvolumen von 3,5 Millionen Euro des Ministeriums für Gesundheit und Bevölkerung der Elfenbeinküste zur Sanierung des staatlichen Gesundheitswesens. In diesem Zuge, so das Unternehmen, werde man ein Transport- und Kühlsystem für Blutkonserven aufbauen, das sämtliche Krankenhäuser des Landes mit Plasma und Blutspenden versorgt. Dabei soll das Thermomobil zum Einsatz kommen. Über Nachfolgeaufträge werde verhandelt.

          Bislang ohne Umsätze

          Wie die kurze Beschreibung zeigt, ist Aqua Society zur Zeit im wesentlichen ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. Dementsprechend verzeichnete Aqua Society bislang keine Umsätze aber einen satten Verlust im ersten Halbjahr in Höhe von 23,67 Millionen Dollar - indes nicht aufgrund hoher Forschungs- und Entwicklungskosten. Vielmehr wurden im ersten Quartal 2005 Aktienoptionen im Wert von insgesamt 22,48 Millionen Dollar an Berater und „NIcht-Mitarbeiter“ ausgegeben, die als Kosten verbucht wurden und so 95 Prozent des Gesamtverlustes bewirkten.

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