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Analyse : Was Trumps Wahl für die Finanzmärkte bedeutet

Keine Liebesbeziehung zu Trump Bild: AFP

Donald Trump ist entgegen der meisten Prognosen zum Präsidenten Amerikas gewählt worden. Die Finanzmärkte schwanken zwischen Abwarten und Furcht.

          5 Min.

          Die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ist für die Finanzmärkte eine faustdicke Überraschung. „Das Ergebnis ist eine Sensation“, sagt Christoph Bruns, Fondsmanager bei der Loys AG. „Eigentlich hätte man meinen müssen, dass sich die weibliche Wählerschaft und die Minderheiten von Trump abgestoßen fühlen sollte.“

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach einer instinktiven Flucht in Sicherheiten aber haben sich die Märkte am späten Vormittag wieder beruhigt. Ein Minus des F.A.Z.-Index‘ von 0,75 Prozent war genauso wenig als Talfahrt zu bezeichnen wie eine Aufwertung des Euro um 0,8 Cents auf 1,1099 Dollar als Kurssprung. Am Nachmittag, nach Öffnung der amerikansichen Märkte, beruhigte sich die Situation weiter.

          Die deutschen Aktien, gemessen am F.A.Z.-Index, beendeten den Handel mit einem Plus von 1,1 Prozent. Der von ausländischen Anlegern stärker frequentierte Dax drehte mit 1,6 Prozent ins Plus. Zuvor waren auch die amerikanischen Börsen ins Plus gedreht.

          F.A.Z.-Index

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          In erster Linie beunruhige die Börse die Unsicherheiten bezüglich des politischen Kurses, den Trump einschlagen werde, schreiben die Analysten der liechtensteinischen VP-Bank. „Trump ist ein unbeschriebenes Blatt“, sagt auch Bruns. „Die Frage ist: Was will er?“ Seine Wahlkampfvorschläge seien so unausgegoren gewesen, dass sie eigentlich in dieser Art und Weise gar nicht umsetzbar seien.

          Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft Deutsche AM erinnert an eine Wahlkampfaussage Trumps aus dem Mai: „Schauen Sie, alles was ich heute sage – ich bin nicht der Präsident. Alles sind nur Vorschläge. (…) Ich bin total flexibel, bei vielen, vielen Themen, und glaube, das muss man auch sein.”

          EUR/USD

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          Dies ist die positive Seite des „unbeschriebenen Blattes“: Alles kann auch anders kommen. Da die Republikaner auch ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus erfolgreich verteidigen konnten, sei auch möglich dass am Ende eine mehr oder weniger konventionelle republikanische Politik herauskomme, sagt Kreuzkamp. Bei Themen wie Bürokratieabbau, Unternehmenssteuerreform und niedrigeren Steuern sei Trump auf einer Linie mit der republikanischen Führung im Kongress.

          Allerdings gibt es auch die andere Seite des „unbeschriebenen Blattes“ – Was will Trump, wenn er nicht auf der Kongresslinie agiert? Indes kann der neue Präsident auch nicht freihändig agieren. „Er wird sich Mehrheiten suchen müssen“, sagt Bruns.

          Gerade für seine restriktive Haltung gegenüber dem Freihandel, brauche Trump die Zustimmung des Senats und des Repräsentantenhaus, schreibt die VP-Bank. Dies gelte auch für die Kündigung von Freihandelsabkommen oder einen Austritt aus der Nato. Trump werde wohl seinen Kurs mäßigen müssen.

          Gold

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          Gold-Plus schmilzt

          Auch wenn die Börsen Unsicherheit eigentlich nicht mögen, reagieren die Märkte eher verhalten. „Es ist viel gemütlicher als angemessen“, formuliert es Bruns, der aber noch die Reaktion der Wall Street am Nachmittag abwarten möchte. „Die Blaupause ist der Brexit. Auch da hatten wir ein überraschendes Ergebnis. Zwei Tage lang waren die Börsen schwierig. Dann setzte sich die Auffassung durch, dass wir eher fallende Zinsen bekommen und das hat die Märkte beruhigt.“ Eine Parallele sei möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank Federal Reserve im Dezember die Zinsen erhöhe, sei angesichts der Unsicherheit über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs jedenfalls geringer geworden.

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