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Skeptische Anleger : Was amerikanische Jobs mit dem Dax zu tun haben

  • Aktualisiert am

Arbeitssuchende Amerikaner. Die Börse wartet auf die neuesten Daten zum Arbeitsmarkt. Bild: AFP

Der Dax schwächelt. In den vergangenen zwei Wochen hat der deutsche Leitindex rund sechs Prozent verloren. Am Nachmittag könnte der Arbeitsmarktbericht aua den Vereinigten Staaten Bewegung bringen.

          Der deutsche Aktienmarkt kommt nicht in Schwung. Der Dax fällt am Freitag weiter und entfernt sich von der runden 10.000er-Marke. Die Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten in Amerika bedeckt, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einem Morgenkommentar. Auf Sicht von rund zwei Wochen liegt der Dax nun bereits rund sechs Prozent im Minus. Neben Sorgen über die Entwicklung der Weltwirtschaft hätten Bedenken über die Wirksamkeit der Geldpolitik der Notenbanken die Stimmung belastet, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Zudem habe die Erholung der Ölpreise an Schwung verloren.

          Am heutigen Freitag richten sich die Blicke auf den monatlichen amerikanischen Arbeitsmarktbericht, der am frühen Nachmittag auf der Agenda steht. Diesen werden die Anleger auf Zeichen hinsichtlich der Stärke der Wirtschaft Amerikas abklopfen. Darüber hinaus könnte er ihre Erwartungen an den Zeitpunkt einer weiteren Leitzinserhöhung durch die Notenbank Fed ändern. Das könnte dem Markt dann eine neue Richtung geben.

          Trotz des Schwächeanfalls der heimischen Wirtschaft zu Jahresbeginn ist eine Zinserhöhung im Juni laut einem führenden amerikanischen Notenbankmitglied nämlich möglich. "Unsere Optionen sind offen", sagte der Chef der Federal Reserve (Fed) von St. Louis, James Bullard, am Donnerstag am Rande einer Konferenz in Palo Alto. Wenn die Wirtschaftsdaten es erforderten, sei eine geldpolitische Straffung im nächsten Monat durchaus vorstellbar. Dann würden sich voraussichtlich auch die Investoren darauf einstellen. Zuletzt war an den Märkten die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Juni jedoch nur auf 16 Prozent taxiert worden.

          Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten hatte von Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet nur um magere 0,5 Prozent zugelegt. Zudem haben die Firmen einer Umfrage zufolge zuletzt weit weniger Stellen geschaffen als erwartet. Für den noch am diesem Freitag anstehenden offiziellen Jobmarktbericht für April erwarten Experten jedoch einen relativ kräftigen Zuwachs von 202.000 Stellen.

          Auf der Konferenz in Kalifornien sagte der Währungshüter John William, die von der Notenbank angestrebte Vollbeschäftigung sei bei einer Arbeitslosenrate von zuletzt 5,0 Prozent erreicht. In der Notenbank seien zwei bis drei Zinserhöhungen in diesem Jahr im Gespräch. Der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan, sagte, die Zinsen auf dem derzeit niedrigen Niveau zu belassen, sei mit Nachteilen verbunden. Doch Zinserhöhungen ließen sich nicht erzwingen.

          Die Fed hatte im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren ihre geldpolitischen Zügel angezogen. Danach folgten allerdings keine weiteren Anhebungen mehr. Die Währungshüter begründeten ihren vorsichtigen Kurs insbesondere mit der Abkühlung der Weltkonjunktur und Finanzmarktturbulenzen. Aktuell hält die Fed ihre Leitzinsen in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

          Auf der Unternehmensseite war die Nachrichtenlage am Freitag, den auch viele Börsianer als Brückentag nutzen dürften, eher dünn. Die Aktien des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum hielten sich mit einem
          Plus von 0,20 Prozent vergleichsweise gut. Ein Händler sprach von recht ordentlichen Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal.

          Im Dax zählten die Aktien der Lufthansa zu den Favoriten. Sie starteten mit einem Plus von rund 1 Prozent einen Erholungsversuch, nachdem sie jüngst deutlich unter Sorgen über die künftige Geschäftsentwicklung gelitten hatten.

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