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Warnsignale : Vorsicht, bald lahmt die Konjunktur

Noch bleiben die Banker gelassen: Sollte der Ifo-Index aber noch einmal fallen, droht ein Kurssturz Bild: dpa

Noch blüht die deutsche Wirtschaft. Doch der wichtigste Konjunkturindikator sendet einige Warnsignale. Fällt der Ifo-Index ein weiteres Mal ab, droht ein Kurssturz.

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          Rekorde über Rekorde – so hört es sich an, wenn dieser Tage die Firmen die Ergebnisse der ersten drei Monate vorstellen. BMW hat seinen Gewinn vervierfacht. Adidas verdient mehr Geld als je zuvor. Und auch der Autozulieferer Continental sieht den Rekordgewinn in Reichweite. So rosig wie jetzt sah die Wirtschaft in Deutschland selten aus. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die ganze Wirtschaft alleine in den Wintermonaten von Januar bis März um enorme 1,4 Prozent gewachsen ist und den Stand vor der Finanzkrise erreicht hat. Die Steuerschätzer des Bundes frohlocken ob der Aussicht auf zusätzliche Milliarden in der Staatskasse. Doch wer Aktien hat, sollte sich davon nicht blenden lassen. Tatsächlich droht der Wirtschaft, dass das Aufschwungtempo nachlässt – und den Aktien möglicherweise sogar das eine oder andere Kursproblem bereitet.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Spannend wird es am 25. Mai. An diesem Tag wird das wichtigste Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft nachjustiert: Der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts. Dessen Zahlen kommen zwar monatlich, doch auf die Mai-Zahlen schauen Börsianer mit besonderer Spannung. Denn während die Unternehmenschefs noch ihre Rekordgewinne aus den Wintermonaten feiern, ist der Index des Ifo-Instituts in den vergangenen zwei Monaten schon von 111,3 auf 110,4 gefallen. Und wenn er noch einmal fällt, dann darf das als schlechtes Zeichen gelten. Denn diese simple Zahl erlaubt es Anlegern, in die Köpfe der Firmenmanager ganz Deutschlands zu blicken. 7000 Unternehmen aus ganz Deutschland geben für den Index ihre Stimme ab und schätzen ein, ob ihr Geschäft aktuell besser läuft als ein halbes Jahr zuvor – und ob es in einem weiteren halben Jahr noch einmal besser laufen wird.

          Daraus berechnen die Wissenschaftler am Ifo-Institut einen Index für die Erwartungen und einen fürs laufende Geschäft, die sie dann zusammenrechnen. Und während sich das laufende Geschäft nach wie vor immer weiter verbessert, trüben sich die Aussichten schon seit einiger Zeit ein. Dass es in einem halben Jahr noch bessergehen könnte als jetzt, das scheint vielen Managern unwahrscheinlich.

          Noch setzt sich der  Aufschwung fort

          Index liefert zuverlässige Prognose

          Doch wenn das Wachstum sich verlangsamt, dann sind oft auch die Aktionäre nicht mehr froh und fangen an, Aktien zu verkaufen. Tatsächlich haben Qualitätstests des Ifo-Instituts gezeigt: Der Index liefert eine zuverlässige Prognose für das Wirtschaftswachstum in einem halben Jahr. Und die Aktienkurse reagieren oft deutlich schneller.

          Das zeigte sich zuletzt im März 2009. Die Welt steckte damals mitten in der Finanzkrise, in den Firmen sah es düster aus. Beinahe täglich meldeten Konzerne Gewinneinbrüche, Mitarbeiter wurden entlassen, andere gingen in Kurzarbeit. „Der Rückgang beschleunigt sich, es ist überhaupt keine Bodenbildung zu erkennen“, schätzten damals selbst die Konjunkturexperten des Ifo-Institus. Doch es zeigte sich: Diese Nachrichten und Einschätzungen trafen die Vergangenheit besser als die Zukunft. Noch während alle Experten schwarzsahen, drehte sich in den Unternehmen die Erwartungen für die nächsten Monate ins Positive. Kein Vorstandschef wagte das öffentlich zu verkünden, doch die Umfragen fingen die Stimmung richtig ein. Der Ifo-Index stieg, der Deutsche Aktienindex stieg mit – einige Zeit später drehten auch die Meldungen aus den Firmen und die komplette Wirtschaft. Vor der Rezession war die Leistung kaum schlechter. Schon während die Finanzkrise im Jahr 2007 nur ein fernes Grummeln war, zeigte die Firmenumfrage erste Sorgen an. Bald darauf stagnierte der Deutsche Aktienindex – und stürzte bald danach richtig ab.

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