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Wall Street : Deutlich weniger Aktienrückkäufe

  • -Aktualisiert am

Weniger Bargeld für die Aktionäre amerikansicher Unternehmen - sie kaufen weniger Aktien zurück Bild: AFP

Im zweiten Quartal kam es an den amerikanischen Aktienmärkten zu einer Abnahme der Aktienrückkäufe. Aufgrund der Unsicherheit an den Märkten könnten die Rückkäufe im dritten Quartal noch weiter sinken.

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          Obgleich renommierte amerikanische Unternehmen wie Microsoft, Hewlett-Packard und Nike ihre Aktienrückkaufpläne in den vergangenen Tagen inmitten der erhöhten Volatilität am Aktienmarkt vorangetrieben haben, ließen die Rückkaufaktivitäten im jüngsten Quartal deutlich nach.

          Auf Grundlage eines vorläufigen Analyseergebnisses von Standard & Poor's Index Services brach die Aktienrückkaufaktivität der Large-Cap-Unternehmen im S&P-500-Index im Laufe des zweiten Quartals 2008 mit beachtlichem Tempo ein und erreichte ihren tiefsten Stand seit dem dritten Quartal 2005. Der Analyse zufolge dürften die Unternehmen im S&P 500 während des zweiten Quartals Aktienrückkäufe in Höhe von 87,9 Milliarden Dollar ausweisen, was einem Rückgang um 44,3 Prozent gegenüber den während des Vorjahresquartals aufgewendeten 157,8 Milliarden Dollar entspricht.

          Hohe Liquiditätsabflüsse

          Die Rahmenbedingungen für Rückkäufe änderten sich im Laufe des zweiten Quartals, da die Unsicherheit zunahm und die Bereitschaft schwand, beträchtliche Liquiditätsabflüsse für Einkäufe hinzunehmen. Das Dollarniveau der Rückkäufe bleibt jedoch auf einem historischen Höchststand, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass Verpflichtungen aus Aktienoptionen erfüllt werden müssen.

          Standard & Poor's rechnet damit, dass die Aktienrückkäufe aufgrund der Unsicherheit an den Märkten auch im dritten Quartal 2008 kräftig einbrechen werden, insbesondere im Vergleich zu der Rekordsumme von 172 Milliarden Dollar, die im dritten Quartal 2007 für Aktienrückkäufe aufgewendet wurde.

          Infotech-Unternehmen kaufen mehr zurück

          Aufgrund der jüngsten Marktgeschehnisse wurden mehrere große Rückkaufprogramme angekündigt. Infolgedessen geht S&P davon aus, dass die Unternehmen höhere Beträge für ihre Rückkaufpläne freigegeben haben. Wie viel Geld die Unternehmen hiervon tatsächlich aufwenden, um Aktien zurückzukaufen, ist abhängig von den Bedingungen an den Aktienmärken, doch insbesondere auch davon, wie sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die nächste Zeit einschätzen.

          Auf Branchenebene stellt S&P eine kontinuierliche Verlagerung der Aktienrückkaufaktivitäten fest. Finanzunternehmen haben es während des zweiten Quartals dieses Jahres weiterhin vermieden, Aktien zurückzukaufen, und stellten lediglich 6,58 Prozent der Gesamtrückkäufe. Viele Finanzfirmen schlugen im Laufe des Quartals sogar die entgegengesetzte Richtung ein und emittierten Stammaktien und andere Wertpapiere, um ihre Liquidität zu stützen.

          Der Informationstechnologiesektor hingegen hat seine Ausgaben für Rückkäufe (nach einem Rückgang in früheren Perioden) weiter erhöht und zeichnet nun für 26,23 Prozent aller Rückkäufe verantwortlich.
          Seit Beginn des Rückkaufbooms im vierten Quartal 2004 haben die Unternehmen im S&P 500 rund 1,64 Billionen Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben, während 1,73 Billionen Dollar für Investitionen und 845 Milliarden Dollar für Dividenden aufgewendet wurden.

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