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Wall Street : Der Chef im Rampenlicht

  • -Aktualisiert am

Bill Ford wurde abgelöst - andere CEOs können es besser Bild: AP

Derzeit machen an der Wall Street viele Führungswechsel Schlagzeilen. Es geht auch anders: Fünf Chefs, die ihr Unternehmen seit vielen Jahren leiten - und den Aktienkurs ordentlich gesteigert haben.

          5 Min.

          Der Posten des CEO war in jüngster Zeit hart umkämpft: Bristol-Myers Squibb, Ford und Viacom haben kürzlich ihre Führungsriege ausgewechselt. Möglicherweise ist es kein Zufall, daß jede der aktuellen CEO-Umbesetzungen in Unternehmen mit daniederliegenden Aktienkursen einherging. Tatsächlich könnte der Weggang von Tom Freston als Präsident und CEO von Viacom im Zusammenhang mit der Aktienperformance stehen, wie einige Analysten behaupten. Die Kommentare des Aufsichtsratsvorsitzenden Sumner Redstone deuten darauf hin, daß „die Nachricht den glanzlosen Aktienkurs [Viacoms] widerspiegele“, so Standard & Poor-Analyst Tuna Amobi in einem Bericht vom 5. September.

          Natürlich ist die Aktienperformance beileibe nicht das einzige Kriterium für den Erfolg eines CEO, aber es ist das Kriterium, das den Aktionären mit am ehesten am Herzen liegt. Eine starke mehrjährige Bilanz ist ebenfalls gerne gesehen. Hier nun die fünf S&P-500-CEOs, die länger als fünf Jahre amtieren und deren Aktien die höchsten Gesamtgewinne über die letzten fünf Jahre erzielt haben.

          1. Steve Jobs, Apple

          Eine Liste der Top-Performer unter den CEOs ohne Steve Jobs ist nur schwer vorstellbar. In den späten 70er Jahren ebneten Jobs und der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak den Weg für den Personal Computer. In jüngerer Zeit hat Jobs die Einführung von neuen Produkten veranlaßt, die sowohl Profite in die Höhe schießen ließen als auch Aufsehen in den Medien erregten. Er sitzt außerdem im Vorstand eines der größten Medienunternehmen, nämlich Disney.

          Steve Jobs
          Steve Jobs : Bild: AP

          Nach seiner Entlassung Mitte der 80er stieg Jobs 1996 wieder bei Apple ein. Zwei Jahre später kurbelte er die Verkaufszahlen mit dem ursprünglich wie ein Weingummi geformten iMac an. Im Jahr 2001 brachte Apple den Musik-Player iPod auf den Markt, der seitdem sein Angebot um die Wiedergabe von TV-Shows und, erst seit dieser Woche, von Filmen erweitert hat.

          Jobs hat Apples Markenimage aufpoliert, aber seine Schwerpunktsetzung auf Ästhetik - und benutzerfreundliche Produkte - hat auch den Aktionären ein ordentliches Sümmchen beschert. In den fünf Jahren bis zum 12. September konnten die Aktien einen Gesamtjahresgewinn von 53 Prozent erzielen. Seit dem Tag vor Jobs Rückkehr in Apples Chefetage am 16. September 1997 sind die Aktien um Split-bereinigte 1.250 Prozent in die Höhe geschnellt, verglichen mit einem 42,8-Prozent-Gewinn im breiter gefaßten S&P-Index.

          Natürlich war nicht jeder Schritt von Apple richtig. Im August mußte das Unternehmen seinen Bericht über die Gewinne des zweiten Quartals verschieben, nachdem es bekanntgab, daß es „Unstimmigkeiten“ bei den Aktienoptionen entdeckt habe. Obwohl bei den Optionen noch einiges im Unklaren ist, rechnen es Analysten Jobs hoch an, daß er das Schiff, daß er vom Stapel zu lassen half, wieder auf Kurs gebracht hat. „Wir schreiben die Trendwende dem Apple-Mitbegründer Steve Jobs zu“, äußerte S&P-Analyst Richard Stice in einem Bericht vom 6. September.

          2. Lew Frankfort, Coach

          So sieht eine Gewinnsträhne aus: Coach-Chairman und CEO Lew Frankfort hat den Taschendesigner durch 17 Quartale zweistelligen Wachstums bei den „same store“-Verkäufen geführt, einer Schlüsselkennzahl im Einzelhandel. Die Aktien erzielten einen Gewinn von jährlich durchschnittlich 49,5 Prozent in den fünf Jahren bis zum 12. September.

          Der Rückgang der Verbraucherausgaben stellte für die in New York ansässigen Einzelhändler kein Problem dar. Coach-Kunden haben bisher weiterhin modische Handtaschen und Accessoires für 200 Dollar oder mehr gekauft, selbst angesichts steigender Benzinpreise. Coach gibt jeden Monat neue Produkte heraus und pflegt ein gehobenes Image, während heruntergesetzte Waren über den Fabrikverkauf vertrieben werden.

          Seine Führungsposition bei Coach hat Frankfort im November 1995 übernommen, bevor das Unternehmen von Sara Lee abgespalten wurde. Im Jahr 2005 erzielte er eine Jahresvergütung von zwei Millionen Dollar, plus 48 Millionen mittels Aktienoptionen. „Wir finden nicht, daß dies eine unangemessene Entschädigung ist“, sagt Morningstar-Analystin Kimberly Picciola mit Blick auf die Aktiengewinne seit dem Börsengang im Jahr 2000.

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