https://www.faz.net/-gv6-qhkw

Von Hoch zu Hoch : Dax-Gewinner und -Verlierer seit 2000

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Der Dax erreicht am Freitag ein Rekordhoch. Das gilt jedoch nicht für alle Einzelwerte. Sie entwickelten sich in den vergangenen Jahren höchst unterschiedlich: Während die Conti-Aktie deutliche Kursgewinne verbuchte, bremste die T-Aktie den Index. Ein Überblick.

          Nach sieben Jahren und drei Monaten ist es endlich wieder soweit: Der Dax erreicht neue Rekordkurse. Wer sich damals ein Indexprodukt ins Depot legte, musste so lange warten, bis er die zwischenzeitlichen Verluste wieder aufgeholt hat, sofern er unterdessen die Kursverluste nicht begrenzt hat.

          Allerdings gilt das nur für indexorientierte Anleger. Denn ein Blick zurück macht zwei Dinge klar: Erstens ändern sich Indizes im Zeitverlauf. Aus diesem Grund lassen sich die Performancezahlen langfristig nur bedingt miteinander vergleichen. Zweitens können sich die Indexbestandteile höchst unterschiedlich entwickeln.

          Conti-Aktie verbucht deutliche Kursgewinne

          So mussten die Aktionäre des Autozulieferers, Reifenherstellers und Industrieunternehmens Continental in den Jahren 2000 bis 2003 zwar turbulente Zeiten mit zum Teil deutlichen Kursverlusten hinnehmen. Danach legte die Aktie jedoch in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend einen phantastischen Höhenflug hin.

          Bilderstrecke

          Alleine von Dax-Hoch zu Dax-Hoch hat die Aktie knapp 535 Prozent zugelegt auf zuletzt 107 Euro je Aktie. Ausgehend von einem Zwischentief bei 8,81 Euro im September des Jahres 2001 belaufen sich die Kursgewinne inzwischen sogar auf 1.115 Prozent. Angesichts des anhaltenden Trends, der Umsatz- und Gewinnentwicklung und auch der Bewertung scheinen weitere Kursgewinne wahrscheinlich zu sein. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei 13,6 und 12,3, bei einer Dividendenrendite von 1,9 Prozent.

          Gut bis sehr gut abgeschnitten haben im Index auch die Papiere der Deutschen Börse, der Hypo Real Estate, von Adidas, MAN und in jüngster Zeit auch jene von Volkswagen. Manche sind erst nach dem Hoch im Jahr 2000 in den Index gekommen, andere profitierten in den vergangenen Jahren vom globalen Wachstum und der zunehmenden Nachfrage nach Rohstoffen, Energie und nach industriellen Gütern.

          Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die Verliererwerte der vergangenen Jahre. Dazu zählen in erster Linie die Papiere des Indexschwergewichtes Deutsche Telekom, von Infineon und nicht zuletzt die Versicherungswerte, sowie die Aktien von Tui und SAP.

          T-Aktie hält den Index unten

          Ohne die Kursentwicklung der Aktien der Deutschen Telekom, von SAP und Infineon hätte der Dax sehr wahrscheinlich viel früher neue Hochs erreicht. Denn erstens wäre er in den Jahren 1999 und 2000 nicht so schnell so hoch gelaufen. Immerhin war die Indexentwicklung damals maßgeblich auf die allgemeine Technologie- und Telekommunikationseuphorie zurückzuführen, die die Kurse dieser Unternehmen stark beflügelte.

          Auf der anderen Seite zogen und hielten gerade diese Werte den Index in den vergangenen Jahren nach unten. Das dürfte kaum verwundern. Denn ihre operativen Geschäfte mussten sich erst wieder von der damaligen Rezession erholen oder sie wurden von starkem Wettbewerb mit damit verbundenem Preisverfall gekennzeichnet. Daran dürfte sich im Telekommunikationsbereich in den kommenden Jahren kaum etwas ändern, da der Preisdruck anhält. Aus diesem Grund dürfte die Aktie der Deutschen Telekom den Dax-Index auch weiterhin bremsen.

          So mag grundsätzlich vieles für den Kauf von Aktien oder günstigen Indexfonds sprechen. Langjährige Verlustphasen können jedoch die langfristige Durchschnittsrendite empfindlich dämpfen. Möglicherweise gerade in einer Phase, in der Anleger auf die investierten Mittel zurückgreifen müssen. Gleichzeitig können gut gewählte Einzeltitel die Entwicklung des Index mit einiger Wahrscheinlichkeit übertreffen .Dazu reicht schon die Fähigkeit aus, Werte von Unternehmen zu meiden, die sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld befinden und die aus diesem Grund nicht profitabel wachsen können.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Verschrotter“ gegen „Planierraupe“: Renzi am Dienstag im italienischen Senat

          Regierungskrise in Italien : Im Land der wilden Matteos

          Italiens früherer Ministerpräsident Renzi wittert in der Regierungskrise die Gelegenheit für ein Comeback – und versucht nun, die Neuwahlpläne seines Erzfeindes Salvini zu durchkreuzen. Der Publizist Massimiliano Lenzi prophezeit einen „langen Krieg der Matteos“.
          Berlin im Juli 2017: Überschwemmung auf der Märkischen Allee nach einem Unwetter

          Schwierige Stadtplanung : Schwamm drunter!

          Starkregen und Hochwasser bringen Städte immer wieder an ihre Grenzen. Sie müssen sich anpassen – denn der Klimawandel dürfte das Problem noch verschärfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.