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Technische Analyse : Viele deutsche Aktien rücken auf die Verkaufsliste

  • -Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG arbeitet vor einem angestochenen Hochofen. Die AKtie ist derzeit kein interessantes Investment. Bild: dpa

Die Wertpapiere von K+S, Salzgitter und Aixtron sind Beispiele für Aktien, die Anleger jetzt verkaufen sollten. Ein ehemaliger Dax-Wert könnte jetzt sogar seine Mitgliedschaft im S-Dax verlieren.

          Die Kombination aus Leitzinserhöhung in den Vereinigten Staaten und Konjunkturabkühlung beziehungsweise -schwäche in ausgewählten Schwellenländern sowie der Kurseinbruch bei einigen Rohstoffen haben an den amerikanischen und europäischen Aktienmärkten nach vielen Jahren der Hausse für einen schwachen Jahresstart gesorgt.

          Als Konsequenz gibt es auch am deutschen Aktienmarkt viele Titel, die mit einer grundlegenden mittelfristigen Eintrübung und sogar mit neuen technischen Verkaufssignalen zu kämpfen haben. Bei diesen Werten sollte die aktuelle Stabilisierung am Aktienmarkt für Verkäufe oder Tauschoperationen genutzt werden. Die aktuelle (technische) Verkaufsliste am deutschen Aktienmarkt umfasst aus dem Dax die Werte Deutsche Bank, K+S und Thyssen-Krupp. Aus dem M-Dax fallen Aurubis, Hugo Boss, Lanxess, Salzgitter und Wacker Chemie auf. Vom Tec-DAX kommen Aixtron und Siltronic hinzu. Aus dem S-Dax sind HHLA, MLP und SGL Carbon besonders negativ aufgefallen.

          Beim Dax-Wert K+S besteht aus übergeordneter technischer Sicht die Kursentwicklung der letzten 20 Jahre nur aus zwei technischen Phasen. Zuerst ergab sich seit Mitte der 1990er Jahre, ausgehend von Kursen um 2 Euro (Kursniveau bereinigt um zwischenzeitliche Kapitalmarktaktivitäten), eine Hausse-Bewegung. Seit dem Jahr 2003 und Kursen um 4 Euro ist es parallel zur damaligen Hausse in vielen Rohstoffen zu einem langfristigen Hausse-Trend gekommen. Hierbei ist die Aktie in einer Aufwärtsbeschleunigung im Juni 2008 bis auf Kurse um 92,20 Euro gelaufen.

          Begleitet durch die damals einsetzende Gesamtmarktbaisse ist die Aktie in der zweiten Jahreshälfte 2008 aus dieser Hausse-Bewegung herausgelaufen, so dass seitdem die zweite technische Phase - eine übergeordnete Baisse-Bewegung - vorliegt. Diese mittlerweile seit fast acht Jahren bestehende Baisse-Bewegung besteht aus einem klassischen Wechselspiel von Verkaufssignalen, mittelfristigen Abwärtstrends und mittelfristigen Zwischenerholungen. Nach dem sehr ausgeprägten Kursrutsch im August 2013 bis auf Kurse um 15 Euro kam es bei K+S zu einer mittelfristigen Zwischenerholung. Das Übernahmeangebot von einem Mitbewerber im Sommer 2015 führte den Aktienkurs bis an die alte Widerstandszone um 40 Euro.

          Begleitet von der Rücknahme des Übernahmeangebots und den Kurseinbrüchen bei vielen Rohstoffen, hat K+S jetzt wieder einen von mehreren Verkaufssignalen begleiteten Abwärtstrend (Abwärtstrendlinie bei 22,60 Euro) etabliert. Darüber hinaus hat die Aktie eine mittelfristige relative Schwäche zum Dax. Hinzu kommt, dass K+S nach Streubesitz die mit Abstand kleinste Aktie im Dax ist und damit auch mit Blick auf das Jahr 2016 immer in der Diskussion stehen sollte, die Dax-Mitgliedschaft zu verlieren. Aufgrund dieser Gesamtlage bleibt die Aktie - und dies gilt besonders in eine Kurserholung hinein - ein technischer Verkauf.

          Im M-Dax kann beim Stahlkonzern Salzgitter die Kursentwicklung seit dem Jahreswechsel 2002/2003 ebenfalls in zwei übergeordnete technische Phasen eingeteilt werden. Die erste Phase besteht aus einer technischen Bilderbuch-Hausse. Ausgehend von Kursen um 6 Euro (November 2002) ergab sich ein Hausse-Trend, der parallel zum damaligen Boom und den Übernahmen im weltweiten Stahlsektor ab dem Jahr 2005 nach oben beschleunigte. Diese Hausse hat die Aktie von Salzgitter dann auf Kurse um 158,90 Euro (Juli 2007) und neue historische Höchstkurse geführt. Seitdem liegt in Salzgitter die zweite technische Phase - eine Baisse-Bewegung - vor. Während es im Jahr 2008 zu einer Abwärtsbeschleunigung mit einem Kursrutsch bis auf 40 Euro kam, ergab sich ab dem Jahreswechsel 2009/2010 eine moderatere, aber kontinuierliche Baisse-Bewegung. Hierbei folgten den technischen Verkaufssignalen immer wieder mittelfristige Abwärtstrends und neue Baisse-Tiefs, so dass zwischenzeitliche, kurzfristige technische Verbesserungen immer wieder zerstört wurden.

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