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Versorger : Eon ist nur konsequent

  • Aktualisiert am

Eon baut auf die Energie Bild: Rose/Müller/STOCK4B

Eon konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich auf die Energieproduktion. So ist der Verkauf der Aluminiumsparte nur logisch.

          Kaum hat das Jahr 2002 begonnen, kommt mit der neuen steuerlichen Regelung schon Bewegung ins Übernahme- und Fusionsspiel. So hat Eon nicht ganz unerwartet seine Tochter VAW Aluminium an den norwegischen Mischkonzern Norsk Hydro verkauft und konzentriert sich damit immer mehr auf seine Kernkompetenzen.

          Marktteilnehmer reagieren durchweg positiv. Der Verkauf von VAW sei nicht überraschend, dagegen der frühe Zeitpunkt positiv, sagt Frank Laser von der Berenberg Bank. Auch der Erlös von 3,1 Milliarden Euro liege über seinen Erwartungen, war er doch von „nur“ 2,5 Milliarden Euro ausgegangen. Die ohnehin finanzkräftige Eon könne mit dem steuerfreien Gewinn von 1,1 Milliarden Euro weitere Akquisitionen insbesondere in den USA ins Auge fassen. Laser behält die Aktie auf “Kaufen“, auch wenn die traditionell defensiven Versorger bei einer potenziellen Erholung der Technologiewerte etwas ins Hintertreffen geraten könnten. Als Kursziel nennt er 70 Euro auf Sicht von zwölf Monaten.

          Unter Risikoaspekten allemal interessant

          Auch die Analysten von M.M. Warburg beurteilen den Verkauf von VAW Aluminium durch Eon positiv. Der Verkaufspreis inklusive Finanzverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen mit 3,1 Milliarden Euro liege am oberen Rand der Erwartungen. Damit stünden nun weitere drei Milliarden Euro für Akquisitionen im Kerngeschäft Energie zur Verfügung. Durch den Verkaufsgewinn werde das Ergebnis für das laufende Jahr deutlich steigen. Aber da die Zinserträge aus dem Verkaufserlös vermutlich niedriger als der Ergebnisbeitrag von VAW ausfallen würden, dürfte im kommenden Jahr der Gewinn je Aktie etwas niedriger ausfallen, heißt es weiter. Die Anlageempfehlung belassen die Analysten auf “Kaufen“ und das Kursziel bei 72 Euro.

          „Nur konsequent“ ist dieser Deal für Jörg Natrop von der WGZ-Bank. In den vergangenen Wochen habe sich das Geschäft schon abgezeichnet, denn das Aluminiumgeschäft zähle schon lange nicht mehr zum Kerngebiet von Eon. Auch der Zeitpunkt sei vor dem Hintergrund der ab 2002 gültigen Steuerfreiheit von Beteiligungsverkäufen nur logisch. Er beurteilt die Aktie mit „akkumulieren“.

          Insgesamt stehen die Analysten Eon mehrheitlich positiv gegenüber. 38 von 60 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, der Rest ist eher neutral. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 für das Jahr 2002 erscheint die Aktie günstig bewertet. Sollten die Aktienmärkte weiter die „Technologischiene“ spielen, so könnte Eon zwar im direkten Vergleich relativ blass aussehen. Zieht man allerdings die Kursrisiken ins Kalkül, dürfte der eher defensive Wert gut dastehen. Vor allem unter Berücksichtigung der zunehmend fokussierten Unternehmensstrategie. Die dürfte auch eine zunehmende Ertragsorientierung beinhalten.

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