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Versicherungswerte : Argumente für Versicherungsaktien nicht neu - aber stark

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Der Terrorschaden hat die Kraft der Versicherer nur unterstrichen Bild: dpa

Glaubt man den Branchenexperten, steht den großen Versicherern - und ihren Aktionären - ein glänzendes Jahr bevor.

          Glaubt man den Branchenexperten, steht den europäischen Versicherern und ihren Aktionären 2002 ein glänzendes Jahr bevor (vgl. "Morgan Stanley gefallen Versicherungsaktien").

          Und vor allem den Großen: In Deutschland sorgt das volumenträchtige Altersvorsorgegeschäft in Folge der Riester-Rente für Fantasie bei den Marktführern - allerdings natürlich nicht erst seit gestern. Dazu kommt die Steuerfreiheit von Beteiligungsverkäufen - wieder ein Argument für die Großen, wenn auch kein neues.

          Allianz, Münchener Rück und AMB bevorzugt

          Dennoch sehen die Analysten etwa von WestLB Panmure nach den Kursrückschlägen dieses Jahres weiteres Potenzial für den Sektor: In Deutschland stufen sie die drei Großen Allianz, AMB Generali und Münchener Rück als "Outperformer" ein.

          "Die Allianz ist als Marktführer in der betrieblichen Altersvorsorge natürlich bestens für Geschäfte im Rahmen der Riesterförderung positioniert", argumentiert WestLB-Analyst Volker Kudszus, der ein Kursziel von 294 Euro nennt. "Dazu kommt ein durch die Rentenreform generell gestiegenes Bewusstsein für die Altersvorsorge." Auch die Analysten von Morgan Stanley sehen in der Aktie einen "Outperformer" mit Kursziel 340 Euro. Die Risiken aus den Terroranschlägen sowie die schwache Performance der Dresdner Bank seien im Kurs längst enthalten. Insgesamt traut Morgan Stanley der Allianz in den kommenden drei Jahren ein jährliches Gewinnwachstum von 25 Prozent zu.

          Was AMB Generali (AMB gehört mittlerweile zu 65 Prozent zur italienischen Generali) betrifft, spricht die Gewerkschaftsnähe für ein besonderes Sück am Riester-Kuchen: Mit der Volksfürsorge hat der Marktführer bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ein ehemaliges Gewerkschaftsunternehmen unter seinem Dach, was das Geschäft mit Pensionsfonds beflügeln dürfte, meint Volker Kudzus. Sein Kursziel für die Aktie liegt bei 132 Euro.

          Münchener Rück profitiert von Prämiensteigerungen

          Bei den Rückversicherern ist für viele Analysten der Weltmarktführer Münchener Rück erste Wahl. Wie der Kursverlauf zeigt, haben die Ereignisse des 11. September nach dem ersten Schrecken sogar für neue Fantasie gesorgt: "Die Terrorattacken fielen mitten in die Erneuerungsrunde der Rückversicherungsverträge und haben für zum Teil drastische Prämienerhöhungen gesorgt", erläutert Kudszus. "Mit Ergo ist auch Münchener Rück sehr stark in der betrieblichen Altersvorsorge positioniert."

          Auch Sackett Cook von UBS Warburg hat die Aktie wegen der guten Aussichten auf bessere Rückversicherungs-Abschlüsse im kommenden Jahr kürzlich auf "Kaufen" heraufgestuft und nennt ein Kursziel von 323 Euro. Optimistischer sind die Analysten von Morgan Stanley, die der Aktie auf Jahressicht einen Kurs von 350 Euro zutrauen.

          Blickt man über Deutschland hinaus, sehen die Experten von Morgan Stanley im Direktversicherungs- wie im Rückversicherungsgeschäft mit Aegon ("Strong Buy", Kursziel 41 Euro) und Swiss Re ("Strong Buy", Kursziel 225 Franken) noch bessere Chancen.

          Fazit: Zwar lehrt die Erfahrung, dass einhellige Analystenurteile sowie Kursziele mit der gebotenen Vorsicht zu genießen sind. Aber die Argumente, wenn auch schon oft gehört, sprechen für deutlich bessere Geschäftsperspektiven, die sich nach den außerordentlichen Belastungsfaktoren in diesem Jahr auch in weiteren Kursgewinnen bei den Großen der Branche niederschlagen dürften. Nach den Erfahrungen mit den Terrorattacken in Amerika wird der Sektor zudem mögliche weitere Schocks wahrscheinlich besser verkraften als nach dem 11. September.

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