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Versicherungen : Zürich Financial stürzt ab

  • Aktualisiert am

Was nun, Herr Hüppi? Bild: dpa

Mit 22 Prozent Minus kam die Zurich Financial kräftig unter die Räder. Nach Analysten-Aussagen hat das Vertrauen ins Management gelitten.

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          Knapp 22 Prozent verlor die Aktie von Zurich Financial am Donnerstag an der Börse in Zürich, nachdem das Unternehmen zum wiederholten Male innerhalb von sechs Wochen seine Gewinne nach unten revidiert hatte.

          So lag der Gewinn des Jahres 2000 mit 2,1 Milliarden Dollar unter den Erwartungen der Analysten. Das größere Problem aber war der Ausblick auf das Jahr 2001. So werde das Ergebnis zwischen 1,8 und zwei Milliarden Dollar und damit sogar unter dem des vergangenen Jahres liegen, teilte Konzernchef Rolf Hüppi mit. Dabei hatte sich Hüppi bei der Gewinnwarnung im Februar auf Einmaleffekte berufen, die aber im Jahr 2001 wegfallen dürften. Gleichzeitig erwartet er für 2001 eine Belastung durch Umstrukturierungskosten und schwache Finanzmärkte.

          Gestörtes Vertrauen

          Auf dieser Basis rät Analyst René Locher von der Privatbank Sarasin nur zu einem „Halten“ der Aktie. Er müsse seine Gewinnschätzung nach unten revidieren. Die Stimmung gegenüber dem Unternehmen, insbesondere aber gegen den Vorstand, sei mehr als schlecht. Es sei sicher eine längere Zeit notwendig, um das Vertrauen von Seiten der Anleger und der Analysten wiederherzustellen. Eine weitere Verkaufswelle von angelsächsischen Anlegern sei nicht ausgeschlossen.

          Analysten der Bank Leu sehen das ähnlich. Sie senken die Gewinnerwartungen für das Jahr 2001 und 2002 um jeweils 30 Prozent. Die Aktie habe in naher Zukunft nur begrenzte Fantasie, allerdings sei eine Zwischenerholung bis auf 640 Franken denkbar. Anleger, die noch investiert seien, könnten die Aktien halten. Von einem Neuengagement würden sie eher abraten.

          Etwas positiver sieht das allerdings Analyst Andreas Frick von der Bank Vontobel. Für ihn ist der Kursverfall in seiner Höhe „absolut irrational“. Natürlich habe Vorstand Rolf Hüppi in der Vergangenheit versucht, sich besonders gut zu verkaufen und das Ergebnis positiv aussehen zu lassen. Jetzt sei man eben zur Realität zurückgekehrt. „Insgesamt macht aber das Management einen guten Job“, sagt er. Das technische Ergebnis sei gut und befinde sich in einem Aufwärtszyklus. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn sei die Aktie absolut preiswert. Auch der geplante Verkauf der Rückversicherungssparte sei absolut sinnvoll. Die sei im internationalen Vergleich relativ klein und größere Schadensfälle würden doch immer negativ auf das Gesamtergebnis des Unternehmens durchschlagen. „So wird nach einem Verkauf die Ergebnisreihe stabiler und zuverlässiger werden“, hofft er.

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