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Versicherungen : Zeit für Gewinnmitnahmen bei AMB Generali-Aktie

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Von einem guten Jahresendgeschäft geprägt sind die Quartalsergebnisse des Versicherers AMB Generali. Die unsichere Zukunft des Lebensversicherungsgeschäfts trübt die Aussichten der Aktie.

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          Deutschlands drittgrößter Erstversicherer AMB Generali hat im ersten Quartal 2005 seinen Gewinn fast verdreifacht. Der Nettogewinn stieg von 25,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 73,8 Millionen Euro.

          Die gebuchten Bruttoprämien lagen im Quartal bei 3,4 (Vorjahr: 3,3) Milliarden Euro. Erfreulich entwickelte sich dabei das Lebensversicherungsgeschäft mit einem Plus von sieben Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Der Zuwachs liegt damit deutlich über dem für 2005 erwarteten Branchendurchschnitt von zwei bis drei Prozent. Die Schaden-Kosten-Quote lag bei 98,4 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

          Erfolge verbucht der Versicherer auch bei seinen Bemühungen, die Kosten zu senken. So konnten 228 der für 2005 geplanten 350 Stellen bereits abgebaut werden. Im Gesamtjahr 2005 will AMB Generali weiter einen Gewinn nach Steuern und vor Firmenwertabschreibungen von mindestens 300 (2004: 218) Millionen Euro erreichen, was durchaus realistisch erscheint.

          Erwartungen erfüllt, Zukunft unsicher

          Mit diesen Ergebnissen erfüllte der Versicherer, zu dem unter anderem die AachenMünchener, die Volksfürsorge, die Central-Krankenversicherung, der Direktversicherer CosmosDirekt und die Bausparkasse Badenia die Erwartungen des Marktes.

          Besonderer Beachtung bedarf bei AMB Generali das Lebensversicherungsgeschäft, auf das rund die Hälfte der Bruttobeitragseinnahmen entfällt. Hier steht zu befürchten, daß es im Laufe des Jahres zu einem deutlichen Rückgang kommt, da die Kapitallebensversicherung mit diesem Jahr ihr Steuerprivileg verloren hat. Davon war zwar im ersten Quartal noch nichts zu sehen. Aber, so räumt AMB Generali im Konzernbericht ein, dabei profitierten die beiden großen Lebensversicherer der Gruppe (AachenMünchener und Volksfürsorge) auch vom guten Vorjahresgeschäft, das die Nachfrageschwäche in den ersten drei Monaten mehr als ausgleichen konnte. Für das Gesamtjahr sei aber mit einem niedrigeren Neugeschäft zu rechnen. Wie sich dies auf die Bilanzen des Versicherers genau auswirken wird, wird sich also frühestens im zweiten Quartal abzeichnen.

          Hoffnung besteht indes, daß sich die Nachfrage auf andere Produkte verlagert. Denn bei Produkten unter der Förderung nach der „Riester-Rente“ melden die AMB-Lebensversicherer einen „deutlichen Nachfrageschub“. In den ersten drei Monaten seien mit rund 38.600 Riester-Verträgen 43 Prozent mehr verkauft worden als im Vorjahresquartal. In den kommenden Jahren erhofft man sich beim Unternehmen, von den 2006 und 2008 in Kraft tretenden Riester-Förderstufen zu profitieren.

          Kurs hat Luft nach unten

          Nichtsdestoweniger bleibt für die nächste Zukunft die Unsicherheit bestehen. Der Markt quittierte die Zahlen am Mittwoch auch mit leichten Kursverlusten. Genauso solide wie die vorgelegten Unternehmenszahlen ist auch die Bewertung der Aktie. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas unter elf ist sie nicht zu teuer, liegt aber im Vergleich zu anderen Versicherern eher am oberen Rand der Bewertungsspanne.

          Charttechnisch scheiterte die Aktie Anfang April bei dem Versuch ein neues Zwei-Jahres-Hoch aufzustellen und ist seitdem merklich zurückgekommen. Dabei hat sie deutlich noch Luft nach unten, so daß sich neue Investments derzeit nicht anbieten. Und an Gewinnmitnahmen ist nach einem Kursgewinn von rund 100 Prozent in zwei Jahren bekanntlich noch niemand ärmer geworden.

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