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Versicherungen : Münchener Rück-Aktie springt aus langjähriger Handelsspanne

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Bild: FAZ.NET

Die Aktie der Münchener Rück ist seit Frühjahr 2003 unter dem Strich seitwärts gelaufen - bis vor wenigen Tagen. Nun hat die Notiz den Ausbruch aus dem langen Seitwärtstrend geschafft und ein Investmentsignal gesendet.

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          Beim Anblick des Kursverlaufs der Aktie der Münchener Rück überkam Anleger seit dem Frühjahr 2003 zumeist das große Gähnen. Der Wert pendelte zumeist zwischen den Marken 83 Euro und 99 Euro. Gemessen an der üblen Talfahrt zu Beginn des Jahrtausends konnte dieses langweilige Verhalten allerdings schon fast als beruhigend aufgefaßt werden. Doch mit dieser relativen Gemütlichkeit ist es seit einigen Tagen vorbei: Im November ist der Kurs, von einem ordentlichen Quartalsbericht unterstützt, deutlich angesprungen - und hat in dieser Woche den Ausbruch aus der seit fast drei Jahren geltenden Handelsspanne geschafft.

          Am Donnerstag hat die Aktie den Xetra-Handel mit einem satten Kursplus von 5,2 Prozent oder 5,75 Euro auf 116,61 Euro beendet und gleichsam als Tagessieger im Dax geglänzt. Und wenn es nach den technischen Analysten der Commerzbank geht, kann der Titel nun ohne weiteres bis auf rund 125 Euro laufen. Denn der Sprung aus der Handelsspanne kommt einem Investmentsignal gleich, das erfahrungsgemäß für ein Kursplus von 15 bis 20 Prozent gut ist, wie Analystin Sandra Schiller zu FAZ.NET sagte.

          Treffliche Prognose der Commerzbank

          Schillers Kollege Achim Matzke hatte schon am 4. November „weiteres Aufwärtspotential“ bei dem Titel festgestellt. „Nach der Seitwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2005 arbeitet die Münchener Rück nun an der Etablisierung eines mittelfristigen Aufwärtstrends und hat die trendbestätigende Mini-Konsolidierung der vergangenen vier Wochen mit einem neuen Trading-Kaufsignal beendet, was das mittelfristige Kursziel bei 106,70 Euro in den Focus rückt“, schrieb Matzke in einem Kurzkommentar.

          Die genannte Marke war ein Schlußkurs-Hoch vom November 2003, das die Notiz seitdem nicht mehr gesehen hatte. Bis in die jüngsten Tage hinein. Vor rund einer Woche sprang die Aktie über diese Hürde, lief dann fünf Tage seitwärts, bevor sie sich von der früheren Handelsspanne entfernte. Und diese Bewegung hat die Notiz am Donnerstag eindrucksvoll untermauert.

          Höhere Dividende möglich

          Das heißt auch: Die durch die verheerenden Hurrikane verursachten Schadensbelastungen hat die Aktie gut verdaut. Der Rückversicherer hat im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 434 Millionen Euro und damit das Ergebnis der gleichen Vorjahresperiode um 31 Prozent und beim Quartalsprofit von 365 Millionen Euro zu 35 Prozent übertroffen. Angesichts dessen bleibt der Vorstand bei dem Ziel einer Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent. Zudem ist eine höhere Dividende möglich.

          Die Bewertung dürfte keine Kursbremse darstellen. Auch im Branchenvergleich ist der Titel mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 10,1 für dieses Jahr und 9,7 für 2006 nicht teuer; 2002 kam die Aktie noch auf ein KGV von 19,7. Zum weiteren Vergleich: Die Swiss Re ist mit 13,1 und 10,2 bewertet, die Hannover Rück mit 66,5 und 7,4.

          Unter dem Strich wirkt die Münchener Rück durch den gelungenen Ausbruch nun klar attraktiver als noch vor wenigen Wochen.

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