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Versicherungen : Generali-Aktie versucht wieder den Ausbruch

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Entwicklung der Generali-Aktie im Xetra-Handel. Bild:

Der italienische Versicherungskonzern Generali hat mit seinem Gewinn und den Prämieneinnahmen die Analystenprognosen klar geschlagen und die Jahresziele bekräftigt. Die Aktie probt wieder einmal den Ausbruch aus der Handelsspanne.

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          Der italienische Versicherungskonzern Generali hat mit seinen Zahlen zum Gewinn und zu den Prämien im ersten Halbjahr die Prognosen von Analysten klar geschlagen. Zudem bestätigte Generali das Ziel, den Gewinn im Vergleich zum vergangenen Jahr zu steigern. Zu Kursaufschlägen haben diese Nachrichten indes nicht geführt. Die im EuroStoxx 50 notierende Aktie ging aber mit 22,11 Euro unverändert aus dem Handel, während der Index knapp 0,6 Prozent einbüßte.

          Mithin bestätigte die Generali-Aktie die Tendenz, etwas besser abzuschneiden als der EuroStoxx 50, der dem Titel lediglich im vergangenen Monat ein wenig voraus gelaufen ist. Von Analystenseite erhalten der Konzern und die Aktie, die jüngst wieder Triebkraft gezeigt hat, Lob. Allerdings würde sich der recht ambitioniert bewertete Titel erst richtig interessant machen, wenn ihm endlich der Ausbruch aus der seit Januar geltenden Handelsspanne gelänge.

          Nettoergebnis um gut 14 Prozent besser als erwartet

          Die Assicurazioni Generali hat ihr Nettoergebnis in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 40 Prozent auf 742 Millionen Euro von 531 Millionen Euro gesteigert. Analysten hatten im Schnitt mit 648,8 Millionen Euro gerechnet. Höhere Prämieneinnahmen von insgesamt 28,7 Milliarden Euro hätten zur Steigerung des Ergebnisses ebenso beigetragen wie eine geringere Steuerbelastung, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. Das Plus bei den Prämien belief sich auf 20 Prozent. Das technische Ergebnis, unter dem Generali das operative Ergebnis aus dem Kerngeschäft Versicherungen versteht, erhöhte sich auf 283,8 Millionen Euro nach 20,8 Millionen Euro. Hier hatte die Konsensprognose der Analysten bei 280 Millionen Euro gelegen.

          Die Schaden-/Kostenquote - das Verhältnis zwischen Schadenaufwendungen und Kosten zu den Beitragseinnahmen - sank auf 99,8 Prozent nach 100,8 Prozent vor einem Jahr. (Zum Vergleich: Bei der Allianz sank es zuletzt um 2,7 Prozentpunkte auf 94,3 Prozent.) In diesem Fall erfüllte die Gesellschaft die Erwartungen der Analysten exakt.

          „Wir liegen derzeit über unseren Planzahlen“, sagte Konzern-Vizechef Sergio Balbinot laut Bloomberg. „Trotz eines fragilen Marktes sind wir zuversichtlich für die Zukunft.“ Die Assicurazioni Generali, die 1,7 Milliarden Euro in der Kasse hat, gibt sich aber konservativ statt hochfliegend und hält an ihren Erwartungen für das Gesamtjahr 2004 fest. Wie der Versicherungskonzern mitteilte, strebt er unverändert danach, das Ergebnis des Vorjahres zu übertreffen. Die bislang in diesem Jahr erzielten Ergebnisse ließen erwarten, daß die Gruppe in der Eurozone ihren Marktanteil steigern werde.

          Recht hartnäcktige Hürde vor der Nase

          Analysten äußerten sich wohlwollend über Generali. Italien sei einer der attraktivsten Versicherungsmärkte in Europa, so J.P. Morgan. Für Versicherer und Fondsgesellschaften seien die Sorgen um die Rentenkassen ein „Segen“, so Analyst Gordon Aitken. Helaba Trust empfiehlt den Titel mit der Einstufung „übergewichten“ letztlich zum Kauf. Morgan Stanley sieht in Generali eine „relativ sichere Bank“ und hat das Kursziel für die Aktie gerade von 23,10 Euro auf 23,40 Euro erhöht. Daraus folgt ein Kurspotential von knapp sechs Prozent.

          Bevor die Aktie diese Region erreichen kann, muß sie aber den charttechnischen Widerstand bei 22,30/43 Euro nehmen, an der sie seit Januar dreimal gescheitert ist und gegen den sie nun abermals anläuft. Ein Sprung über diese Hürde wäre in einem positiven Umfeld ein Kaufsignal. Den seit April aufgebauten flachen Abwärtstrend verlassen zu haben, ist im Hinblick darauf ein ermutigendes Zeichen. Allerdings könnte sich die mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 22,1 für dieses Jahr und von 18,1 für 2005 ambitioniert anmutene Bewertung als bremsend auswirken. Insofern sind starke Kursgewinne nicht zu erwarten. Doch eine Halteposition ist Generali sicherlich - und bei einem Sprung über die Hürde auch mehr.

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