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Versicherungen : Generali-Aktie hat noch Luft

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Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Assecuranzi Generali. Bild:

Die Assecuranzi Generali-Aktie ist keine Kursrakete, steigt aber stetig und eilt dem Euro-Stoxx 50 voraus. Die jüngsten Quartalszahlen waren eher besser als erwartet. Und der Titel hat den Trend für sich, ist aber nicht billig.

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          Mit deutschen Versicherungsaktien konnten Anleger seit Jahresbeginn nichts verdienen. Allianz haben bisher vier Prozent eingebüßt, AMB Generali viereinhalb Prozent und Münchener Rück nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Wirbelstürme in Übersee sogar fast acht Prozent. Dagegen können sich Aktionäre der italienischen Assecuranzi Generali nicht beklagen. Seit Anfang Januar hat sich das Papier um fast 13 Prozent verteuert und läuft sowohl dem italienischen Leitindex MIB-30, der in den vergangenen Wochen auf ein Jahreshoch gesprintet ist, als auch dem Euro-Stoxx 50 voraus.

          Nicht geschadet hat dem Titel die im Branchenvergleich gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis hohe Bewertung. Die Kritik etwa von Credit Suisse First Boston an mutmaßlich ineffizienter Arbeit von Konzerngesellschaften ebensowenig. Im Gegenteil: Seit Mitte August hat sich der Titel verstärkt aufgeschwungen, sich aus der Seitwärtsbewegung befreit und den seit März vergangenen Jahres geltenden Abwärtstrend überwunden. Dazu paßt eine gute Geschäftsentwicklung, die eher besser ausgefallen ist als von Analysten erwartet. Die Zahlendeuter trauen dem italienischen Konzern zu, die Erträge weiter zu verbessern. So dürfte der Titel gute Chancen, das auf dem Heimatmarkt frisch erreichte Jahreshoch von 24 Euro auszubauen.

          Helaba Trust: Gewinnziel dürfte deutlich übertroffen werden

          Die Assecuranzi Generali hat im dritten Quartal ihr Nettoergebnis um 32 Prozent auf 272 Millionen Euro gesteigert. Verantwortlich dafür waren bessere technische Ergebnisse im Leben- und Sachgeschäft sowie höhere kapitalerträge, wie Helaba Trust analysiert hat. In der Lebensversicherungssparte stieg der Gewinn auf 360 Millionen Euro oder um 22 Prozent, begleitet von einem starken Prämienwachstum von 21 Prozent in den ersten neun Monaten. In der Sachversicherung senkte Generali den Periodenverlust im Quartal auf 40 Millionen Euro nach 170 Millionen Euro. Hier stiegen die Beitragseinnahmen bereinigt um drei Prozent. Die für Versicherungen wichtige Schaden-Kosten-Quote sank auf 100 Prozent nach 103,8 Prozent.

          „Wir glauben, daß Generali operative Verbesserungen gezeigt hat“, kommentierte Credit Suisse First Boston (CSFB) die Zahlen, zeigte sich aber mit „Gebieten der Ineffizienz“ bei in der Bilanz auftauchenden Töchtern unzufrieden. Helaba Trust findet dagegen in der jüngsten Stellungnahme zu Generali Lob: Die Ergebnisqualität sei verbessert worden. „Insgesamt dürfte das anvisierte Ergebnisziel von 1,2 Milliarden Euro für 2004 aller Voraussicht nach deutlich überboten werden“, meint Analyst Karsten Keil. Er empfiehlt die Aktie weiter zu Kauf, erachtet aber das Kurspotential „unter Bewertungsaspekten“ als begrenzt. Letztere sind für CSFB der Anlaß gewesen, den Titel bei einem Kursziel von 24,50 Euro von „outperform“ auf „neutral“ abzustufen, also nun als Halte-Position anzusehen.

          Aktie hat strammes Gewinnwachstum und Trend für sich

          In der Tat ist die Generali-Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 23 für dieses Jahr und etwa 20 für 2005 gerade im Branchenvergleich ehrgeizig bewertet: Allianz (16/11,8), AMB Generali (15,5/14), Münchener Rück (9,2/8,8) und Swiss Re (10,3/9,3) sind klar günstiger. Allerdings sind italienische Aktien durch die Bank weg höher bewertet als deutsche, wie sich auch bei den Versorger Enel und Eni sowie der Telecom Italia und der Unicredito Italiano zeigt. Und auch in den vergangenen Monaten hat Anleger ebenfalls deutlich höhere Bewertung nicht gestört. Dies ist folglich zu berücksichtigen. Dessenungeachtet hat Generali das stramme Gewinnwachstum für sich und den Trend.

          Wenn der Titel das Hoch vom März 2003 bei 24,40 Euro meistern und die im Juni 2002 gesetzte Marke von 24,62 Euro nehmen sollte, sendete er technische Kaufsignale und verschaffte sich gleichsam Luft bis etwa 26,60 Euro. Erst dort baut sich eine weitere technische Hürde auf. Das käme einem Kurspotential von fast elf Prozent gleich. Die Marke dürfte die Aktie nicht ersprinten, sich ihr aber langsam, aber sicher nähern, sofern der Konzern keine unangenehmen Nachrichten von sich gibt.

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