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Versicherer : Allianz Leben-Aktie auch technisch interessant

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Heim zur Mutter: Auch Allianz Leben profitiert von Abfindungsgerüchten Bild: dpa

Neue Spekulationen über eine Vollübernahme haben die Aktie der Allianz Leben beflügelt. Jetzt könnte auch eine wichtige Widerstandszone fallen.

          Besonderer Beliebtheit erfreuen sich in Zeiten volatiler Gesamtmärkte so genannte "Sondersituationen", die - anders als der Gesamtmarkt - klare Begründungen bieten, warum man eine bestimmte Aktie kaufen soll. Weil solche nahe liegenden Gründe aber sehr rasch eine große Zahl von Börsianern zum Einstieg verleiten, sind sie mit der entsprechenden Vorsicht zu genießen.

          Eine typische solche "Sondersituation" ist die Aktie der Allianz Leben, die von der neuen Abfindungsspekulation von Versicherungsaktien mit geringem Streubesitz profitiert. Zu knapp 90 Prozent wird die Aktie von der Allianz und der Münchener Rück gehalten, und ein Übergang des Münchener Rück-Anteils auf die Allianz steht bevor.

          "Squeeze-Out-Regelung" macht Vollübernahme wahrscheinlicher

          Da kürzlich die AMB Generali Holding für die noch außenstehenden Aktionäre der AMV, Thuringia und Volksfürsorge eine Barabfindung unterbreitet hat, wird genau das auch für die verbliebenen rund 9,2 Prozent Streubesitz der Allianz Leben erwartet.

          Zumal eine vollständige Übernahme mit entsprechenden erheblichen Kostenvorteilen durch die im neuen Übernahmegesetz ab 2002 vorgesehene "Squeeze-Out-Regelung" (vgl. Link) deutlich erleichtert werden würde.

          Aktie hat Widerstandszone erreicht

          Jetzt hat die Spekulation die Allianz Leben-Aktie in die Nähe der Jahreshöchststände Widerstandszone zwischen 630 und 675 Euro getrieben. "Aus technischer Sicht ist ein Positionsausbau sinnvoll, wenn diese Zone mit einem neuen Kaufsignal nach oben verlassen wird", meint Achim Matzke von Commerzbank Securities.

          Im Februar war der Titel im Rahmen der Diskussion um die "Riester-Rente" bereits aus der so genannten Trading Box zwischen 390 und 480 Euro ausgebrochen (vgl. Chart).

          Fazit: Anleger, die auf ein Abfindungsangebot spekulieren möchten, sollten auf jeden Fall abwarten, ob die Aktie ihr mehrjähriges Hoch bei 675 Euro überwinden kann. Dabei müssen sie sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Allianz-Tochter unter fundamentalen Gesichtspunkten weniger interessant ist. Legt man die Gewinnschätzungen der BNP Paribas zugrunde, ergibt sich beim derzeitigen Kurs von 633 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 38 für 2001 und von rund 32 für 2002.

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