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US-Konjunktur : S&P blickt ohne Angst ins Konjunkturjahr 2001

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Ausblick nicht allzu düster Bild: AP

Nach Einschätzung von S&P-Analysten wird sich zwar die US-Wirtschaft leicht abschwächen, aber nicht dramatisch.

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          Wie jedes Jahr wagen die Analysten von Standard & Poor's (S&P) einen Ausblick in das Jahr 2001. Die Wirtschaft wird zwar nach ihrer Meinung an Fahrt verlieren, aber nicht so stark, wie es die Kursverluste an den Finanzmärkte momentan andeuten.

          Es wird deutlich, dass auch S&P von der plötzlichen Skepsis von US-Notenbankchef Alan Greenspan hinsichtlich der weiteren Wirtschaftsentwicklung überrascht wurde. Aber seine Wachsamkeit und die für den Bedarfsfall angedeuteten schnellen Zinsreaktionen lassen die S&P-Analysten trotzdem optimistisch in die Zukunft schauen.

          Rückgang der Konsumausgaben nicht dramatisch

          So dürfe der Rückgang der Konsumausgaben im Oktober und November 2000 nicht zu dramatisch gesehen werden. Denn der habe eher saisonalen Charakter. Die Ausgaben der Haushalte befänden sich mit einem jährlichen Wachstum von 3,5 bis 4,5 Prozent nach wie vor auf einem hohem Niveau und würden kaum negativ beeinflusst von den gefallenen Aktienkursen.

          Sollte wie von S&P erwartet die Konsumnachfrage im ersten Quartal wieder anziehen, würde sich die allgemeine Furcht vor einer harten Landung recht schnell in Luft auslösen. Dies gelte selbst im Falle einer anhaltenden Schwäche in der Autobranche und bei einem leichten Rückgang des Konsumwachstums auf drei Prozent.

          Leicht sinkende Renditen

          Mit Blick auf die Rentenmärkte soll es einen Doppeleffekt geben. Abnehmende Rezessionsangst werde tendenziell zu fallenden Preisen führen, während ein großer Haushaltsüberschuss, eine normale Inflationsentwicklung und ein Rückgang der Ölpreise im zweiten Quartal genau dem entgegenwirken wird. Die Inversion der Zinskurve in den USA wird zunehmen, so die Annahme. Das heißt, die Differenz zwischen relativ hohen kurzfristigen Zinssätzen und den tieferen Renditen langlaufender Anleihen wird steigen.

          Politisch wird sich nicht viel ändern. Es wird möglicherweise eine kleine Zinssenkung geben und eine moderate Steigerung der Ausgaben. Insgesamt wird der Blick der Finanzmärkte auch im Jahr 2001 wieder auf die Fed gerichtet sein. So gesehen wird sich 2001 verglichen mit den Vorjahren nicht viel ändern.

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