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Betrugsverfahren : S&K-Urteil noch im März erwartet

Im S&K-Strafprozess könnte noch im März ein Urteil fallen. Bild: dpa

Das Mammutverfahren vor dem Landgericht Frankfurt könnte viel früher als erwartet enden. Die Mehrzahl der Angeklagten hat gestanden. Schon morgen hält die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer.

          Im Strafprozess gegen die Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K und weitere Angeklagte könnte noch im März ein Urteil fallen. In der vergangenen Woche hat das Landgericht Frankfurt einer Einstellung der Betrugsvorwürfe gegen vier der fünf Angeklagten zugestimmt und das Verfahren abgetrennt. Den Männern droht nun eine Verurteilung wegen Untreue, nachdem sie diese vor Gericht gestanden hatten. Schon am morgigen Mittwoch wird die Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten, erklärte Oberstaatsanwalt Noah Krüger auf  Nachfrage.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die erzielte Verständigung zwischen der Wirtschaftsstrafkammer, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung sieht vor, dass die beiden Hauptangeklagten Stephan Schäfer und Jonas Köller eine Haftstrafe im Rahmen zwischen achteinhalb und neuneinhalb Jahren erhalten.

          Ein früherer Mitarbeiter könnte von einem Strafmaß zwischen sechs und sieben Jahren ausgehen, der mitangeklagte einstige Geschäftsführer des Hamburger Fondsanbieters United Investors würde eine Freiheitsstrafe zwischen viereinhalb und vier Jahren und neun Monaten erhalten. Das Verfahren gegen einen fünften Angeklagten läuft dagegen weiter. Laut Staatsanwalt Krüger war er im Gegensatz zu den Mitangeklagten nicht geständig.

          Verteidiger und die Staatsanwaltschaft hatten zu Jahresbeginn Gespräche über eine Verkürzung des Strafverfahrens aufgenommen. Nach den ersten positiven Signalen gingen Ankläger und Verteidiger von einem möglichen Urteil in der zweiten Jahreshälfte 2017 aus. Dass es nun erheblich schneller ging, ist nach Krügers Worten auf die "Kooperation" aller Prozessbeteiligten und "erheblichen Fortschritten in der Beweisaufnahme" zurück zu führen.

          Der Prozess um dubiose Kapitalanlagegeschäfte mit S&K-Fonds läuft seit September 2015 vor dem Frankfurter Landgericht. Mithilfe eines Schneeballsystems sollen die Angeklagten über 110.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben. Eine weitere Beweisaufnahme zu den ursprünglichen Betrugsvorwürfen hätte das Verfahren möglicherweise um bis zu zwei Jahre in die Länge gezogen.

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