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Unterhaltungselekronik : Aktie von Loewe ist spekulationsgetrieben

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Entwicklung der Loewe-Aktie in den vergangenen Jahren Bild:

Mit einem Kurssprung reagiert die Aktie von Loewe zwar auf einen Zeitungsbericht. Aber weder ist das Erreichen der Gewinnzone absehbar, noch ist der Abwärtstrend überwunden. Damit bleibt die Aktie spekulativ.

          Mit deutlichen Kursgewinnen reagiert die Aktie des Herstellers und Vermarkters von elektronischen Unterhaltungsgütern, Loewe, auf Presseberichte, nach welchen das Unternehmen zumindest im Juli und August wieder steigende Umsätze verbucht hat. Im frühen Handel liegt die Aktie des Unternehmens am Mittwoch mit einem Plus von 10,11 Prozent bei 4,90 Euro.

          Das mag zwar tagesbezogen eine interessante Kursbewegung sein, sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Papier seit dem Hoch bei 40 Euro im Jahr 2000, vor allem in Folge der zum Teil massiven Kursverluste in den vergangenen zwei Jahren, bis zu knapp 90 Prozent seines Wertes verloren hat und aktuell nur knapp über seinem Allzeittief liegt.

          Abwärtstrend nicht überwunden ...

          Der Abwärtstrend ist nicht nur nicht überwunden, sondern er befindet sich noch nicht in „Sichtweite“. Auch eine Prognose, wann das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben wird, ist nicht möglich. Loewe will sich mit seinen Produkten im so genannten „Premiumsegment“ positionieren. Allerdings hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren wesentliche Trends verschlafen. Beispielsweise jenen zu Flachbildschirmgeräten. Aus diesem Grund sind sowohl Umsätze als auch Gewinn deutlich eingebrochen. Das Unternehmen schriebe im vergangenen Jahr einen Verlust von satten 4,14 Euro je Aktie, auch im laufenden Jahr dürfte die Gewinnschwelle mit einiger Sicherheit nicht erreicht werden.

          Nun scheint das Management immerhin für positive Nachrichten sorgen zu wollen. Im Zuge von weiteren Kostensenkungen im kommenden Jahr sei ein weiterer Stellenabbau möglich, heißt es nun.

          „Unser Ziel sind nochmals Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich", sagte Unternehmenschef Rainer Hecker in einem Interview. Nach einem Verlust auch im ersten Halbjahr 2004 und einem 14-prozentigen Rückgang des Umsatzes erwartet Hecker für die zweite Jahreshälfte eine positive Entwicklung. „Im Juli und August lag der Umsatz durch die Einführung neuer großformatiger LCD-Produkte über dem des Vorjahres", sagte er. „Wir sind gut im Plan", fügte er hinzu.

          ... Erreichen der Gewinnzone nicht absehbar

          Im Jahr 2004 will weiterhin stabilisierende Umsätze erwirtschaften. Eine konkrete Prognose, wann wieder schwarze Zahlen zu erwarten seien, gab Hecker nicht. „Dies hängt 2005 von der Nachfrage, den Kosten, den Preisen und dem strategischen Investor ab", sagte er. Im Juni war der japanische Fernsehgeräte-Hersteller Sharp mit zehn Prozent bei Loewe eingestiegen. Derzeit führe Loewe Gespräche mit weiteren möglichen Investoren. Dabei stehe Loewe aber nicht unter Druck, betonte Hecker erneut. Ziel sei es weiterhin, bis Jahresende eine Vereinbarung abzuschließen.

          Der Einstieg von Sharp läßt sich durchaus positiv interpretieren. Denn es deutet darauf hin, daß zumindest die Marke erhalten werden soll. Dieser Eindruck würde sich bei einem Einstieg weiterer Investoren noch verstärken. Gleichzeitig sollten sich Anleger wohl keine Illusionen machen. Denn der Weg zu einer operativen Wende ist noch weit. Steigende Umsätze in den genannten Monaten sind noch kein Lichtblick, denn sie dürften unter anderem durch Sonderfaktoren - Tour de France, Olympiade, Fußballeuropameisterschaft - ausgelöst worden sein. Grundsätzlich ist der Markt jedoch wettbewerbsintensiv und eine überragende Marktstellung - ist sie erst einmal verloren - dürfte sich nicht von heute auf morgen reetablieren lassen.

          Aus diesem Grund müssen Anleger sicherlich einen langen Atem und gute Nerven haben, wenn sie sich jetzt das Papier ins Depot legen. Die aktuellen Kursgewinne sind sicherlich zum Teil spekulationsgetrieben. Es dürfte sicherlich vernünftiger sein, konkrete Aussagen, wann die Gewinnschwelle wieder erreicht werden kann, abzuwarten. Oder zumindest die Überwindung des langfristigen Abwärtstrends.

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