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United Internet : Analysten halten der Aktie weiterhin die Treue

  • Aktualisiert am

Firmensitz von United Internet in Montabaur Bild: United Internet

Nach der Vorlage von Halbjahreszahlen äußern sich etliche Analysten wieder positiv über die Aussichten der Aktie von United Internet. Doch noch steckt der Kurs in einem Seitwärtstrend fest.

          Am Freitag ist das allerdings etwas anders. Denn da steigt die Notiz nach mehreren bestätigten Kaufempfehlungen von Analystenseite um 4,67 Prozent auf 9,84 Euro. Als Stütze erweisen sich dabei die von dem Telekommunikationskonzern vorgelegten soliden Halbjahreszahlen. Erfreulich daran ist nach Händlerangaben vor allem, dass United Internet seine Umsatz- und Ebitda-Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt habe. Der Umsatz soll in 2010 demnach um 15 Prozent zulegen und das Ebitda auf dem Vorjahresniveau von 356,1 Millionen Euro ausfallen. Dank der guten Wachstumsperspektiven dürfte das Unternehmen seinen Abstand zur Konkurrenz verringern, so Händler.

          Für die ersten sechs Monate berichtete der Internetdienstleister ansonsten über ein Umsatzplus von 14,1 Prozent auf 930,8 Millionen Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte zudem von 173,7 auf 182 Millionen Euro. Abschreibungen in Höhe von fast 11 Millionen Euro nach Abschluss der Übernahme des Freenet-DSL-Geschäfts drückten allerdings auf das Ergebnis. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um fast vier Prozent auf 142,2 Millionen Euro zurück. Unterm Strich stand ein Gewinn von 77,2 Millionen Euro nach 82,7 Millionen Euro im Vorjahr.

          Analysten haben zumeist höhere Kursziele für den Titel

          United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will darüber hinaus in diesem Jahr rund 50 Millionen Euro in neue Dienste wie mobiles Internet und Hosting-Angebote stecken. Im ersten Halbjahr gab das TecDax-Schwergewicht dafür rund 19 Millionen Euro aus. Seit Juli kann das Unternehmen als virtueller Netzbetreiber auf dem Vodafone-Netz eigene Tarife für Mobilfunk und Datendienste anbieten.

          Außerdem stellte der Internetdienstleister Anfang Juli seinen selbst entwickelten Tablet-PC vor. Das soll neue Kunden anziehen. Das Ende Juni vorgestellte Smartpad will Dommermuth dagegen schon wieder aus dem Programm nehmen, weil es nicht auf starke Resonanz gestoßen ist.

          Die Analysten zeigten sich in der Regel dennoch zufrieden. So bekräftigte die Commerzbank ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 13,50 Euro. Die Zahlen seien solide und entsprächen ihren Erwartungen, schrieb Analystin Heike Pauls in einer Studie. Sogar einen Kursanstieg auf 16 Euro halten die Analysten bei der UBS für möglich. Die Landesbank Baden-Württemberg traut der Notiz einen Anstieg bis auf 15 Euro zu und bei SES Research liegt das Kursziel bei 14,50 Euro.

          Aktie noch im Seitwärtstrend gefangen

          Um in diese Größenordnung hineinwachsen zu können, wird es aber nötig sein, dass United Internet die erwarteten Gewinnsteigerungen abliefert. So prognostiziert SES Research nach dem in diesem Jahr befürchteten Gewinneinbruch von 280 auf 187 Millionen Euro im nächsten und im übernächsten Jahr wieder mit einem Anstieg auf 231 und 266 Millionen Euro.

          Das wäre dann gleichbedeutend mit einem Gewinn je Aktie von 1,00 und 1,15 Euro. Und das wäre gleichbedeutend mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das wäre in der Tat moderat und würde dem Kurs Platz nach oben lassen. Charttechnisch gesehen steckt der Titel aber noch in einer Seitwärtsrange. Ein erstes Lebenszeichen wäre es aber, wenn es mit dem Rückenwind der Halbjahreszahlen gelingen würde, den Widerstand bei 10 Euro zu überwinden. Und noch besser wäre es natürlich, wenn dann auch noch die nächste Hürde bei rund 10,70 Euro genommen werden könnte. Denn dann wäre der Weg frei für einen Angriff auf das Jahreshoch von 12,26 Euro. Damit diese Option bestehen bleibt, wird die Aktie aber auch auf die Hilfe des Gesamtmarktes angewiesen sein.

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