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Umfrage : Inflationssorgen verunsichern Privatanleger

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Bild: Union Investment

Die Anleger in Deutschland sehen in den nächsten sechs Monaten deutliche Preiserhöhungen auf sie zukommen. Erstmals seit langem rechnet keiner mit niedrigeren Preisen. Dies zeigt eine Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten.

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          Die Anleger in Deutschland sehen in den nächsten sechs Monaten deutliche Preiserhöhungen auf sie zukommen. Aus diesem Grund sind die Inflationserwartungen im ersten Quartal des laufenden Jahres gegenüber dem vierten Quartal des Jahres 2010 um 14 Prozentpunkte auf 90 Prozent gestiegen.

          Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) macht sich Sorgen um ihre Ersparnisse. Hinzu kommt, dass 30 Prozent weniger im Monat sparen als vor einem Jahr (Vorquartal: 23 Prozent). Dies zeigt eine Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten.

          Beinahe alle Anleger rechnen mit steigenden Preisen

          Selbst der allgemeine Wirtschaftsoptimismus nimmt etwas ab. So hat sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland in den nächsten sechs Monaten etwas verschlechtert. Nur noch 45 Prozent der Anleger glauben an eine Verbesserung, während im Vorquartal noch 54 Prozent damit gerechnet hatten. Im Gegenzug steigt die Anzahl derer, die von einer gleichbleibenden Situation ausgehen, von 31 auf 40 Prozent. Eine Verschlechterung erwarten unverändert 15 Prozent.

          Bild: Union Investment

          Deutlich gestiegen sind hingegen die Inflationsängste der deutschen Anleger. 90 Prozent der Befragten befürchten starke beziehungsweise leichte Preiserhöhungen in den nächsten sechs Monaten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Fragestellung im dritten Quartal des Jahres 2008. Der Anteil derer, die von stark steigenden Preisen ausgehen, liegt bei 19 Prozent. Das sind mehr als doppelt so viele wie im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Damals hatte der Anteil noch acht Prozent betragen. Erstmals seit dem dritten Quartal des Jahres 2008 rechnet keiner der Befragen mit einem niedrigeren Preisniveau, während 58 Prozent der befragten Anleger besorgt um ihre Ersparnisse sind.

          Die Verbraucher mussten in letzter Zeit für Heizöl, Kraftstoffe und Strom deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wer sein Vermögen vor Inflation schützen möchte, sollte bei seiner Anlageentscheidung Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe berücksichtigen. Auch inflationsgesicherte Anleihen böten einen Schutz vor Geldentwertung, erklärt die Union Investment.

          Anleger sparen weniger

          Im ersten Quartal des laufenden Jahres veränderte sich das Sparverhalten deutlich. So sparen 30 Prozent der Anleger weniger im Monat als noch vor einem Jahr. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Fragestellung im ersten Quartal des Jahres 2009. Im Gegenzug ist der Anteil derer, die ihre monatliche Sparrate konstant halten, um sechs Prozentpunkte auf 49 Prozent gesunken. Mehr als vor einem Jahr spart unverändert gut ein Fünftel der Anleger (21 Prozent).

          Knapp ein Drittel der befragten Anleger befürwortet die finanzielle Unterstützung der durch die Schuldenkrise besonders betroffenen Euroländer durch finanzstarke Länder. Ein Viertel der Befragten lehnt die finanzielle Hilfe ab. 42 Prozent der Befragten dagegen sind unschlüssig über die Folgen der finanziellen Unterstützung. Was die eigenen Ersparnisse betrifft, bereitet die wirtschaftliche und finanzielle Situation in Europa der Mehrheit (65 Prozent) kein Kopfzerbrechen. Lediglich 35 Prozent sind sehr beziehungsweise etwas besorgt über ihre Geldanlagen.

          Details der Umfrage

          Seit Anfang des Jahres 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das erste Quartal des Jahres 2011 fand in der Zeit vom 8. bis 16. Februar statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)

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