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Umfrage : Deutsche Privatinvestoren so optimistisch gestimmt wie zuletzt 2007

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Bild: J.P.Morgan

Zusammen mit dem Dax befindet sich auch die Anlegerstimmung auf Höhenflug. Der von J.P. Morgan ermittelte Investor Confidence-Index jedenfalls hat das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

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          Der Aufwärtstrend des deutschen Aktienmarktes war in den letzen Wochen kaum aufzuhalten, und das macht sich auch in der Börsenstimmung der Privatanleger bemerkbar: Ihr Optimismus steigt deutlich und erreicht derzeit sogar wieder Vorkrisenniveau. So sind nun wieder 60,4 Prozent davon überzeugt, dass sich der Aktienmarkt in den kommenden sechs Monaten positiv entwickelt. Noch bei der letzten Befragung im September waren nur 49,6 Prozent positiv für den deutschen Aktienmarkt gestimmt. Parallel erwarten nur noch 13,3 Prozent eine negative Entwicklung in der näheren Zukunft - ein Rückgang um 2,9 Prozentpunkte zur letzten Befragung.

          „Nachdem die Ökonomen der Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen noch einmal angehoben haben und auch für 2011 ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten, lassen sich die Privatanleger vom positiven Trend des Dax mitreißen“, stellt Jean Guido Servais fest, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management. „Das ist bemerkenswert, denn in den letzten Monaten, die von der Schuldenkrise der Peripheriestaaten Europas überschatten waren, genügten schon kleine Schwankungen, um die Stimmung der privaten Investoren einzutrüben.“

          Investor Confidence-Index erreicht Vorkrisenniveau

          Das positive Stimmungsbild der aktuellen Umfrage zeigt sich auch im Investor Confidence-Gesamtindex. Dieser stieg im Vergleich zur letzten Befragung im September um ganze zwei Prozentpunkte auf einen Indexwert von 5,5. „So positiv waren die Anleger zuletzt im Sommer 2007 gestimmt, also noch vor Ausbruch der Finanzkrise“, unterstreicht Servais. Der Stimmungsaufschwung wird von den männlichen und den weiblichen Befragten gleichermaßen getragen. Allerdings blicken Frauen erfahrungsgemäß etwas vorsichtiger in die Börsenzukunft. So beträgt der Wert der Frauen 3,6 (nach 1,4 im September), der Wert der Männer stieg auf 6,5 (September 4,8). Auch wenn die Frauen also noch etwas weniger euphorisch sind - der positive Trend ist auch bei ihnen eindeutig spürbar.

          Bild: J.P.Morgan

          Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft zweimonatlich die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der deutschen Privatanleger. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte repräsentative Befragung fand zuletzt vom 5. bis zum 19. November 2010 statt. Im ersten Schritt wird die Quote der Investmentbesitzer festgestellt; aus dieser Teilgruppe lassen sich dann die verschiedenen Investor Confidence-Indizes erheben.

          Aktuell machte sich die verbesserte Anlegerstimmung allerdings nicht beim Investmentbesitz bemerkbar: Er nahm um weitere 1,3 Prozentpunkte ab und sank damit auf 14,4 Prozent. Dies ist der niedrigste jemals erhobene Anteil von Anlegern in börsennotierte Investments wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate. „Nur noch rund jeder Siebte der Befragten in Deutschland bekennt sich zu börsennotierten Anlagen, das stimmt nachdenklich“, stellt Servais fest. „Die Schere zwischen Investoren und Nicht-Investoren öffnet sich weiter, denn diejenigen, die bereits investieren, sehen derzeit ja viele Chancen an den Börsen.“

          Sonniges Investmentklima trotz winterlicher Temperaturen

          Entgegen dem Trend in der Gesamtbevölkerung zeigen die deutschen Privatanleger eine deutlich gesteigerte Investmentbereitschaft: 41,4 Prozent der Anleger planen, in den kommenden sechs Monaten zu investieren - das ist ein Zuwachs von 5,3 Prozentpunkten. Zwar bleibt mit 50,2 Prozent immer noch die Hälfte der Befragten vorsichtig und will in der nächsten Zeit nicht in börsennotierte Investments anlegen. Aber das Klima für diese Anlageformen war zuletzt im Frühjahr 2008 so sonnig.

          Bei der Gruppe der Investmentbesitzer, die ihr Geld in den nächsten Monaten anlegen möchten, konnten sich Fonds mit 17,9 Prozent als beliebteste Geldanlage der Deutschen behaupten. Sie konnten sogar leicht um 1,1 Prozentpunkte zulegen. Aber auch sicherheitsorientierte Anlageformen wie Tagesgeldkonten und Sparbücher stiegen erneut in der Anlegergunst. So erzielten die Tagesgeldkonten mit 15,8 Prozent den zweiten Platz (+4,0 Punkte) gefolgt von Sparbüchern mit 12,2 Prozent (+5,3 Punkte). Angesichts des Börsenoptimismus ist es nicht verwunderlich, dass auch Direktanlagen in Aktien wieder von rund jedem Zehnten favorisiert werden (9,7 Prozent, + 1,4 Punkte).

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