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Übernahmegerüchte : Beiersdorf-Aktie würde von Bieterschlacht profitieren

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Beiersdorfs Marken sind begehrt Bild: dpa/lno

Mit Procter & Gamble wird ein neuer Interessent für Beiersdorf gehandelt. Das macht den Titel für Spekulanten interessant.

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          Dass Beiersdorf eine Perle ist, ist so altbekannt wie seine Top-Marken Nivea, Tesa oder Labello. Dass diese Markenbekanntheit an der Börse gut bezahlt wird, ist aber ebenso bekannt. Zuletzt war aber auch der MDax-Wert in einen Abwärtssog geraten, der am Montag jäh unterbrochen wird. Bis 11.50 Uhr gewinnt der Titel 16,87 Prozent auf 100,51 Euro.

          Am Wochenende bekam die unendliche Geschichte um eine Übernahme des Beiersdorf-Anteils der Allianz eine neue Wende: Nach einem Zeitungsbericht will der amerikanische Konkurrent Procter & Gamble (P&G) dem Versicherer „in den kommenden Tagen“ ein Angebot zur Übernahme von dessen 43,6-prozentigen Anteil unterbreiten. Die Allianz-Aktie schwankt mit dem Markt, stieg zeitweise aber wieder über die 100-Euro-Marke.

          Bieterschlacht möglich

          Beiersdorf selber will davon aus der Zeitung erfahren haben. Vorstandschef Rolf Kunisch hatte allerdings zuletzt wiederholt deutlich gemacht, dass er für jeden Großaktionär offen sei, wenn dieser dem Unternehmen eine Fortsetzung des Erfolgskurses ermögliche.

          Im Mai war dem französischen Branchenführer bei Kosmetikartikeln, L'Oreal, ein konkretes Interesse nachgesagt worden. Zudem hatte der zweite Beiersdorf-Großaktionär Tchibo schon im März bekundet, seinen Anteil an Beiersdorf von derzeit 30 Prozent aufstocken zu wollen. Die Tchibo-Holding strebe bis Jahresende eine Einigung mit der Allianz-Führung an, hatte Tchibo-Chef Reinhard Pöllath jüngst gesagt. Das weist darauf hin, dass Bewegung in die Sache kommt und konkurrierende Gebote wahrscheinlich werden.

          „Dicke Prämien wahrscheinlich“

          „Wenn es zu einer Bieterschlacht kommt - Tchibo ist ja nicht gerade arm und hat ein großes Interesse an Beiersdorf - wird das den Aktienkurs in die Höhe treiben“, kommentiert ein Marktteilnehmer. Zuletzt hatte der jüngste Kursverfall den Titel auf ein immer noch komfortables Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 29 für das laufende Jahr und 26 für 2003 heruntergebracht. Ende Mai lag das KGV noch bei etwa 40.

          Die Analysten von M.M. Warburg stufen Beiersdorf nach den Presseberichten von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. „Dicke Prämien auf den Börsenkurs sind nun wahrscheinlich“, schreiben die Experten. Der Ausgang des Rennens um Beiersdorf sei jedoch völlig offen. Einerseits dürfte die Allianz als Großaktionär Interesse an einem möglichst hohen Verkaufspreis haben. Andererseits obliege ihr „besondere Verantwortung und Interesse an einer tragfähigen Zukunft ihres langjährigen Investments“.

          Einstieg bleibt spekulativ

          Beiersdorf sei „nicht anlehnungsbedürftig“, sondern als einziger deutscher Anbieter in der Kosmetik und Körperpflege überlebensfähig. Mit Blick auf das schwache Konsumumfeld taxieren die Analysten den fairen Wert von Beiersdorf auf 130 Euro.

          Bleibt festzuhalten, dass ein Einstieg bei Beiersdorf auch unter der neuen Situation spekulativ ist. Als sich das Gerücht um die Übernahme durch L'Oreal Ende Mai nicht materialisierte, ging es sogleich scharf bergab mit dem Edel-Wert, wodurch auch der schöne langfristige Aufwärtstrend zu Bruch ging.

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