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Übernahme : Unilever setzt auf den Grundkonsum

  • Aktualisiert am

Unilever-Zentrale in Rotterdam Bild: AFP

Der Konsumgüterkonzern Unilever bietet den Aktionären von Alberto Culver eine interessante Übernahmeprämie. Für diese ist das Barangebot reizvoll. Denn sie können die erlösten Mittel in interessantere Unternehmen investieren als in Unilever.

          Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever übernimmt den Alberto Culver. Die Unternehmen seien sich einig, teilte der Konzern am Montag in Amsterdam mit. Unilever wolle den Aktionären des amerikanischen Konsumgüterunternehmens 3,7 Milliarden Dollar in bar zahlen, hieß es weiter.

          Die Culver-Aktionäre müssen der Übernahme noch zustimmen. Mit einer Prämie von etwas mehr als 19 Prozent auf Basis der Schlusskurse vom Freitag jedoch könnten sie grundsätzlich zufrieden sein.

          Prämie für Aktionäre von Alberto Culver interessant

          Immerhin führt sie zu einer soliden Bewertung. Die Kurs-Gewinnverhältnisse der Alberto Culver-Papiere lägen auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei knapp 24 und 21. Sie können bedenkenlos Kasse machen und die erlösten Mittel anderweitig investieren.

          Sie werden erleichtert sein, nicht über ein Aktientauschgebot nachdenken zu müssen. Schließlich liefen die Aktien von Alberto Culver in den vergangenen Jahrzehnten ungeachtet aller Krisen im Trend deutlich nach oben und brachten den Anlegern in den vergangenen 15 Jahren einen jährlichen Durchschnittsertrag aus Kursgewinnen und Dividenden von 15,5 Prozent in Dollar ein. Die Papiere von Unilever brachten es dagegen im Vergleichszeitraum gerade einmal zu einer Rendite von knapp zehn Prozent. Die Unileveraktien laufen nun schon seit zehn Jahren volatil seitwärts, obwohl sie optisch mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15 und 14 vernüftig bewertet erscheinen.

          Aufgrund der überaus robusten operativen Entwicklung von Alberto Culver in den vergangenen Jahren mag die Übernahme für Unilever eine Verstärkung sein. Für die bisherigen Aktionäre des Unternehmens dagegen wäre sie eine Verwässerung. Aus diesem Grund dürften sie ihre Mittel anderweitig investieren. Zum Beispiel in die Aktien des bisherigen Konkurrenten Church & Dwight. Sie sind mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16 und 14,7 nicht nur vergleichsweise vernünftig bewertet, sondern sie brachten ihren Aktionären mit ihrer überaus robusten Entwicklung in den vergangenen Jahren noch interessantere Erträge ein (siehe auch: Church & Dwight bietet robuste Langfristrenditen). Ihr Durchschnittsertrag lag in den vergangenen 15 Jahren bei 17,3 Prozent.

          Umschichtung der Mittel in andere Unternehmen ist reizvoll

          Wer sich die Papiere vor Jahren ins Depot legte und sie hielt, konnte nicht nur Transaktionskosten durch häufige Umschichtungen einsparen, sondern ungeachtet aller Turbulenzen an den Märkten eine solide Rendite erzielen. Der Trend der Aktie zeigt weiterhin nach oben. Church & Dwight wurde im Jahr 1846 gegründet. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktete ursprünglich alle nur denkbaren Produkte, die aus Natron hergestellt werden können. Sie werden vor allem unter der in den Vereinigten Staaten schon seit mehr als 160 Jahren bekannten Marke Arm & Hammer vertrieben.

          Unternehmen wie Alberto-Culver und Church & Dwight stellen Basisprodukte her, die zur Befriedigung der Grundbedürfnisse selbst in der größten Krise nachgefragt werden. Aus diesem Grund können sie langfristig robust und profitabel wachsen. Ihre Aktien eignen sich hervorragend zur langfristigen Geldanlage. Allerdings nur, so lange sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können und nicht in Konglomeraten wie Unilever untergehen. In diesem Sinne dürften die Aktionäre von Alberto Culver ihre Anteile verkaufen und sich nach ähnlich attraktiven Investitionen Ausschau halten.

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