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Quartalszahlen : Twitter-Aktie steigt stark und stürzt wieder ab

  • Aktualisiert am

Die Twitter-Aktie erlebte ein Auf und Ab. Bild: AP

Die neuen Twitter-Zahlen konnten Anleger nur kurzzeitig begeistern. Dann äußerte sich das Management zur Lage des Unternehmens mit ehrlichen Worten - und der Kurs stürzte ab.

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          Die Zahlen, die der Kurzmitteilungsdienst Twitter am Dienstagabend vorlegte, haben den Aktienkurs kurzbeflügelt und dann auf heftige Talfahrt geschickt. Der Aktienkurs stieg am Mittwoch im laufenden Börsenhandel um mehr als 5 Prozent, baute dieses Plus nachbörslich zunächst auf mehr als 18 Prozent aus.

          Dann aber drehte der Kurs aber ins Minus. Am Ende des Tages ging die Aktie mit 32,35 Dollar mehr als 6 Prozent tiefer aus dem Handel als sie am Dienstag eröffnet hatte. Und am Mittwochnachmittag liegt sie nunmehr 13 Prozent gegenüber dem börslichen Schlusskurs vom Dienstag im Minus.

          Vor allem Kommentare des Managements bremsten die Euphorie der Aktionäre. Finanzchef Anthony Noto räumte Probleme ein, ein neues Publikum für die 140-Zeichen-Nachrichten zu gewinnen. „Ganz einfach: Das Produkt ist weiterhin zu schwer zu nutzen“, sagte Noto. „Wir werden voraussichtlich kein bedeutendes nachhaltiges Nutzerwachstum haben, bevor wir den Massenmarkt erreichen.“

          Die Zahl der monatlich aktiven Twitter-Nutzer stieg im vergangenen Quartal nur noch um acht auf 316 Millionen und stagnierte im amerikanischen Heimatmarkt sogar.

          Weiterhin Verluste

          Der Umsatz des Kurzmitteilungsdiensts stieg stärker als erwartet. Für das zweite Quartal meldete Twitter am Dienstag nach Börsenschluss einen Anstieg der Erlöse um 61 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 502 Millionen Dollar.

          Ohne den Einfluss des starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in die amerikanische Währung reduziert, hätte der Zuwachs 68 Prozent betragen. Die Markterwartungen wurden damit deutlich übertroffen.

          Die Werbeeinnahmen nahmen um 63 Prozent auf 452 Millionen Dollar zu. Davon entfielen 88 Prozent auf das zukunftsträchtige Geschäft mit mobilen Anzeigen auf Smartphones oder Tablets. Obwohl Börsianer mit schlechteren Ergebnissen gerechnet hatten, war es die bislang schwächste Umsatzentwicklung in einem Quartal seit dem Börsengang im November 2013.

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          Doch Twitter steckt weiter in den roten Zahlen fest und verliert ordentlich Geld. Das Minus konnte gegenüber dem Vorjahr nur leicht von 145 auf 137 Millionen Dollar reduziert werden.

          Interimschef und Twitter-Mitgründer Jack Dorsey, der den Spitzenjob vom im Juni nach Dauerkritik von Aktionären zurückgetretenen Dick Costolo übernommen hatte, sieht noch viel Luft nach oben: „Wir sind mit unserem Wachstum nicht zufrieden“, sagte er. „Menschen in aller Welt kennen Twitter, aber es ist nicht klar, warum sie Twitter nutzen sollten. Das ist inakzeptabel, und wir sind damit nicht glücklich.“

          Twitter steckt in einer Übergangsphase, bis ein neuer Vorstandschef gefunden ist. Spekulationen, Dorsey, der das Unternehmen bereits in der Vergangenheit geführt hatte, könnte dauerhaft übernehmen, hatten sich nicht bestätigt. Dorsey leitet parallel auch noch den Bezahldienst Square, der laut amerikanischen Medien vor dem Börsengang steht.

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