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Trump, Bilanzen, Notenbanken : Ein spannender Anlegermix

  • Aktualisiert am

An der New Yorker Wall Street warten Händler diese Woche auf wichtige Bilanzen. Bild: AFP

Die neue Börsenwoche hat es in sich. Die Unsicherheit über die Auswirkungen der Politik unter dem neuen Präsidenten Donald Trump stimmt die Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig. Es gibt aber noch andere Gründe.

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          Angesichts der zuletzt wieder aufgeflammten Trump-Rally blicken Marktexperten optimistisch auf die neue Börsenwoche. Die Privatbank Merck Finck sieht gute Voraussetzungen dafür, dass die Aktienmärkte mit Rückenwind positiver Makro- und Unternehmenszahlen weiter zulegen können. Abgesehen von der politischen Zukunft in den Vereinigten Staaten und der fortschreitenden Berichtssaison werden die Blicke in den nächsten Tagen verstärkt auf Konjunkturdaten und Notenbankentscheide gerichtet sein.

          Zwei Ereignisse aus der Politik vom Wochenende könnten den Börsianern aber zumindest kurzfristig die gute Laune verderben. So hatte der neue Präsident Donald Trump mit seinem Einreiseverbot für viele Muslime auch in der Unternehmenswelt für Aufruhr gesorgt. In Frankreich setzte sich derweil in der Stichwahl der Sozialisten der Parteilinke Benoît Hamon deutlich gegen Ex-Premier Manuel Valls durch. Beide Ereignisse konnten von Marktbeobachtern in ihren Voraussagen nicht mehr berücksichtigt werden.

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          Für diverse Experten ist beim Dax „ein weiterer Durchmarsch bis an das Allzeithoch weiter das wahrscheinlichste Szenario". Charttechnisch sehen sie das im Mai 2015 erreichte Niveau bei 12 390 Punkten schon Ende März in Reichweite. Merck-Finck-Chefstratege Robert Greil hält positive Konjunkturdaten bei einer freundlichen Tendenz "für mindestens so wichtig wie die diversen Trump-Fantasien in Sachen konjunkturbelebende Maßnahmen."

          Der Taktgeber bleibt das Geschehen in Amerika

          Taktgeber für den Dax dürfte wie zuletzt das Geschehen in Amerika bleiben - vor allem wegen der nächsten politischen Schritte von Donald Trump, die den Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt über die davor nie erreichte Marke von 20.000 Punkten getrieben hat.

          Dow Jones

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          Ob es Einzelwerte auf beiden Seiten des Atlantiks auf Rekordhochs schaffen, dürfte in der kommenden Woche vor allem von der Berichtssaison abhängen. Während sie in den Vereinigten Staaten schon auf Hochtouren läuft und am Dienstag mit Apple, ExxonMobil und Pfizer auf einen weiteren Höhepunkt zusteuert, gewinnt sie auch in Deutschland an Fahrt. Siemens wird am Mittwoch berichten. Experten rechnen bei dem Elektrokonzern mit einem soliden Start ins neue Geschäftsjahr.

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          Am Donnerstag folgen Quartals- oder Jahresberichte von der Deutschen Bank, Infineon und Daimler. Beim größten deutschen Finanzhaus werden nach einem Rekordverlust im Jahr 2015 auch für das gerade abgelaufene Jahr wieder rote Zahlen erwartet. Beim Halbleiterkonzern Infineon rechnet Günther Hollfelder von der Baader Bank mit soliden Ergebnissen und einem positiven Ausblick. Daimler dürfte laut Sascha Gommel von der Commerzbank „noch etwas Pulver für 2017 trocken halten." Er erwartet deshalb in den Zahlen keinen Kurstreiber.

          Effekte der erwarteten „Trumponomics"

          Auch wichtige Wirtschaftsdaten sollten Anleger in der neue Woche auf dem Radar haben. Experten rechnen damit, dass sich die ersten Effekte der erwarteten "Trumponomics" schon bei den amerikanischen Frühindikatoren wie den am Mittwoch und Freitag anstehenden ISM-Indizes für die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe zeigen werden. Die NordLB rechnet im Verarbeitenden Gewerbe im Januar mit einem Wert von „beachtlichen" 55,0 Zählern, der auf ein signifikantes Anziehen der ökonomischen Aktivität hindeuten würde.

          Bei dem am Freitag auf der Tagesordnung stehenden Arbeitsmarktbericht erwarten einige Experten außerdem eine Beschleunigung auf 175.000 neue Stellen. Das langsamere Tempo, mit dem im Dezember neue Stellen geschaffen wurden, habe vor allem an ungünstigen Wetterbedingungen gelegen, erläuterten etwa die HSBC-Experten ihre positive Ansicht. Die NordLB hingegen rechnet nur mit etwa 155.000 Stellen.

          Wieder in den Fokus rücken in den kommenden Tagen die Notenbanken. „Worte statt Taten" erwarten dann die Experten von HSBC. Die japanischen Währungshüter dürften demnach am Dienstag ihren Leitzins unverändert belassen. Auch die nächste Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed am Mittwoch dürfte unspektakulär verlaufen. Nach der jüngsten Anhebung rechnet die Postbank erst zur Jahresmitte mit der nächsten Zinserhöhung. "Zudem wird die aktuelle Sitzung nicht durch eine Pressekonferenz abgerundet, die Raum für Erklärungen bieten würde", hieß es hierzu von HSBC.

          Etwas genauer hinsehen dürfte der Markt jedoch bei der britischen Notenbank am Donnerstag. Mit Blick auf die großen Brexit-Unsicherheiten ist eine Leitzinsanhebung nach Einschätzung von HSBC zwar auch hier nicht absehbar. Mit Blick auf eine robuste britische Wirtschaft rechnen die Experten aber damit, dass das im Februar auslaufende quantitative Lockerungsprogramm nicht verlängert wird. „In China wird der Handel in der neuen Woche über weite Strecken pausieren. Im Zuge der „Goldenen Woche" nach dem chinesischen Neujahrsfest wird dort bis inklusive Donnerstag nicht gehandelt.

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