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Trotz schlechter Zahlen : Zalando will an die Börse gehen

Von Zalando kann man vielleicht bald nicht nur Schuhe und Hosen, sondern auch Aktien kaufen. Bild: dapd

Die Samwer-Brüder wollen Zalando aufs Parkett bringen. Dabei enttäuscht das Unternehmen mit Verlusten und wächst langsamer als gedacht. Ob die Aktionäre da vor Glück schreien?

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          Die Gründer des Internet-Versandhändlers Zalando wollen ihr Unternehmen an die Börse bringen. Nach Informationen des Manager Magazins befinden sich die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer schon auf der Suche nach einer Bank, die den Börsengang ihres Online-Modekaufhauses begleitet. Das Unternehmen wollte den Bericht auf Anfrage der F.A.Z. nicht kommentieren.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Sollten die Pläne der Samwer-Brüder stimmen, könnte es der größte Börsengang der deutschen Technologie-Branche seit dem Chiphersteller Infineon werden. Der wurde im Jahr 2000 für 5,4 Milliarden Euro gelistet.

          Laut Manager Magazin haben vor allem drei amerikanische Geldhäuser hohe Chancen, Zalando bei seinem Gang aufs Parkett zu begleiten: Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase. Diese drei Geldhäuser waren auch schon bei den Börsengängen von Twitter und Facebook beteiligt.

          Schreien Aktionäre bald vor Glück?

          Laut Insidern könnte es noch in diesem Jahr soweit sein. Doch der Zeitpunkt des Börsengangs hängt davon ab, wann Zalando sich für eine Bank entscheidet. Ebenfalls stehe noch nicht fest, an welcher Börse sich Zalando notieren lassen wolle. Im Gespräch seien Frankfurt und New York.

          Zalando schreibt noch Verluste. Das jüngste Geschäftsjahr ging für das Unternehmen mit roten Zahlen zu Ende, Branchenexperten munkeln von etwa 80 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das Minus sogar 90 Millionen Euro. Außerdem wächst das Unternehmen nicht so schnell wie erwartet: Eigentlich wollte Zalando im Jahr 2013 zwei Milliarden Euro umsetzen, sie schafften aber nur 1,7 Milliarden Euro.

          Der Wert des Modeversandhändlers wurde zuletzt auf 3,7 Milliarden Euro geschätzt. Die Samwer-Brüder sind über ihr Investmentinstrument European Founders Fund mit 17 Prozent an Zalando beteiligt. Den größten Teil des Kuchens hält mit 36,5 Prozent die schwedische Risikokapitalgesellschaft Kinnevik.

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