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Trotz guter Arbeitsmarktdaten : Deutliche Verluste wegen Krim-Krise

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Bild: F.A.Z.

Die Sorge um die Krim-Krise hat den Dax am Freitag 2 Prozent tiefer aus dem Handel gehen lassen. Auch gute Daten von Amerikas Arbeitsmarkt konnten die Stimmung nicht heben.

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          Der politische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat auch zum Wochenschluss die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten getrübt. Selbst ein überraschend hoher Stellenzuwachs in den Vereinigten Staaten schaffte es nicht, die Börsen nachhaltig zu beflügeln. Der Dax ging am Freitag 2 Prozent tiefer bei 9350,7 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite FAZ-Index verlor 1,8 Prozent auf 1974,2 Punkte.

          Viele Anleger trauten sich vor dem Wochenende nicht aus der Deckung, sagten Händler. „Die Aktien sind diese Woche knapp unter ihren Höchstständen wie ein Jo-Jo hoch und runtergegangen, daher machen nun einige Investoren für den Fall Kasse, dass sich die Lage in der Ukraine über das Wochenende verschärft“, sagte Händler Andrea Tueni von der Saxo Bank.

          Eine schnelle diplomatische Lösung in Osteuropa zeichnet sich nicht ab. So drohte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius mit weiteren Sanktionen der EU, falls Russland in der Ukraine-Krise nicht einlenkt. Auch zwischen Amerika und Russland gab es keine Annäherung. Die Ansichten des amerikanischen Präsidenten Barack Obama und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über die ukrainische Halbinsel gehen nach Angaben des Kreml weiterhin deutlich auseinander.

          Überraschend viele neue Arbeitsplätze in Amerika

          Erfreulicher fielen die jüngsten Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt aus. Im Februar entstanden 175.000 Jobs, während von Reuters befragte Experten lediglich mit 149.000 neuen Stellen gerechnet hatten. „Die Zahlen überzeugen insbesondere vor dem Hintergrund des oft zitierten strengen Winterwetters“, sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf.

          Die amerikanischen Börsen reagierten auf die Daten mit leichten Kursgewinnen, der Dollar gewann an Boden. Der Euro gab den Großteil seiner Tagesgewinne ab. Zeitweise war die Gemeinschaftswährung über 1,39 Dollar auf den höchsten Stand seit Oktober 2011 gestiegen, nachdem die Europäische Zentralbank Spekulationen auf eine Zinssenkung gedämpft hatte.

          Finanzwerte unbeliebt – Krones im Aufwind

          Stärkster Dax-Verlierer waren mit einem Minus von 2,2 Prozent die Aktien der Commerzbank. Anleger mieden besonders als riskant eingestufte Titel wie Finanzwerte, sagte ein Börsianer zur Erläuterung. Auch die Papiere der Deutschen Bank gaben 2,5 Prozent nach. Im M-Dax schossen die Krones-Aktien nach einem positiven Kommentar der Schweizer Großbank UBS an die Indexspitze. Die Aktien des Abfüllanlagenbauers verteuerten sich um bis zu 8,7 Prozent, zuletzt lagen sie 3,6 Prozent im Plus. Evonik-Titel fielen um 0,4 Prozent, obwohl der Chemiekonzern die Anleger mit einer höheren Dividende ködert. Für 2013 sollen die Aktionäre einen Euro pro Anteilsschein und damit mehr erhalten als Analysten erwartet hatten.

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